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Wittichenau setzt Fokus auf Hort und Kita

Der Wittichenauer Bürgermeister Markus Posch an seinem Arbeitsplatz im Rathaus.
Der Wittichenauer Bürgermeister Markus Posch an seinem Arbeitsplatz im Rathaus. FOTO: Würz
Wittichenau. Was waren die Tops und was waren die Flops von 2016? Was kommt im nächsten Jahr auf die Städte und Gemeinden zu? Die Bürgermeister aus der Region blicken in der RUNDSCHAU zurück und voraus. Heute: Bürgermeister Markus Posch (CDU) aus Wittichenau. Catrin Würz

Zum Top-Ereignis 2016 befragt, muss der Wittichenauer Rathaus-Chef Markus Posch nicht lange überlegen. Für ihn ist das im Jahr 2016 das Krabat-Fest gewesen. "Daran werden sich viele noch in 20 Jahren erinnern", ist er im RUNDSCHAU-Gespräch überzeugt. Drei Tage lang sei die Stadt voll gewesen von fröhlichen und friedlich feiernden Menschen. Nach dem Fest habe es viel Lob und Anerkennung von allen Seiten gegeben. "Da haben sich die enormen Anstrengungen und die Mühe auch gelohnt", so sein Fazit.

Denn: Die Stadt hatte viel Kraft in die fast ein Jahr dauernden Vorbereitungen investiert. Die Verwaltung, der Bauhof, eine große Zahl der Vereine und Einrichtungen sowie viele ehrenamtliche Helfer hatten sich eingebracht. "Ihnen gebührt ein großer Dank", so Posch. Auch finanziell sei das Fest dank europäischer Fördermittel realisierbar gewesen. Vom Etat in Höhe von 55 000 Euro hatte die Stadt ein Viertel als Eigenanteil zu tragen.

"Mehrfach haben mich Bürger gefragt, ob wir das jetzt nicht jedes Jahr machen könnten", erzählt der Rathaus-Chef schmunzelnd. Aber das würde weit über die Kraft und die Finanzressourcen der Stadt hinausgehen, ist seine Antwort. "Und mit dem Karneval haben wir ja schon ein jährliches Großereignis in unserer Stadt." Allerdings kann sich der Bürgermeister vorstellen, dass sich Wittichenau in ein paar Jahren erneut als Ausrichter für das Krabat-Fest bewirbt.

Weitere Tops und Erfolge
Ein schöner Erfolg ist für Markus Posch, dass nun bereits der dritte Bauabschnitt für das Wohngebiet "Am Schützenplatz" eröffnet werden konnte. Die Nachfrage nach Bauland in Wittichenau - auch von vielen jungen Familien - reißt nicht ab. Im August wurde deshalb für die Erschließung von 41 weiteren Eigenheim-Parzellen der erste Spatenstich gesetzt. In den nächsten Monaten sollen dort bereits die neuen Häuser in die Höhe wachsen. "Wir sind glücklich darüber, dass sich auch viele Familien mit Kindern entscheiden, in unserer Stadt zu leben. Wir wissen, dass nicht jede Kommune dieses Glück hat", sagt er. An den guten Bedingungen für junge Familien wolle die Stadt auch weiterhin arbeiten.

In diese Kategorie gehört auch die im vergangenen Sommer gestartete Sanierung der Grundschule Wittichenau. Während der Sommerferien sind dort für rund 240 000 Euro die Elektrik und die Brandschutztechnik komplett erneuert worden. Für die Bauarbeiten war es nötig, im Schulhaus schon vor dem Beginn der Ferien Baufreiheit zu schaffen. "Es war schön zu sehen, wie Lehrer, Eltern, Schüler und viele Partner in der Stadt mitgezogen haben, dass der Unterricht für drei Wochen aus der Schule ausgelagert werden konnte. Das Ganze war von viel Gemeinsinn und Verständnis der Eltern geprägt", freut sich Markus Posch.

Die Sanierung der Grundschule soll in den kommenden beiden Jahren in weiteren Jahresscheiben fortgesetzt werden. Für den Sommer 2017 ist der Innenausbau voraussichtlich mit Decken, Fußböden, Schallschutz, Sanitär- und Heizung geplant. 2018 soll der Ausbau des Daches erfolgen.

Was war 2016 ein Flop?
Markus Posch. "So etwas wie einen Flop kann ich für 2016 für unsere Stadt nicht sehen."

Was wird 2017 wichtig?
Im vergangenen Jahr hat die Stadt Wittichenau einige strategische Entscheidungen getroffen, die weit in die Zukunft ausstrahlen werden. So zum Beispiel für den Neubau eines Kindergartens auf einem Areal am Malteserstift St. Adalbert. Das wird eine Vier-Millionen-Euro-Investition sein. Die Kommune hat bereits das Grundstück erworben, die Planungen für das Gebäude, das den Kindergarten im Jakubetzstift ersetzen wird, müssen nun europaweit ausgeschrieben werden. Mit dem Neubau wird die Kapazität der Einrichtung von jetzt 140 Plätze um 60 bis 80 Plätze erweitert. Das ist nötig, weil die Zahl an Kita-Plätzen in der Stadt inzwischen nicht mehr ausreichend ist.

Ebenfalls eine wegweisende Entscheidung war jene, im "Alten Bahnhof" der Stadt den Schulhort zu etablieren. Bereits im Januar soll der Ausbau der Räume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss starten. "Nach den großen Ferien soll im nächsten Schuljahr beides schon nutzbar sein", kündigt der Bürgermeister an. In einem weiteren Bauabschnitt soll später auch noch das Dachgeschoss ausgebaut werden. 120 Hortplätze sollen insgesamt im Alten Bahnhof entstehen - damit soll Betreuungssicherheit im Hortbereich für die nächsten zehn Jahre geschaffen werden. Die Entscheidung zum Ausbau des "Alten Bahnhofes" war 2016 recht überraschend gefallen, nachdem der dort tätige Gastwirt kurzfristig seinen Mietvertrag gekündigt hatte.

Wichtig für 2017 ist in Markus Poschs Augen ebenfalls: Wie wird sich die Nachbargemeinde Oßling zum Thema Eingemeindung entscheiden? "Wir haben unser Interesse in Oßling bekundet. Wir haben den dort handelnden Personen erklärt, dass wir dem Thema offen gegenüber stehen", so der Wittichenauer Rathauschef. Mehr könne man jetzt nicht tun, denn die Entscheidung liegt bei den Oßlingern selbst.