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Bergen
Leuchten-Hersteller baut um

Björn Erik Duhme, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ludwig Leuchten, steht vor der Laser-Stanzmaschine des Unternehmens am Standort Bergen. Der Mittelständler ist dabei, seine Produktion von Mering in Bayern nach Bergen (Kreis Bautzen) zu verlagern.
Björn Erik Duhme, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ludwig Leuchten, steht vor der Laser-Stanzmaschine des Unternehmens am Standort Bergen. Der Mittelständler ist dabei, seine Produktion von Mering in Bayern nach Bergen (Kreis Bautzen) zu verlagern. FOTO: Sascha Klein / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bergen . Ludwig Leuchten konzentriert seine Produktion ab 2018 im Gewerbegebiet Neuwiese/Bergen. Einige Maschinen sind bereits umgezogen. Nun sucht das Unternehmen noch Fachkräfte. Von Sascha Klein

Viele Aufträge, viel Material in den Hallen – dazu ein Umbau innerhalb der Produktion: Bei Ludwig Leuchten im Gewerbegebiet Neuwiese/Bergen hat sich in den vergangenen drei Monaten viel verändert. Und noch ist der firmeninterne Umbau nicht abgeschlossen. Im Sommer dieses Jahres hat das Unternehmen entschieden, seine komplette Leuchten-Produktion in der Lausitz zu konzentrieren. Inzwischen sind einige Maschinen von der Zentrale im bayerischen Mering bei Augsburg nach Bergen umgesetzt worden.

Björn Erik Duhme steht vor solch einem Gerät: der Laser-Stanzmaschine. „Das war bisher unsere größte Herausforderung“, sagt das Mitglied der Geschäftsleitung. Abbau in Mering, Transport in die Lausitz, aufbauen, justieren: Das Gerät läuft teils vollautomatisch. Er hebt ein großes Blech von der Maschine, es ist voller Löcher. Diese Metallteile hat das Gerät ausgestanzt - zur Weiterverarbeitung. In einem anderen Werkraum steht jetzt eine zweite Kantmaschine, so langsam bekommt alles seinen Platz in den großen Werkhallen des Leuchtenherstellers in Bergen.

„Der Umzug ist zu 70 bis 80 Prozent geschafft“, schätzt Duhme ein. Demnächst kommen zum Beispiel noch spezielle kupferne Schweißtische. Sie werden zurzeit noch in Mering genutzt. Eigentlich hatte Ludwig Leuchten geplant, die Produktion am Stammsitz zum Jahresende einzustellen. Diesen Termin wird das Unternehmen nicht ganz halten können. Die Blechverarbeitung läuft bis Jahresende in Schwaben, die Montage voraussichtlich bis März, sagt Duhme, der Leiter Produktion bei Ludwig Leuchten ist. Dann ist Schluss in Mering und der Umzug nach Bergen endgültig geschafft. Am Firmensitz bleiben Verwaltung, Vertrieb, Innendienst, Produktentwicklung und Konstruktion.

Ein Spezialgebiet von Ludwig Leuchten: Oberflächenkontrollleuchten für die Automobilindustrie. Diese Produkte bringen einen großen Teil des Umsatzes. Die speziellen Leuchten, mehrere Meter breit und rund drei Meter hoch, zeigen Lackschäden bei Autos an. Stark im Kommen seien auch Reinraumleuchten für Krankenhäuser, die Pharma- und Chemieindustrie, betont Björn Erik Duhme. Ludwig Leuchten produziert zudem verschiedenste Lichtlösungen für Bürogebäude, Industrie, Gewerbe und Schulen und realisiert Großprojekte mit komplexen Sonderleuchten wie am Münchner Flughafen.

Nach der Restrukturierung findet die komplette Produktion in Bergen statt. Für die Mitarbeiter sei das eine große Umstellung, sagt Duhme. Denn manche Modelle, die seit vielen Jahren in Mering hergestellt werden, sind für die Bergener neu. Das bedeutet: Die Angestellten in der Lausitz müssen sich erst einmal auf die gestiegene Produktvielfalt einstellen. Björn Erik Duhme ist jedoch guter Dinge, dass das schnell funktioniert. Den etwa 70 Angestellten, die zurzeit in Bergen tätig sind, zollt er großes Lob. „Wir haben zurzeit viele Aufträge. Die Mitarbeiter ziehen in dieser besonderen Umbruchphase sehr gut mit und sind bereit, Überstunden zu leisten und auch einmal am Samstag zu arbeiten“, sagt Duhme.

Das Besondere am Standort in Bergen: Ludwig Leuchten kooperiert mit den Lausitzer Werkstätten und beschäftigt rund 60 Menschen mit Behinderungen. Sie werden, je nach Grad ihrer Beeinträchtigung eingesetzt. Zukünftig könnte diese Kooperation noch intensiviert werden, sagt der Produktionsleiter. Darüber werde jedoch erst gesprochen, wenn der Umzug komplett vollzogen ist.

Von welcher Herausforderung Ludwig Leuchten zurzeit steht: Das Unternehmen sucht – sechs neue Mitarbeiter seien bereits eingestellt worden – weiterhin nach Fachkräften. Zurzeit findet es jedoch in der Region keine. „Wir brauchen Maschinenbediener mit CNC-Erfahrung, Montagekräfte mit elektrischen Kenntnissen und Lagerkräfte“, sagt Björn Erik Duhme. Obwohl die Zusammenarbeit mit Agentur für Arbeit und Jobcenter in der Region sehr gut sei, habe das Unternehmen noch nicht die passenden Mitarbeiter gefunden. Deshalb habe Ludwig Leuchten einige Fertigungsschritte bereits ausgelagert, unter anderem an eine Firma im nahen Schwepnitz. „Wir suchen ungefähr noch zehn bis zwölf Mitarbeiter“, betont Duhme.