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| 13:04 Uhr

Kamenzer Museumsprojekt
Schüler erleben Wissenschaft als erlebnisreiches Abenteuer

Herstellung von Glasperlen in traditioneller Technik ist ein pädagogisches Angebot im Museum der Westlausitz.
Herstellung von Glasperlen in traditioneller Technik ist ein pädagogisches Angebot im Museum der Westlausitz. FOTO: Anja Kaltofen
Kamenz. Das Museum der Westlausitz in Kamenz startet mit polnischen Partnern ein dreijähriges EU-Bildungsprojekt.

Museen im sächsisch-polnischen Grenzraum wollen sich künftig verstärkt als Lernorte für Schüler profilieren, informiert der Sprecher des Museums der Westlausitz in Kamenz, Bodo Plesky. Das Museum habe dafür mit polnischen Partnern das von der EU geförderte Projekt „Wissenschaft als Abenteuer“ gestartet. Es verfüge für drei Jahre über ein Gesamtbudget von knapp 1,046 Millionen Euro. Davon steuere die EU fast 889 000 Euro bei. Sie stammten aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung innerhalb des Kooperationsprogramms Interreg Polen – Sachsen 2014 bis 2020.

Neben dem Lead-Partner in Kamenz sind auf polnischer Seite das Lausitzer Museum in Zgorzelec und das Keramikmuseum in Bolesławiec (Bunzlau) beteiligt. Die Einrichtungen konzipieren lehrplanorientierte und fächerübergreifende deutsch-polnische Bildungsprogramme. Im Vordergrund stehe die erlebnisreiche Vermittlung naturwissenschaftlich-technischer Inhalte, heißt es weiter.

Im Museum der Westlausitz sind die ständig wechselnden Sonderausstellungen zu Biologie, Geologie und Archäologie Anknüpfungspunkte für die Bildungsprogramme. Für Anfang 2020, so Bodo Plesky, ist eine Archäologieausstellung zu den „Frühen Bauern in der Oberlausitz“ geplant.

Die Begleitprogramme verbinden aktives Erleben mit Themen des Lehrplans. Genauso werden experimentelle Archäologie, Archäohandwerk und naturwissenschaftliche Analyseverfahren eine Brücke zwischen MINT-Fächern (Unterrichtsfächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und Kulturgeschichte schlagen. Innerhalb des Projektes steht allein dem Museum der Westlausitz als Lead-Partner ein Budget von mehr als 860 000 Euro zur Verfügung. Der EU-Anteil daran liegt bei gut 731 000 Euro.

Mit drei zusätzlichen Personalstellen wird das Museumsteam für die Umsetzung der Aufgaben bis zum 30. Juni 2021 verstärkt. Die neuen Angebote sollen gemeinsam mit Schulen der Region praktisch erprobt werden.

Museumsleiterin Friederike Koch-Heinrichs sagt zum Projektstart: „Außerschulische Lernorte sind wichtige Bausteine einer modernen Bildungslandschaft. Doch werden auf den Lehrplan abgestimmte Bildungsprogramme erst vereinzelt von Museen angeboten. Eine große Lücke besteht im MINT-Bereich, der für dringend benötigte Fachkräfte in den Zukunftsbranchen wichtig ist.“

Deutsch-polnische Begleitmaterialien – darunter zweisprachige Flyer, Audioguides, interaktive Ausstellungsmodule sowie didaktische Leitfäden – stellen auch nach Projektende die Weiterführung der Bildungsangebote sicher. Zudem sollen langfristige grenzüberschreitende Kooperationen aufgebaut werden.

www.museum-westlausitz.de

(red/br)