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Wittichenau vor 525 Jahren erstmals genannt

Hoyerswerda. Das Jahr 2017 wird in erster Linie durch das Jubiläum "500 Jahre Reformation" geprägt sein. Doch auch in der Region Hoyerswerda gibt es eine ganze Anzahl verschiedener Jahrestage. amz1

Das fängt bei den alten Hoyerswerdaer Kreisen an. Im Sommer 1952, vor 65 Jahren, wurde der Landkreis Hoyerswerda im Zuge der DDR-Verwaltungsreform aufgelöst. Zeitgleich entstand der Kreis Hoyerswerda, allerdings wesentlich kleiner als sein Vorgänger. Umfasste der Landkreis noch 869 Quadratkilometer, waren es ab 1952 lediglich 668 Quadratkilometer. Die einstmals westlichen Teile um Ruhland wurden dem ebenfalls neu entstandenen Kreis Senftenberg zugeordnet.

Eingemeindet

Am Neujahrstag vor 60 Jahren erfolgte die Eingliederung der vormals selbstständigen Orte Kühnicht und Klein Neida in die Stadt Hoyerswerda.

Im Juni 1957 begann der Aufbau der Hoyerswerdaer Neustadt östlich der Schwarzen Elster. Zunächst sollten sieben Wohnkomplexe (WK) und ein neues Stadtzentrum errichtet werden. Schließlich wurden sogar zehn WK gebaut.

Vor einem Vierteljahrhundert erhielt die Hoyerswerdaer Lausitzhalle ihren heutigen Namen. Zuvor hieß sie Haus der Berg- und Energiearbeiter, kurz HBE. Am 3. Januar jährt sich die Grundsteinlegung zum 40. Mal. Die Einweihung fand allerdings erst am 7. Oktober 1985 statt.

Am Neujahrstag 2017 ist Brieschko seit 60 Jahren Stadtteil von Wittichenau. Am 14. Dezember 1927 wurde Günter Särchen in Wittichenau geboren (gestorben 2004), der sich vor allem im Rahmen der deutsch-polnischen Aussöhnung einen Namen machte. Er ist Wittichenauer Ehrenbürger.

Neujahr 1997 wurde Großgrabe nach Bernsdorf eingemeindet, genau zehn Jahre später auch Straßgräbchen. Seit fünf Jahren ist auch Wiednitz Teil des Oberlausitzer Industriestädtchens.

Aufgebaut und abgerissen

Seit genau einem Jahrzehnt gehören Leippe, Torno und Johannisthal zur Stadt Lauta. Ebenfalls 2007 wurde das Lautaer Schwimmbad komplett abgerissen. Vor 75 Jahren erfolgte die Einweihung der Lautaer Schule (heute Mittelschule). Das größte Jubiläum betrifft den Betrieb, der den Ort einst weltberühmt machte: Vor 100 Jahren (31. März 1917) begann der Aufbau des Lautawerkes durch die Vereinigten Aluminiumwerke. Nach der politischen Wende wurde der Komplex komplett stillgelegt und später abgerissen. Heute kündet noch der Wasserturm vom einstigen Ausgangspunkt der Industrialisierung dieser vormals abgelegenen Heidegegend. Nach wie vor Bestand hat dagegen die ebenfalls ab 1917 entstandene Gartenstadt Lauta-Nord.

Vor 225 Jahren wurde an die Geierswalder Kirche der Turm angebaut. Aufgrund der Auswirkungen des Braunkohlenbergbaus steht er heute schräg, gilt als "schiefer Turm des Seenlandes". Vor 40 Jahren wurde der Tagebau Koschen stillgelegt. Heute erstreckt sich dort der Geierswalder See.

Anfang 1937 ist das Dörfchen Zerre in Spreetal umbenannt worden. Im Mai 1945 erfolgte die Rückbenennung. Vor 60 Jahren wurde der Sportplatz in Spreetal eingeweiht. Arbeiter des Gaskombinates Schwarze Pumpe hatten ihn errichtet. Vor 25 Jahren erhielt Neustadt (Spree) einen Glockenstuhl. Die Glockenweihe fand am 25. Oktober 1992 statt.

Seit 15 Jahren gibt es den Lippener Rundwanderweg. Er gliedert sich in die Abschnitte Natur, Landwirtschaft, Bergbau sowie in einen Sinnespfad.

Die urkundliche Ersterwähnung von Weißkollm vor 525 Jahren können die Einwohner anno 2017 feiern. Weniger schön ist das Jubiläum 70 Jahre Schlossabriss Weißkollm.

Abgebaggert

Darüber hinaus jähren sich in den kommenden zwölf Monaten mehrere Devastierungen kompletter Dörfer für den Braunkohlenbergbau. So verschwand vor 30 Jahren das Dörfchen Scheibe. Vor 65 Jahren traf es Neida wegen des Tagebaus Glückauf II. Ebenfalls 1952 musste ein Teil der Sabrodter Ausbauten für den Tagebau Spreetal weichen.