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| 13:22 Uhr

Gastronomie
Wie im eigenen Wohnzimmer

Vor vier Monaten eröffnete Sylvia Hübner ihr Frühstückscafé „Rosali“ in der Altstadt, das sich zu einem beliebten Anlaufpunkt für die Hoyerswerdaer entwickelt hat.
Vor vier Monaten eröffnete Sylvia Hübner ihr Frühstückscafé „Rosali“ in der Altstadt, das sich zu einem beliebten Anlaufpunkt für die Hoyerswerdaer entwickelt hat. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Sylvia Hübner ist in heimatliche Gefilde zurückgekehrt und verwirklicht in der Hoyerswerdaer Altstadt ihren Traum. Sie ist überzeugt: „Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag.“ Von Rainer Könen

Erst vor vier Monaten hat Sylvia Hübner ihr Frühstückscafé Rosali eröffnet. Aber es hat sich bereits zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelt. Das spricht für Qualität und Service und natürlich auch für eine angenehme Atmosphäre: Das in der Hoyerswerdaer Altstadt gelegene Frühstückscafé „Rosali“ wird mittlerweile von vielen aufgesucht. So mancher hat es bereits zu seinem Lieblingsplatz erkoren.
Beim Betreten fällt einem zuerst die kreidefarbene Inneneinrichtung ins Auge, die hellen Stühle und Tische, die Dekostücke im Schaufenster. Ein kleiner Hauch von Strandcafé. 18 Plätze gibt es, im Sommer habe sie zeitweise vier Stühle vor die Türe gestellt, erzählt die Inhaberin. Ihre Augen strahlen.

 „In den ersten Wochen war ganz schön was los“, erzählt die in Uhyst am Taucher geborene Frau. So viele Hoyerswerdaer wollten sich einen Eindruck von ihrem Frühstückscafé machen. Und so stellte sich für Sylvia Hübner das beruhigende Gefühl ein, dass es richtig war, sich diesen Lebenstraum zu erfüllen. Ihr Café soll Begegnungsstätte, ein Plaudertreff für alle Generationen sein.

Mit seinen wenigen Plätzen wirkt es überschaubar, soll es auch sein. Die Gedanken sollen sich entfalten, während des Frühstückens, der „wichtigsten Mahlzeit am Tage“, so Sylvia Hübner. Hier wird die Frühstückskultur gepflegt, können die Gäste Kraft sammeln für den Tag. Wer Zeit und Muße mitbringt kann ein wenig schmökern. Denn Sylvia Hübner hat eine Minibibliothek eingerichtet. „Die Bücher kann man sich auch mit nach Hause nehmen, sie irgendwann zurückbringen“. Eine Bibliothek des Vertrauens sozusagen.

Mit ihrem Mann, einem Hoyerswerdaer, war Sylvia Hübner nach der Wende nach Bayern ins Allgäu gezogen. 19 Jahre lebten sie dort, dann zog es sie wieder zurück in die heimatlichen Gefilde. In Hoyerswerda arbeitete Sylvia Hübner einige Jahre als Krankenschwester. Aber „den Traum vom eigenen Café hatte ich immer im Kopf“, erzählt sie. Als sie vor fünf Jahren in der Zeitschrift „Landlust“ eine Reportage über ein kleines Café im Harz las, hatte sie das Gefühl, dass „nun der richtige Zeitpunkt da ist, um meinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen“. Sie fuhr in den Harz, in den Ort Scharzfeld, ließ sich von der dortigen Cafébesitzerin eine Menge Tipps geben. Einen hatte sie Sylvia Hübner besonders eindringlich ans Herz gelegt: Sie solle auf jeden Fall authentisch bleiben, nicht jeden Trend mitmachen.

Auf der Suche nach dem geeigneten Ort war die in Weißkollm lebende Frau seinerzeit auf einen leer stehenden Laden in der Hoyerswerdaer Altstadt gestoßen. Ein befreundeter Grafiker fand, als sie nach einem passenden Namen suchte, das Rosali doch sicher einprägsam klinge.
Am Anfang, sie rollt ein wenig mit den Augen, da sei es ziemlich stressig gewesen. Sie war ja auch für alles verantwortlich. Backen, kochen, einkaufen, ja sogar fürs Café habe sie geworben.

Mittlerweile hat sie eine Mitarbeiterin, die in der Küche aushilft. „Das erleichtert meine Arbeit erheblich.“ Sie hat ihr Café von Mittwoch bis Samstag geöffnet, von 8 bis 14 Uhr. Warum nicht auch an den anderen Tagen? „Ich wollte erst einmal sehen, wie es so anläuft“, so Sylvia Hübner. Gut möglich, dass sie irgendwann auch an den anderen Wochentagen öffnen wird.  Hervorheben wolle sie ihr Omelett, den Porridge, alles schmackhafte Gerichte. Samstags gibt es bei ihr Buchteln, ein Hefegebäck aus Schlesien.

Teetrinker kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Der Tee ist frisch und wird mit Uhr serviert, damit auch die Ziehzeit stimmt.

Erst seien zumeist Frauen ins Café gekommen, so die Inhaberin. Aber mittlerweile schätzten auch Männer die entspannte Atmosphäre. Eben weil Hübner auf Gemütlichkeit setzt, man entschleunigen kann. Pläne für die Zukunft hat sie auch. Gut möglich, dass sie einmal eine Lesung anbieten wird.