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Wenn Traditionen aufleben

Wo einst die Evangelische Volksschule in Tätzschwitz ihren Sitz hatte, können Interessierte jetzt jeden Sonntag Station machen, um von der Geschichte des ursprünglich sorbischen Dorfes einen kleinen Überblick zu erlangen. Seit Ostersonntag hat die Heimatstube wieder geöffnet. Von Ulrike Herzger

Vor Ort werde auch stets ein sachkundiger Ansprechpartner sein, damit Besucher nicht mit offenen Fragen weiterziehen müssen, erzählt Martina Petschick, Initiatorin der Heimatstube. Bei der engagierten Tätzschwitzerin liefen die organisatorischen Fäden für die aktuelle Ausstellung zusammen. Gezeigt werden sorbische Trachten, eine typisch eingerichtete Bauernstube, verschiedenste Utensilien als Helfer für Küche, Haus und Hof, landwirtschaftliche Kleingeräte sowie unzählige Fotos.
Besonders in den vergangenen Wochen haben die Freunde der Heimatstube dafür akribisch gearbeitet. So würden nicht nur die älteren Bürger einiges neu für sich wiederentdecken können, sondern auch Touristen. Dazu gehören unter anderem Erinnerungen an die Friedensfahrt, die vielschichtigen Wettbewerbe und das „fröhliche“ Brigadeleben zu DDR-Zeiten, erklärt die ehemalige Ortschronistin, auf deren Initiative der Heimatstube Leben eingehaucht wurde. Einladend gestaltet wurde ebenso der Eingangsbereich mit zwei hölzernen Bänken, die von Forstwirtlehrling Steve Brauer (18) im zweiten Ausbildungsjahr und mit Unterstützung von Thomas Petschick (17) gefertigt wurden.

Erinnerungen an die Kindheit geweckt
Zu den ersten Gästen, die bereits am Eröffnungstag der Heimatstube in vie len kleinen Details fündig wurden, zählten auch Kurt und Gerda Buscha aus Lauta. Der 67-Jährige konnte seiner Frau nicht nur verschiedene interessante Fotos zeigen, sondern fast genau beschreiben, wo einst seine Schulbank stand: „Ich besuchte hier drei Klassen. Damals wurde hier mehrzügig - also mehrere Klassen gleichzeitig - unterrichtet. Es war schwierig, sich unter diesen Umständen zu konzentrieren“ , erinnert sich der Lautaer noch heute. Mit großer Freude blätterten die Eheleute in der riesigen Chronik des Dorfes.
Martina Petschick wünscht sich sehr, dass dieses Interesse rege anhalten möge: „Das wäre der schönste Lohn für die vielen Stunden der Vorbereitung“ , sagt sie.

Zum Thema Öffnungszeiten
  Die Heimatstube in Tätzschwitz „Am Wiesengrund 2“ hat jeden Sonntag bis Ende September von 14 bis 17 Uhr geöffnet.