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| 15:41 Uhr

Wiednitz
Spielerisch Wissen vermitteln

Zehn Kinder engagieren sich aktuell in der Kidsfeuerwehr in Wiednitz. Sie alle wollen später Feuerwehrkameraden werden.
Zehn Kinder engagieren sich aktuell in der Kidsfeuerwehr in Wiednitz. Sie alle wollen später Feuerwehrkameraden werden. FOTO: Anja Guhlan
Wiednitz. Die Kidsfeuerwehr in Wiednitz hat ihren Dienst aufgenommen. Zehn Kinder lernen aktuell, was es heißt, Feuerwehrkamerad zu sein. Von Anja Guhlan

Zehn Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren sind mit Kinderfeuerwehrwartin Gisela Costrau Ende August in das Projekt Kidsfeuerwehr in Wiednitz gestartet. Im zweiwöchentlichen Rhythmus treffen sie sich am Feuerwehrdepot in Wiednitz, um eine Stunde lang zu trainieren.

Auf dem Dienstplan steht, wie an jedem Übungstag, etwas Feuerwehrtechnisches. An diesem Tag möchte Gisela Costrau mit den Kindern das Schlauch ausrollen lernen. Das Werfen wird zunächst mit leichten Rucksackbeuteln erprobt, bevor dann die echten Schläuche ausgerollt werden dürfen. Auch das anschließende Zusammenrollen der Schläuche will gelernt sein. „Es gibt einfach und doppelt gerollte Schläuche“, weiß der siebenjährige Hannes schon. Ihm gefällt die Arbeit bei der Feuerwehr. „Zur Kidsfeuerwehr komme ich gerne, weil ich später Feuerwehrmann werden will“, sagt der Siebenjährige. Auch die siebenjährige Sophie engagiert sich in der Kidsfeuerwehr. „Ich möchte eigentlich lieber Tierärztin werden. Menschen helfen möchte ich lieber nebenbei bei der Feuerwehr“, erzählt sie. Bei Meike (6) und Mia Lena (6) klappt das Ausrollen der Schläuche schon ganz gut. „Wir brauchen die Schläuche um Wasser von A nach B zu transportieren und Brände zu löschen“, erklären sie begeistert.

Gisela Costrau freut es, dass ihre Schützlinge mit Eifer dabei sind. „In Wiednitz hat einfach Nachwuchs gefehlt. Vor etwa 30 Jahren gab es schon mal eine erfolgreiche Jugendfeuerwehr mit über 30 Kindern. Gerne würde ich nochmals an diese Erfolge anknüpfen“, erklärt die 65-Jährige.

Heutzutage müssen die Feuerwehren auch im Landkreis Bautzen schon frühzeitig bei den Kindern mit dem Vereinswesen herantreten. „Sonst sind die Kinder plötzlich alle bei anderen Vereinen statt bei der Feuerwehr“, erzählt Gisela Costrau. Ab dem Alter von sechs Jahren können Kinder der Kidsfeuerwehr in Wiednitz beitreten. Gemeinsam werden dann  feuerwehrtechnische Inhalte spielerisch erlernt, Verkehrserziehung gemacht, Umweltschutz als Thema aufgegriffen oder einige Ausflüge bestritten.

Außerdem will sich die Kidsfeuerwehr an örtlichen Veranstaltungen beteiligen. So haben die Kinder bereits ein Feuerwehrlied tänzerisch und mit Gesang einstudiert. Wenn sie dann älter sind, können sie in die Jugendfeuerwehr übersteigen. Derzeit gibt es nur zwei Jugendliche in der Jugendfeuerwehr Wiednitz. Jedoch helfen Justine und Alexander (beide 15 Jahre jung) gerne und viel in der Kidsfeuerwehr mit. „Selbst die Jugendlichen lernen in der Kidsfeuerwehr manchmal noch was dazu“, sagt Kinderfeuerwehrwartin Gisela Costrau.

„Das Ziel ist es natürlich, die Kinder und Jugendlichen so lange wie möglich in der Feuerwehr zu halten. Allerdings ist die Zeit der Ausbildung und des Studiums problematisch, weil viele dann weggehen und aus der Feuerwehr wieder austreten“, erklärt Gisela Costrau, die bereits im Jahr 1992 die Ausbildung zum Jugendwart absolviert hat und sich stets weiterbildet. Sie hat einen guten Draht zu den Kindern aus dem Ort. Viele von ihnen sind mit Begeisterung immer wieder dabei. Gisela Costrau möchte die Leitung der Kidsfeuerwehr solange inne halten, solange es ihre Gesundheit zu lässt. Jedoch ist sie realistisch und sucht bereits nach einem geeigneten Nachfolger, dem sie die Jugendarbeit anvertrauen kann.

Momentan hat sie da den aktiven Kameraden Tom Boden im Blick. Er hilft ab und an schon mit aus in der Kidsfeuerwehr. Sie hofft, dass er irgendwann die Leitung übernehmen kann. „Nachwuchsarbeit ist in Vereinen und  gerade bei der Feuerwehr so wichtig, es wäre schade, wenn das wieder einschlafen sollte“, sagt sie zum Abschluss.