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Oberlausitz
Leichter Anstieg bei Arbeitslosigkeit

Bautzen. Die Gründe sind saisonbedingt. Derzeit sind 19 400 Menschen im Bereich Bautzen betroffen.

(red/cw) Ein Trend gegen den Trend: Im November ist die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Agentur für Arbeit Bautzen gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. Gegenwärtig sind dort 19 420 Menschen als arbeitslos gemeldet, knapp 50 mehr als im Vormonat - aber über 2090 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg ganz leicht auf derzeit 6,9 Prozent an.

Als Gründe für den leichten Anstieg werden vor allem zwei genannt: Zum einen befinden sich aktuell 13 Prozent weniger Teilnehmer in Arbeitsgelegenheiten der Jobcenter, beispielsweise in Ein-Euro-Jobs. Zum anderen melden sich Menschen aus witterungsabhängigen Berufen derezit saisonbedingt arbeitslos. Wobei deren Zahl im Vergleich zur Vergangenheit sehr überschaubar ist, erklärt die Bautzener Arbeitsagentur. „Wir machen zunehmend die Erfahrung, dass viele Betriebe ihre Fachkräfte halten und auf saisonbedingte Kündigungen verzichten“, erklärt Thomas Berndt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen. Betriebe der Bauwirtschaft können beispielsweise über Saison-Kurzarbeitergeld die Arbeitslosigkeit ihrer Beschäftigten vermeiden.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hält konstant an. Im November akquirierte der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 894 freie Stellen. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber dem Vormonat, ist jedoch einer besonders hohen Nachfrage im Oktober 2017 geschuldet. Damals wurde im Raum Radeberg eine besonders hohe Zahl von Mitarbeitern - rund 190 - im Bereich der Post-, Kurier- und Expressdienste gesucht. Im November pendelte sich das hingegen wieder auf das normale Niveau ein. Abflauend ist auch gerade die Arbeitskräftenachfrage im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Insgesamt könne die Arbeitsagentur Bautzen derzeit 4551 freie Arbeitsstellen vermitteln. Das ist ein Minus von 101 Stellen gegenüber Oktober - jedoch ein Plus von 785 Stellen im Vergleich zu November des Vorjahres.

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (1202) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (887), dem Gesundheits- und Sozialwesen (437), dem Bereich Verkehr und Lagerei (405) sowie dem Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (368).