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| 17:13 Uhr

Lauta
Das Gesamtbild macht den Erfolg

Prokuristin Christiane Düffort und Birgit Nikol von der Reier GmbH mitten in einer der vielen Produktionshallen, in der die Glasschaukästen unter anderem auch für den Großauftrag in Katar gebaut werden.
Prokuristin Christiane Düffort und Birgit Nikol von der Reier GmbH mitten in einer der vielen Produktionshallen, in der die Glasschaukästen unter anderem auch für den Großauftrag in Katar gebaut werden. FOTO: LR / Anja Hummel
Lauta. Die Reier GmbH aus Lauta ist Anwärter auf den „Großen Preis des Mittelstands 2018“. Von Anja Hummel

Wer durch den Eingangsbereich des Lautaer Unternehmens schlendert, sieht jede Menge davon: Patente, Zertifikate und vor allem – gläserne Schaukästen in allen Varianten. Im September könnte dort eine ganz besondere Auszeichnung ihren Platz finden. Die Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH aus Lauta ist für den „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert.

Bereits seit 1995 wird der Preis der Oskar-Patzelt-Stiftung bundesweit ausgelobt. Das Lautaer Unternehmen ist zum ersten Mal im Rennen. Dank der Agentur für Arbeit, dem Landkreis Bautzen sowie der Stadt Lauta. Von ihnen ist das Unternehmen für den Preis vorgeschlagen worden. „Natürlich haben wir uns sehr darüber gefreut“, sagt Prokuristin Christiane Düffort. „Das zeigt einfach, dass unsere Arbeit in der Region wahrgenommen wird.“ Ihren Umsatz macht die Reier GmbH mit Museumsausstattung und Vitrinentechnik. 1988 ist der Familienbetrieb gegründet worden, heute sind die Schaukästen der Firma auf der ganzen Welt zu sehen. Das bisher größte Projekt der Unternehmensgeschichte: 311 Schaukästen, bis zu drei Meter hoch, geplant und hergestellt für das kirgisische Nationalmuseum. Auftragssumme: neun Millionen Euro.

Um für den Mittelstandspreis eine Runde weiter zu kommen, musste der Betrieb eine ganze Reihe von Fragen beantworten. Als durchaus „großen Aufwand“ bezeichnet Christiane Düffort die „Durchleuchtung“. Doch es hat sich gelohnt: Die Reier GmbH ist nach der ersten Sichtungsrunde der Jury in der engeren Auswahl. Während anfangs 5000 Unternehmen nominiert waren, haben es nun 700 Betriebe in die „Juryliste“ geschafft (siehe Infokasten). In einer weiteren Auswahlrunde werden die Finalisten gekürt.

Die Jury schaut dann nicht nur auf das Zahlenwerk. Soziales Engagement und Arbeitnehmerfreundlichkeit sind mindestens genauso wichtig. „Wir sind permanent dabei, das Arbeitsklima zu verbessern und die Motivation so hoch wie möglich zu halten“, erzählt die Prokuristin. Gemeinsame Frühstücksrunden, grüne Außenanlagen und demnächst auch physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten sollen unter anderem für glückliche Mitarbeiter sorgen. „Gute Leute zu finden, das ist schwierig. Der Markt ist leer gefegt“, so Düffort. Konstrukteure werden immer gesucht.  Reiers aktuelles Großprojekt: ein Auftrag für das Nationalmuseum in Katar. Das soll am Jahresende eröffnen. Die Lautaer Firma übernimmt die komplette Vitrinenausstattung. 50 Maßanfertigungen werden geplant, produziert, angeliefert und vor Ort montiert. Doch auch über die eigentliche Arbeit hinaus ist der Betrieb engagiert und unterstützt zahlreiche soziale Projekte. Spendengelder fließen in Vereine, Kitas und Sportmannschaften.

Neben der Reier GmbH hat es im näheren Umfeld nur noch die Gesellschaft für Automatisierung in Verwaltung und Industrie mbH (Avi) in Hoyerswerda in Runde Nummer zwei geschafft. Die Konkurrenz in ganz Sachsen beläuft sich auf 66 weitere Betriebe. Was der Gewinn des Preises bewirken würde? „Größere Bekanntheit und mehr Interesse aus der Bevölkerung“, sagt Christiane Düffort. Im September wird sich dann entscheiden, wer den Preis mit nach Hause nimmt. Einen Platz in der Vitrine hätte Firma Reier auf jeden Fall.