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Windkraft-Investoren in engeren Zügeln

Oberlausitz. Windkraftanlagen (WKA) sind eines der beherrschenden Themen in unserer Zeit. Für die einen sind die Flügelräder am hohen Mast eine Verschandelung der Umwelt, für die anderen ein notwendiger Beitrag zur Sicherung des Energieaufkommens. Wie so oft dürfte die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen.. Der Regionale Planungsverband (RPV) Oberlausitz-Niederschlesien will mit einer Teilfortschreibung des Regionalplanes in der Zukunft eine geordnete Entwicklung der Windkraftgewinnung in der Region erreichen. Von Uwe Menschner

Ziel ist es dabei sowohl, das von Seiten des Freistaates Sachsen vorgegebene Stromaufkommen zu gewährleisten, als auch drohenden Wildwuchs zu verhindern. Künftig soll die Errichtung von „raumbedeutsamen“ WKA nur noch in so genannten Vorranggebieten möglich sein. „Als ,raumbedeutsam' können auf Grund der heute üblichen Nabenhöhen bereits einzelne Anlagen gelten“ , heißt es in der Teilfortschreibung.
Um die Vorranggebiete festzulegen, arbeitete der RPV mit „Planungsvorbehalten“ . Diese beschreiben, an welchen Stellen Windkraftanlagen unter keinerlei Umständen errichtet werden sollen. Ein solcher Vorbehalt ist zum Beispiel die Nähe von Naturschutzgebieten oder von Vogel- und Fledermaus-Zugrouten. Auch in unmittelbarer Nähe von Autobahnen, Bundesstraßen und Bahnanlagen ist die Errichtung von WKA tabu. Zu Siedlungen muss ein Mindestabstand von 500 Metern eingehalten werden. Auch landschaftstypische Sichtbeziehungen werden berücksichtigt.
Heraus kam eine Liste von 26 Vorranggebieten, die insgesamt eine Fläche von 1150 Hektar einnehmen und die Errichtung von maximal 175 WKA ermöglichen. Derzeit sind innerhalb dieser Gebiete 92 WKA bereits in Betrieb oder im Bau, außerhalb sind es 38 Anlagen.
Zu den Vorranggebieten zählen unter anderem Flächen bei Zerre (68 Hektar, maximal zehn Anlagen), Bernsdorf (12 Hektar, drei Anlagen), Leippe (laut Sanierungsrahmenplan „Heide“ 35 Hektar, vier Anlagen) sowie Kühnicht (ehemalige Gerätetrasse, 12 Hektar, 4 Anlagen). Nicht dazu zählt das Gebiet des bereits bestehenden Windparkes Puschwitz. „Diese Anlagen verursachen erhebliche Gefährdungen für mehrere Fledermausarten“ , wird in der Erläuterung festgestellt. So seien im September 2002 dort innerhalb von drei Wochen 30 tote Fledermäuse gefunden worden. „Der Windpark ist im neuen Plan als Bestand dargestellt, wird aber keine Erweiterung mehr erfahren“ , erläutert Peter Heinrich, Geschäftsführer des RPV.