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| 01:04 Uhr

Winzige Moleküle als große Zukunftshoffnung

Hoyerswerda.. Gestern parkte geballtes Wissen auf dem Hof des Lessing-Gymnasiums: der „nanoTruck“ . Der Begriff Nano stammt vom griechischen „nanos“ und heißt Zwerg. Der „nanoTruck“ ist aber alles andere als klein. Frank Muscheid

Der 38-Tonner trägt nach Angaben von Christian Deutscher, einem der begleitenden Wissenschaftler, bis zu 45 Experimente zum Thema Nanotechnologie kreuz und quer durch Deutschland. 230-mal im Jahr öffnet er dabei seine Pforten.
Im Januar des „Jahres der Technik“ 2004 startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Gefährt mit dem Ziel, die Menschen über Nanotechnologie zu informieren. Wissenschaftler untersuchen Strukturen von einer Größe unter 100 Nanometer, stellen solche Moleküle her und wenden sie an. Ein Nanometer ist der milliardste Teil eines Meters, verhält sich zum Meter wie eine Haselnuss zum Erdball. „Es gibt riesige Potenziale“ , sagt Deutscher, „umweltfreundlichere Produkte, Medikamente für die Krebstherapie oder verbesserte Verbundstoffe.“
Den Schülern führt er die erstaunlichen Nano-Eigenschaften vor: Er zeigt chemisch identische Stoffe, die aber unter Lichteinstrahlung unterschiedlich leuchten. Macht mit einer Flüssigkeit weiter, die dank Eisennanomolekülen magnetisch ist. Und immer wieder verblüfft der „Lotus-Effekt“ : Wie bei der japanischen Blume perlen Wasser und Honig von einem Löffel ab, ohne Spuren zu hinterlassen.
„Es ist spannend, zu erfahren, was es in der Zukunft so gibt“ , sagt Marco Rademacher (16) aus Hoyerswerda. „Die Experimente sind sehr anschaulich und verständlich. Am besten gefällt mir das Experiment mit der magnetischen Flüssigkeit.“ Auch Felix Kaschura (17) aus Friedersdorf ist von der Wissenschaftstour durch den Nanokosmos begeistert: „Das ist ein interessantes Thema, weil es etwas anderes ist als die klassische Physik und neue Möglichkeiten bietet.“ Er hätte gerne noch mehr Experimente gesehen und kann sich vorstellen, Moleküle zu seinem Beruf zu machen.
Saskia Klein (16) aus Hoyerswerda fand die halbe Stunde auch interessant: „Alle Experimente waren gut. Den Lotus-Effekt kenne ich schon, wir haben eine selbstreinigende Folie auf der Windschutzscheibe.“ Sie interessiert sich wie Katja Rohatsch (16) aus Lauta, die alles „sehr gut“ fand, für Physik. Ob sie sich später beruflich mit Nanotechnologie beschäftigen wollen, wissen die beiden noch nicht
Christian Deutscher betont vor den Schülern, dass der wissenschaftliche Nachwuchs die Technik voranbringt: „Vielleicht seid ihr das.“
Nanotechnologie werde erst jetzt an den Unis gelehrt. Natürlich habe auch sie ihre Risiken, die erforscht würden. Aber es gebe kaum einen Besucher des Trucks, der sie ablehnt.