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| 18:00 Uhr

Rundschau-Serie „Ich kaufe regional“
Bis in die Nacht für die Kunden da

Geöffnet bis 22 Uhr: Zunehmend verlängern Supermärkte wie Rewe in der Teschenstraße in Hoyerswerda ihre Öffnungszeiten bis in die späten Abendstunden.
Geöffnet bis 22 Uhr: Zunehmend verlängern Supermärkte wie Rewe in der Teschenstraße in Hoyerswerda ihre Öffnungszeiten bis in die späten Abendstunden. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda. Vor 30 Jahren führte der Einzelhandel in Deutschland den „langen Donnerstag“ ein. Seitdem haben sich die Öffnungszeiten immer mehr ausgeweitet. Supermärkte öffnen sogar bis 22 Uhr.

Einkaufen können bis in die späten Abendstunden – das kann man im Hoyerswerdaer Raum auf jeden Fall im Rewe, der von Montag bis Samstag erst um 22 Uhr schließt.    „Mit den längeren Öffnungszeiten kommen wir unseren Kunden im Alltag entgegen. Unsere Kunden möchten stressfrei einkaufen. Wir passen uns an ihre Tagesabläufe an“, sagt Stephanie Behrens, Rewe-Sprecherin. So fällt der Einkauf  im Supermarkt erfahrungsgemäß aus den unterschiedlichsten Gründen vermehrt in den frühen Morgen- oder eben in den späten Abendstunden an. „Und auch zu diesen Zeiten möchten wir für unsere Kunden da sein“, heißt es weiter. Ein spezielles Abend-Sortiment gibt es nicht, viel mehr versorgt der Supermarkt seine Kunden den ganzen Tag über mit Lebensmitteln.

Auch die einzelnen Geschäfte im Lausitz-Center in der Neustadt haben werktags bis 20 Uhr geöffnet. „In erster Linie sind die längeren Öffnungszeiten ein Service für den Endverbraucher“, schildert Center-Manager Dieter Henke. Des weiteren zwingt auch regelrecht der Wettbewerb zu anderen Centern in der Umgebung und auch der Internethandel, der keine Schließzeiten kennt, zu den verlängerten Öffnungszeiten. Dass der Umsatz durch die längeren Öffnungszeiten ansteigt, verneint Henke. Niemand wird mehr essen, mehr anziehen, weil er länger Zeit zum Einkaufen hat. Testweise hatte das Center sogenannte Shopping-Abende bis 22 oder gar bis 24 Uhr initiiert. „Doch nur sehr wenige Menschen der Region haben das Angebot genutzt. Wir haben festgestellt, dass die Hoyerswerdaer dafür nicht gemacht sind“, meint Henke. 20 Uhr ist daher für ihn völlig ausreichend. Eine Rückkehr zu den 18 Uhr-Schließzeiten kann er sich gar nicht mehr vorstellen.

Anders die lokalen Einzelhändler, die mehrheitlich ihre Geschäfte um 18 Uhr schließen. „Für Hoyerswerda sind Schließzeiten im Einzelhandel um 18 Uhr aus meiner Erfahrung völlig ausreichend“, meint Wolfgang Jochim vom Genussladen „Genuss und Freude“. „Wenn sich ein Kunde bewusst entscheidet, im Einzelhandel einkaufen zu gehen, passt er sich auch an die gegebenen Öffnungszeiten an“, meint er. Einzelhändler punkten laut Jochim im Bereich Service eher mit Freundlichkeit, einer intensiven Beratung statt mit längeren Öffnungszeiten. Das Bekleidungsgeschäft „Chic on Tour“ von Heidrun Ruhla schließt werktags sogar schon um 17.30 Uhr. „Man muss ja auch bedenken, dass die Öffnungszeiten auch mit Personal besetzt sein müssen. Ich bin daher ganz zufrieden mit meinen Öffnungszeiten.“

Gewerkschaften wie Verdi warnen schon länger vor immer weiter verlängerten Öffnungszeiten. Sie  wünschen sich weiterhin familienfreundliche Arbeitszeiten  in allen Branchen. Doch wenn Betriebsräte in den Betriebsverordnungen diese langen Öffnungszeiten billigen, besteht bei den Gewerkschaften kein Handlungsspielraum.

Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR