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| 01:06 Uhr

„Wir werden schon genug geschröpft“

Hoyerswerda.. Nachdem die Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen nun beschlossene Sache ist, haben die CDU-Politiker Manfred Carstens und die CSU weiter gedacht und sich im beginnenden Sommerloch etwas Neues einfallen lassen: Die Autobahngebühr soll jetzt auch für Pkw her. Im Gegenzug könnten die Kfz-Steuer wegfallen und die Mineralölsteuer sinken, argumentiert die CSU. Wie Martina Arlt bei einer RUNDSCHAU-Umfrage in Hoyerswerda feststellte, sind die Meinungen über diesen neuen Vorstoß geteilt.


Marianne Minde , 66 Jahre, aus Hoyerswerda, ist dem Vorschlag grundsätzlich nicht abgeneigt: „Ich wäre schon für Maut-Gebühren, um dafür eine Steuerentlastung zu erreichen. Mit einer Maut-Gebühr würde es vielleicht weniger Autos auf der Autobahn geben, man würde sich manche Fahrten schon überlegen. Und manche Fahrten sind bestimmt nicht so notwendig.“
Das sieht der Hoyerswerdaer Ingo Zülke (50) anders: „Ich bin erst einmal gegen die Einführung von Maut-Gebühren. Man sollte den Leuten das Geld nicht noch mehr aus den Taschen ziehen, auch die Lkw-Unternehmen haben es schon schwer genug. Die Zahlung der Gebühren auf der Autobahn macht alles noch komplizierter.“ Abschließend Gedanken über ein Urteil machen wolle er sich aber erst, wenn sich ein Konzept durchgesetzt hat.
Ähnlich beurteilt die 29-jährige Dajana Somogyi aus Hoyerswerda den Vorschlag: „Persönlich bin ich zwar kein Autofahrer, doch der Maut kann ich nicht zustimmen. Wir werden schon genug finanziell vom Staat geschröpft. Die Lkw machen zwar die Autobahnen kaputt, doch ob eine Gebühr dafür erforderlich ist, wage ich zu bezweifeln.“
Maik Scholz , 18 Jahre, ebenfalls aus Hoyerswerda, geht noch weiter: „In Deutschland eine Maut einzuführen, ist sinnlos, das ist Abzocke. Auch Staus an den Maut-Passierstellen werden nicht ausbleiben.“
Auch Angelika Lange , 46 Jahre, aus Hoyerswerda, ist gegen die Maut: „Die Lebensunterhaltungskosten sind bei uns schon so hoch, da können wir gerade noch die Maut gebrauchen.“ Vorteile sähe Angelika Lange hingegen darin, wenn Lkw-Transporte mehr auf die Bahn verlagert werden würden.
Der Berliner Siegfried Karneth, 62 Jahre, findet die Pkw-Maut unzeitgemäß: „Die Partei möchte sich nur wieder mit diesem Vorschlag ins Lampenlicht rücken. Bei den hohen Belastungen passt der Vorschlag einfach nicht in die gegenwärtige Zeit. Sollte sich in Deutschland mal eine gewisse wirtschaftliche Stabilität entwickelt haben, kann man vielleicht darüber reden.“
Da kann Cornelia Nerdich , 39 Jahre, aus Hoyerswerda, nur zustimmen: „Ich bezahle schon genug Steuern, die Maut für Pkw und auch Lkw kann nicht gesund sein.“ Falls die Gebühr dennoch komme, sollten die Kommunen finanziell profitieren, so Nerdich.
Bei einer zweckgebundenen Verwendung der Gelder könnte sich Manja Zehler (21) aus Hoyerswerda die Pkw-Maut vorstellen: „Wenn die Einnahmen etwa im Straßenbau eingesetzt würden, könnte man darüber reden.“