Als Beigeordneter habe er weder über bestimmte Asylbewerber, noch über das Steinhaus oder das Asylbewerberheim Spreehotel verhandelt, so Witschas weiter. Er habe auch keine vertraulichen Daten an Wruck weitergegeben.

Witschas' Gespräch mit der örtlichen NPD-Größe hatte bei den anderen Parteien im Landkreis für Empörung gesorgt. Die SPD-Bundestagskandidatin Uta Strewe hatte betont, Witschas' Schritt sei völlig inakzeptabel. Sie warf dem Lohsaer vor, er habe vertrauliche Informationen an den NPD-Mann weitergegeben und das weitere Vorgehen in Bezug auf einen Asylbewerber mit Wruck besprochen.

Noch deutlicher wurde die Bautzener Linken-Kreisvorsitzende Marion Junge: "Wer auf dem rechten Auge blind ist, braucht sich über die Auswüchse rechter Gewalt in Bautzen und anderswo nicht zu wundern." Sie wirft Witschas vor, sich lieber mit dem NPD-Kreischef als mit den betroffenen Ausländern zu unterhalten.

Grünen-Bundestagskandidat Jens Bitzka aus Lauta fordert sogar den Rücktritt des stellvertretenden Landrats: "Witschas' Verhalten fügt der Stadt Bautzen und der Demokratie einen schweren Schaden zu. Sein Rücktritt ist unumgänglich." Die Region Bautzen habe ein Problem mit organisierten Neonazis, so Bitzka weiter. Es gelte, Neonazis und Gewalt zurückzuweisen und Hetzern nicht auch noch die Hand zu reichen.

Udo Witschas betont indes, er habe Probleme mit rechten Strukturen nie negiert. Es sei offensichtlich, dass der Landkreis Bautzen ein Problem mit rechtsextremen Straftätern habe. Laut Verfassungsschutzbericht 2016 gebe es im Durchschnitt aber im Kreis Bautzen nicht mehr rechte Straftaten als anderswo in Sachsen.

Wie Witschas laut seiner Stellungnahme weiter betont, will er "nach den Irritationen" weiterhin das Gespräch mit Vertretern suchen, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen.