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Wie alles mit 18 Talern begann

Kamenz. Die Stadtbibliothek G. E. Lessing nimmt den Tag der Bibliotheken, der deutschlandweit im Oktober stattfindet, zum Anlass, um gleich zwei Jubiläen zu begehen: die Gründung der ersten Leihbücherei 1666 und den Einzug der Stadtbibliothek ins Lessinghaus 1931. red/gro

Mit einem kurzweiligen Festprogramm, das drei Veranstaltungen, eine Ausstellung und die Publikation "Bi-Bo-Buch-Geschichten" bietet, präsentiert sich die Bibliothek in Kamenz als betagtes, aber rüstiges und gut gelauntes Geburtstagskind.

Dieses lädt am Sonntag, 23. Oktober, 15 Uhr, zur "Geburtstagsfeier in (Bibliotheks)Familie" in den Ratssaal ein. Bibliotheksleiterin Marion Kutter lockt: "Alt und Jung (Kinder ab zwölf Jahre) können ihre Lieblingsbücher mitbringen. In drei Runden treten jeweils zwei Titel - schauspielerisch und musikalisch interpretiert vom Panischen NOt-Theater Dresden - in den Wettstreit. Wer gewinnt? Das bestimmt das Publikum."

Am Montag, 24. Oktober, 10 Uhr, gibt es in der Stadtbibliothek eine Lesung für Kinder von drei bis sieben Jahren. Zu Gast sind die Malerin Lee D. Böhm und die Autorin Andrea Böhm aus Leipzig. "Die Schwestern stellen ihre Geschichte vom kleinen verängstigten Spatz vor, der beim Flüggewerden in ernsthafte Gefahr gerät", erklärt Marion Kutter. Die künstlerisch-literarische Aktion wird 14 Uhr in der Partnerbibliothek Pulsnitz wiederholt.

Am Abend des gleichen Tages, 20 Uhr, heißt es in der Pizzeria Italia (Humboldtstraße 1, Kamenz) "Bi-Bo-Buch-Poetenbrettl". Autoren aus Kamenz und Umgebung tragen ihre Geschichten vor, die sie eigens zum Bibliotheksgeburtstag geschrieben haben. Wer die Bibliothek unterstützen möchte, kann das Büchlein mit den "Bi-Bo-Buch-Geschichten" gegen eine Spende erwerben. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Im Lessinghaus flankieren ab 24. Oktober zehn Ausstellungstafeln den Weg von der Kinderbibliothek im Kellergeschoss zur Erwachsenenbibliothek im Obergeschoss. Sie zeigen, wie alles mit 18 Talern begann, was Johann Wolfgang von Goethe nach Kamenz sandte, wie die "Wogen des politischen Kampfes" in die Regale gelangten und wie ein geplanter Neubau aussah. Als die Stadt 1666 ihre Leihbücherei einrichtete, gehörte sie zu den Vorreitern in der Oberlausitz. "Mit dem Einzug ins Lessinghaus in einer wirtschaftlich sehr schweren Zeit vor 85 Jahren bewiesen die Kamenzer, wie wichtig ihnen die Entwicklung ihrer Bibliothek war", erzählt Marion Kutter weiter. "Diese zählt heute mit täglich hundert Nutzern und tausend Medienverbuchungen zu den leistungsstarken Informationszentren im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien."

Zum Thema:
1931: Die "neue" Bibliothek im Lessinghaus. 70 Quadratmeter groß; 750 Nutzer; 5000 Bücher, Zeitschriften; 25 000 Entleihungen. 2016: Die Bibliothek heute. 350 Quadratmeter groß; 1900 Nutzer; 32 000 Bücher, Zeitschriften, Hörbücher, Musik-CDs, Filme, Spiele; 120 000 EntleihungenKontakt: Stadtbibliothek Gotthold Ephraim LessingLessingplatz 3 in Kamenz ☎ 03578 379-288 bibliothek@stadt.kamenz.de Geöffnet: ErwachsenenbibliothekMontag bis Freitag 10 bis 18 UhrMittwoch geschlossenKinderbibliothekMontag & Freitag 13 bis 16 UhrDienstag & Donnerstag 13 bis 18 Uhr