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Wittichenau hat sein Bahnhofsmuseum

Prominente Besucher bei Museumschef Peter Popella (2.v.r.): Ministerpräsident Stanislaw Tillich (3.v.l.) und Bundestagsmitglied Maria Michalk (r.) waren jüngst neben der Horteinweihung auch im Bahnhofsmuseum zu Gast.
Prominente Besucher bei Museumschef Peter Popella (2.v.r.): Ministerpräsident Stanislaw Tillich (3.v.l.) und Bundestagsmitglied Maria Michalk (r.) waren jüngst neben der Horteinweihung auch im Bahnhofsmuseum zu Gast. FOTO: Sascha Klein
Wittichenau. In dem einstigen Eisenbahnwaggon vor dem Alten Bahnhof in Wittichenau ist mächtig etwas los. Auf den Schienen surren die Züge in der Größe H0 hin und her – sogar Licht ist im Alten Bahnhof, der detailgetreu nachgebaut ist. Sascha Klein

Überall an den Wänden sind Reliquien aus der Historie des Bahnverkehrs von und nach Wittichenau. Foto reihen sich an Streckenpläne - Informationen, so weit das Auge reicht.

Und mittendrin, da steht Peter Popella und schaut zufrieden auf das, was er mit seinem Freund Dieter Wersch dort geschaffen hat. Der gesamte Eisenbahnwaggon ist eine liebevolle und detailreiche Zusammenfassung von dem, was Eisenbahn in Wittichenau über viele Jahrzehnte ausgemacht hat. "Mit den Zeichnungen und Fotos will ich die Geschichte erhalten", sagt er. Das halbe Bahnabteil ist mir Sitzen eingerichtet, sodass sich dort Interessierte auch treffen können. Zum ersten Mal soll das am 17. August genutzt werden. Dann steht ein Eisenbahnseniorentreff auf dem Programm.

Die Geschichte des Personenverkehrs per Bahn dauerte in Wittichenau genau 60 Jahre. Im Jahr 1908 ist der Bahnhof - seit gestern Sitz des Hortes des CSB - eingeweiht worden. Wittichenau war am Anfang des vergangenen Jahrhunderts eine Vieh- und Händlerstadt. Durch den Bahnanschluss ist es möglich geworden, seine Waren auch auf weiter entfernten Märkten anzubieten. Im Jahr 1968 ist der Personenverkehr dann eingestellt worden. Gefahren seien dann noch die Schotterwagen von Dubring nach Wittichenau.

Peter Popella hat überall nach Überbleibseln der Bahn in Wittichenau gesucht. Eine Lampe habe er von Eisenbahnern bekommen. Die habe in einer Sauna in Maukendorf gehangen. Auch mehrere Uniformen hat er zusammengetragen. Dafür hat das Modehaus Graf eine Puppe gesponsert, damit die Unform in der Ausstellung auch ordentlich zur Geltung kommt.

Eine wahre Meisterleistung hat jedoch Künstler und Modellbahn-Fan Dieter Wersch hingelegt. Er hat eine Miniaturversion der Wittichenauer Bahnhofsanlagen anhand eines alten Fotos nachempfunden. In wochenlanger Kleinstarbeit hat er Gebäude gebaut und die Anlage so gestaltet, dass sie dem Original nahekommt. Dabei arbeiten Popella und Wersch ganz eng zusammen. "Er kommt auf Ideen und bei mir wird es immer mehr", sagt Wersch über Popella und lacht. Dieter Wersch hat zu Hause selbst eine Modellbahn und ist froh über diese Aufgabe. Seit etwa einem Dreivierteljahr steht die Anlage nun in dem neuen Bahnhofsmuseum - und wird stetig erweitert. Einen Clou planen die beiden Eisenbahnfreunde noch: Es soll einen Schienenstrang durch den gesamten Waggon geben.

Das neue Bahnhofsmuseum soll jeden zweiten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. Zudem bietet Peter Popella Termine je nach Absprache an. Er ist für Nachfragen unter der Nummer: 0177 761 48 77 erreichbar.