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Hoyerswerda
Lautaer Glasvitrinen gehen auf Welttour

Baufortschrittskontrolle in Bischkek: Uwe Reier (v.r.) trifft den kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew. Die Zusammenarbeit mit den kirgisischen Fachleuten lief laut Reier stets „ausgezeichnet“. Jedes Problem konnte bewältigt werden. Im April 2017 fanden die ersten Projektgespräche statt.
Baufortschrittskontrolle in Bischkek: Uwe Reier (v.r.) trifft den kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew. Die Zusammenarbeit mit den kirgisischen Fachleuten lief laut Reier stets „ausgezeichnet“. Jedes Problem konnte bewältigt werden. Im April 2017 fanden die ersten Projektgespräche statt. FOTO: Reier GmbH
Lauta/Bischkek. Die Firma Reier schließt in Mittelasien ihr bisher größtes Projekt der Unternehmensgeschichte ab.

Von Anja Hummel

Es ist Zeit zum Jubeln im Hause Reier. Nicht nur, weil der 30. Firmengeburtstag kurz bevorsteht. Sondern auch, weil das Lautaer Vitrinen- und Glasbauunternehmen in den kommenden Tagen den größten Auftrag der Firmengeschichte abschließen wird.

Der Chef selbst feiert allerdings nicht mit. Zumindest nicht in der Heimat. Denn Uwe Reier ist derzeit im 6000 Kilometer entfernten Bischkek  unterwegs. Kein Wunder, ist doch der Grund des Jubels in der Hauptstadt Kirgisiens zuhause. Seit Ende Juli dieses Jahres produziert die Reier GmbH für das kirgisische Nationalmuseum 311 Glasvitrinen, die bis zu drei Meter hoch sind. Allein 36 Sattelschlepper fuhren dafür von Lauta in Richtung Bischkek, um alle Museumstechniken – von den Vitrinen bis hin zur Deckenbeleuchtung – vor Ort anzuliefern


Das kirgisische Nationalmuseum wird mit mehr als 300 Glasvitrinen der Lautaer Firma Reier ausgestattet.
Das kirgisische Nationalmuseum wird mit mehr als 300 Glasvitrinen der Lautaer Firma Reier ausgestattet. FOTO: Reier GmbH

„Für unser Unternehmen bedeutet dieser Großauftrag womöglich weitere Aufträge von der kirgisischen Regierung“, sagt Firmenchef Uwe Reier. Außerdem hofft er auf die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und damit auch auf Aufträge aus den umliegenden Republiken wie Kasachstan oder Usbekistan. „Diese Aufträge sind Grundvoraussetzung für stabile Arbeitsplätze und die regelmäßige Beauftragung regionaler Firmen“, sagt der Chef. Allein für den aktuellen Großauftrag in Kirgisistan hat das Unternehmen zahlreiche Firmen aus der Region – von Hoyerswerda über Lauta, Torno und Nardt bis Königswartha – mit ins Boot geholt. Denn der Vitrinenbau macht nur einen Teil der Auftragssumme von neun Millionen Euro aus. Architekten, Lichtdesigner, Mediengestalter und Innenausbaufirmen sorgen unter anderem für das Rundumpaket in Sachen qualitativer Museumseinrichtung.

Bevor es zur historischen Vertragsunterzeichnung kam, waren unzählige Absprachen zu treffen. Mitte Juni besuchte die persönliche Beraterin des kirgisischen Präsidenten den Firmenstandort in Lauta. Per Telefon bestätigte sie dem Präsidenten, dass der Ausführung des Mammutprojektes nichts im Weg stehe. Damit war der Neun-Millionen-Euro-Auftrag beschlossene Sache. Für Ende November steht nun die Eröffnung des Nationalmuseums in Bischkek durch den Landespräsidenten an. „Aufgrund des gesamten Leistungsumfanges würde solch ein Museumsausstattungsprojekt unter normalen Umständen mindestens zwei Jahre dauern“, betont Uwe Reier. Tatsächlich wird es nun innerhalb von sieben Monaten abgeschlossen sein. Daraus lässt sich das Maß der Anstrengungen nur erahnen.

Im Jahr 1988 gründete Volker Reier das Unternehmen als Einzelbetrieb. Heute, fast 30 Jahre später, ist aus dem Familienbetrieb ein mittelständisches Unternehmen mit Projekten in aller Welt gewachsen. 100 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Auf die Frage nach dem Reier’schen Erfolgsrezept antwortet der Chef knapp: „Konsequentes Arbeiten, ständige Weiterentwicklung, Innovationen und weltoffenes Denken.“

Zu sehen sein werden in den 311 Lautaer Vitrinen im Nationalmuseum geknüpfte Teppiche, Waffen, Musikinstrumente, Gold- und Silberschmuck – eben alles, was die komplexe Kultur und Geschichte Kirgisistans veranschaulicht. Uwe Reier war bereits vor drei Jahren zum ersten Mal in dem zentralasiatischen Land. „Besonders beeindrucken mich die Wärme und Herzlichkeit der Menschen und die sehr angenehme Zusammenarbeit“, resümiert er. Für ihn ist Kirgisistan ein Land im Umbruch, auf dem Pfad der Findung. „Deutlich sieht man die Bemühungen, das Land in ein modernes Zeitalter zu führen“, so Reier.

Auch für das Jahr 2018 ist das Auftragsbuch der Reier GmbH bereits gut gefüllt. Erst vor wenigen Tagen erhielt die Firma einen weiteren millionenschweren Auftrag zur Lieferung von Großvitrinen an das Nationalmuseum des Emirates Katar.