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Wo die Lausitz am besten schmeckt

Die beiden Lausitzer Zauberer Pumphut (r.) und Schwarzer Müller bereicherten das Kirmesfest in Kotten.
Die beiden Lausitzer Zauberer Pumphut (r.) und Schwarzer Müller bereicherten das Kirmesfest in Kotten. FOTO: hir1
Kotten/Wittichenau. "Die Lausitz schmeckt" – davon haben sich am Sonnabend etwa 1000 Besucher des großen Erntedank und Kirmesmarktes auf dem Gelände der Krabat-Milchwelt in Kotten überzeugt. Mehr als 50 landwirtschaftliche Betriebe, Direktvermarkter und Händler offerierten ihre in der Region erzeugten landwirtschaftlichen Produkte. Heinz Hirschfeld / hir1

Zwischen den Menschenmassen wandelten inmitten des Markttreibens auch die beiden Lausitzer Zauberer, der Pumphut und der Schwarze Müller. Gemäß der Sage hatten sich die beiden einmal in der Schwarzen Kammer der Schwarzen Mühle in Schwarzkollm einen offenen Schlagabtausch geliefert. Doch beim 6. Erntedank- und Kirmesmarkt in Kotten schlenderten sie in voller Eintracht über das Gelände. Eröffnet wurde der Bauernmarkt vom sorbischen Pfarrer Gabriel Nawka aus dem benachbarten Wittichenau und von Tobias Kockert, Geschäftsführer der gastgebenden Krabat-Milchwelt Kotten. Gemäß der Erntedanktradition segnete der Pfarrer das in der Bröthener Bäckerei Köhler mit Sollschwitzer Mehl gebackene Brot. "Es ist das Zeichen, dass es uns gut geht. Dafür danken wir Gott", so der Pfarrer.

Tobias Kockert dagegen rief für die Besucher ein Schätzspiel aus. "Das hat hier in der Region bei Festlichkeiten Tradition", erklärte er. Welche Menge Kartoffeln befinden sich auf der Ladefläche dieses Volkswagen Amarok?, lautete die Schätzfrage. Die Besucher gaben Schätzungen zwischen 80 und 4000 Kilogramm ab. Am nächsten dran waren allerdings vier Schätzungen über 750 Kilogramm. Exakt lagen auf der Ladefläche des Pickup nämlich 754,8 Kilogramm. Von den vier Siegerschätzern war Anja Kochta aus Wittichenau als einzige noch auf dem Markt anwesend. Sie gewann die Kartoffeln auf der Ladefläche und den VW Amarok für ein Wochenende vollgetankt zur Nutzung.

Alle Hände voll zu tun hatte beim Kirmesmarkt auch Käsemeister Joseph Klant. Seine Käse-Spezialitäten konnten von den Besuchern verkostet werden. Darunter der Käse mit dem Aroma des Sommers, der die Konsumenten etwas mit Wehmut auf die warme Jahreszeit zurückblicken ließ, Einen Ausblick auf die Weihnachtszeit lieferte dagegen Käse mit Wacholder.

Der Heimatverein Spohla hatte sich etwas ganz Besonderes für die Kinder einfallen lassen. Er hatte einige Kartoffeln in der Erde versteckt und diese mit Nummern versehen. Die Kinder hatten die Aufgabe, diese Kartoffeln aus der Erde zu holen. Für die Kartoffel mit Nummer gab es einen Plins.

Die Ortsgruppe Wittichenau des Naturschutzbundes (Nabu) war gleich mit zwei Ständen vertreten, die beide stark frequentiert waren. Der Ranger Herbert Schnabel erläuterte Wissenswertes über Pilze des Waldes. Der andere Stand wurde von Valentin betreut. Der Schüler informierte die Besucher routiniert über die Aufgaben der Naturschutzorganisation, und wo sie überall ihren Wirkungskreis hat.

Jana-Eva Scholz aus Wittichenau freute sich, dass sie auf dem Erntedank- und Kirmesmarkt aus einem so breiten Angebot frischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse auswählen konnte. Verschiedenste Backwaren, Knacker aus Büffelfleisch oder Honig mit dem Aroma von Feigen und Erdbeeren gab es zu entdecken. Auch Lausitzer Glaskunst fand Bewunderer, genauso wie Korbmacherwaren und anderes Lausitzer Handwerk.