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Wettrennen durch das Lausitz-Center

Ruby (7) rennt in ihrem Finallauf beim Barmer Kindersprint so schnell sie kann.
Ruby (7) rennt in ihrem Finallauf beim Barmer Kindersprint so schnell sie kann. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Hoyerswerda. Gebannt schaut Ruby auf das rote Licht. Die Ampel springt auf Grün und weist der Erstklässlerin den richtigen Weg. Anja Guhlan / ang1

Sie sprintet los. Gerade vorbei an roten Pylonen, dann umdrehen und im Slalom durch die Pylonen zurück. Den Probelauf beim Stadtfinale des Barmer Kindersprints hat die siebenjährige Ruby geschafft. Gleich wird es ernst. Nach dem Aufwärmen geben 185 Grundschüler aus sechs teilnehmenden Schulen der Umgebung richtig Gas - es geht um die Qualifikation für das Landesfinale in Leipzig.

Für das Rennen um die Spitzenplätze verwandelt sich bereits seit vier Jahren das Lausitz-Center in Hoyerswerda zur Wettkampfstätte. Ruby ist besonders ehrgeizig dabei. Nach dem Probelauf holt sich die Schülerin ihren Bon ab.

Darauf stehen Gesamt- und Reaktionszeit sowie ihr Sprint- und Pendelvermögen einzeln aufgelistet. "Das geht noch besser", ärgert sie sich über ihre Gesamtzeit von 7,39 Sekunden. Auch für den sechsjährigen Jaron hätte der Probelauf besser sein können. Der Grundschüler lief in 7,12 Sekunden ins Ziel. "Ich möchte im Wertungslauf unter sieben Sekunden zu kommen", erklärt er selbstbewusst. Jaron und Ruby finden Spaß an der Bewegung. Fußball, Tanzen und Fange spielen stehen auch in ihrer Freizeit hoch im Kurs.

Zum ersten Mal aber laufen die beiden Schüler beim Kindersprint mit, den es seit 2013 in Hoyerswerda gibt. In der langen Warteschlange vor dem 16 Meter langen Parcours warten 185 Schüler der beiden Hoyerswerdaer Grundschulen "Am Park" und "Lindenschule", der Lautaer Grundschule "Hans Coppi", der Grundschule am Knappensee, der Grundschule in Burgneudorf sowie der Schule zur Lernförderung "Nikolaus Kopernikus".

Auch Ruby und Jaron stellen sich wieder an. Der Finallauf steht kurz bevor. Die Konzentration ist groß. Schließlich gilt nicht nur Schnelligkeit. Wer Pylonen umwirft oder auslässt, erhält Strafsekunden. Ruby kommt in 6,81 Sekunden ins Ziel, Jaron schafft es in 6,84 Sekunden. In der hinteren Ecke im Lausitz-Center sind bereits die Treppchen für die Siegerehrung aufgebaut. "Alle Kinder erhalten eine Urkunde und einen Teilnehmerpreis" erklärt Moderator Frank Richter von der veranstaltenden Expika Sport und Event GmbH aus Leipzig. Die besten zehn Jungen und Mädchen eines Jahrgangs werden zum Finale am 24. Juni ins Nova-Eventis nach Leuna bei Leipzig eingeladen.

Unter den Erstklässlern erreichen Ruby und Jaron keine Platzierung. Denn die schnellsten Erstklässler laufen mit 5,9 Sekunden bei den Mädchen und 6,0 Sekunden bei den Jungen durchs Ziel. "Es hat trotzdem Spaß gemacht", meinen beide. "Um das Gewinnen soll es beim Kindersprint in erster Linie auch nicht gehen", sagt Frank Richter, denn er möchte mit der Aktion "alle Kinder für regelmäßiges Sporttreiben begeistern". Wenn die Schüler erleben, wie schön es ist, von Eltern angefeuert eine gute Leistung zu erbringen, tritt vielleicht der eine oder andere einem Sportverein bei. Die zwei schnellsten Teilnehmer hat die Grundschule am Knappensee geschickt: Der Viertklässler Tom Luca Nowy lief mit einer Bestzeit von 5,1 Sekunden ins Ziel, Emily Albrecht freute sich als schnellste Teilnehmerin über einen 5,59 Sekunden-Sprint.