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| 01:16 Uhr

Weniger Menschen, weniger Müll

Hoyerswerda.. Der Rückgang der Einwohnerzahl habe „naturgemäß auch Auswirkungen auf die Höhe des Abfallaufkommens und die finanziellen Mittel zur Erledigung der Aufgaben der Abfallwirtschaft“ , heißt es als Fazit unter dem jetzt erstmals vorgelegten Abfallwirtschaftsbericht

der Stadt Hoyerswerda. Will heißen: Weniger Menschen bedeuten auch weniger Müll.
Demnach wurden im Jahr 2003 insgesamt 15 400 Tonnen Abfall beseitigt oder verwertet. Im Vorjahr waren es noch 16 800 Tonnen gewesen, im Jahre 1999 sogar 19 100 Tonnen. Im einzelnen entfielen im vergangenen Jahr auf Hausmüll und und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle 6900 Tonnen, auf Biomüll 1300 Tonnen, auf Sperrmüll 1600 Tonnen und auf Wertstoffe, die innerhalb des Dualen Systems oder in Verantwortung der Stadt Hoyerswerda (Altpapier/Pappe) gesammelt wurden, 5600 Tonnen. Das Pro-Kopf-Abfallaufkommen insgesamt sank von 356 im Jahr 2002 auf 336 Kilogramm im vergangenen Jahr.
Durch den Rückgang der Abfallmengen sanken dem Bericht zufolge auch die Kosten für die Abfallwirtschaft. Für Verwertung und Beseitigung musste 2003 insgesamt 2,18 Millionen Euro aufgewendet werden gegenüber 2,3 Millionen Euro im Vorjahr und 2,59 Millionen Euro im Jahr 1999. Deutlich gestiegen sind die Kosten für die Beseitigung illegal abgelagerter Abfälle. 21 500 Euro mussten dafür im vergangenen Jahr aufgewendet werden (2002: 17 200 Euro). Unter anderem mussten hier 24 Autowracks, 55 Kühl- und Gefriergeräte, 87 Elektrogeräte, 41 Altreifen, 49,5 Tonnen sperrige Abfälle sowie drei Auto-Batterien entsorgt werden.
Auch die in der am 1. Juli 2003 in Kraft getretenen neuen Abfallgebührensatzung enthaltene Grundgebühr je Abfallbehälter hatte Auswirkungen: Viele Grundstückseigentümer nutzten die Möglichkeit, nicht benötigte Behälter zurückzugeben - worauf deren Zahl im gesamten Stadtgebiet von Mitte bis Ende des Jahres von 7731 auf 7147 zurückging. Dabei blieb die entsorgte Abfallmenge in beiden Halbjahren mit jeweils rund 3440 Tonnen gleich - ein Hinweis darauf, dass einige Haushalte zuvor mehr Behälter zur Verfügung hatten, als sie benötigten.
Dem Bericht zufolge haben von der neuen Gebührenordnung an vorderster Front die Mieter/Mitglieder der beiden Großvermieter profitiert. Während Wohnungsgesellschaft und LebensRäume eG für das erste Halbjahr noch Abfallgebühren in Höhe von insgesamt rund einer Million Euro auf diese umlegen müssen, sind es für das zweite Halbjahr nur noch 957 000 Euro. Dagegen erhöhte sich bei den so genannten „Direktabrechnern“ (Ein- und Mehrfamilienhäuser) die Summe der zu zahlenden Abfallentsorgungsgebühren von 173 000 Euro im ersten auf 252 000 Euro im zweiten Halbjahr. (tra)

Hintergrund Der Bericht
 Grundlage für den Abfallwirtschaftsbericht ist die jährlich zu erstellende Abfallbilanz über Art, Menge, Herkunft und Verbleib der Abfälle der Stadt Hoyerswerda. Sie enthält allerdings nur Angaben zu Abfällen, für die öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger zuständig sind und zu Altstoffen, die über das Duale System eingesammelt wurden. Nicht berücksichtigt sind Abfälle, die Erzeuger in eigener Verantwortung verwerten. Aus diesem Grund taucht insbesondere nur ein kleiner Teil der Abfälle aus Gewerbe und Industrie sowie der Bauabfälle hier auf.
Aus sämtlichen Abfallbilanzen der Kreise und kreisfreien Städte erstellt das Landesamt für Umwelt und Geologie die Abfallbilanz des Freistaates Sachsen.