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Wo das Schloss einst stand, wacht heute die Jagdgöttin "Diana"

Jagdgöttin "Diana", hier mit einer Deutschland-Fahne, die wahrscheinlich von der jüngsten Fußball-EM herrührt, markiert den Standort des einstigen Schlosses.
Jagdgöttin "Diana", hier mit einer Deutschland-Fahne, die wahrscheinlich von der jüngsten Fußball-EM herrührt, markiert den Standort des einstigen Schlosses. FOTO: amz1
Hermsdorf (Spree). In Hermsdorf (Spree) erinnert die Jagdgöttin "Diana" mit einem inzwischen stark löchrigen Hirsch an das ehemalige Schlossensemble. In der Heimatstube der Familie Trentsch gibt es spannende Einblicke in die Geschichte von Schloss und Dorf. amz1

Es ist schon verrückt mit den zwei Oberlausitzer Hermsdörfern: In beiden Orten gab es einst jeweils ein Schloss. Heute existiert weder das eine noch das andere. Während in Hermsdorf bei Ruhland das Schlossensemble bereits am Ende des Zweiten Weltkrieges vernichtet wurde, durfte sein Pendant in Hermsdorf (Spree) ein paar Jahrzehnte länger bestehen. Um genau zu sein: bis zum Jahr 1979. Damals wurde der stark baufällige Komplex gesprengt. Heute markiert ein Denkmal den gewesenen Standort. Und zwar Jagdgöttin "Diana" mit einem inzwischen stark löchrigen Hirsch. Das Duo befand sich einst einen Steinwurf weiter entfernt und wurde nach dem Ende des Schlosses an den heutigen Standort versetzt. Der "schwer verletzte" Hirsch müsste indes dringend saniert werden.

Heimatstube gibt Einblicke

Wer mehr zur Geschichte von Schloss und Dorf wissen will, sollte sich gleich nebenan in der Heimatstube von Familie Trentsch anmelden. Im schmucken Fachwerkgebäude der früheren Oberförsterei gibt es zahlreiche Aufnahmen des Ensembles zu sehen, ebenso Relikte der einstigen Holzwasserleitung, die das Schloss mit dem lebenswichtigen Nass versorgte. Die Heimatstube ist seit Kurzem über eine neue Telefonnummer (035724 568143) erreichbar.

Übrigens: Im Jahr 2019 können die Hermsdorfer die 600.Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung ihres Ortes feiern. Mehrere adlige Familien lebten einst dort. Letzter Besitzer bis 1945 war der Leipziger Oberbürgermeister Julius Freiherr von Apel.

Kastanienweg führt zur "Diana"

Vom "Diana"-Denkmal, das am besten über den Kastanienweg oder die Eichenallee erreicht werden kann, führt ab dem benachbarten Jugendklub ein reizvoller Weg nach Süden. Dieser wird von riesigen Kiefern und Lärchen flankiert. Ebenso wachsen dort für die Teichlausitz eher untypische Fichten und Rotbuchen. Eine besonders mächtige Kiefer ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Gebiet ist geschützt

Darüber hinaus gibt es in der Aue der Kleine Spree bei Hermsdorf den Heik- und den Strowenzbruch, die sich durch ihre Fichten-Erlen-Bruchwälder auszeichnen. Der Großteil dieses Gebietes gehört zur Kernzone des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Ein Betreten ist verboten.

Darüber hinaus kann Hermsdorf mit einem der wichtigsten Niedermoore der Oberlausitz auftrumpfen. Konkret handelt es sich um die sogenannte Jesorwiese südwestlich des Dorfes.