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| 14:59 Uhr

Weniger Babys für die Lausitz

FOTO: Fotolia
Hoyerswerda. Was ist denn mit den potenziellen Eltern in Ostsachsen und Südbrandenburg los? Das Lausitzer Seenland Klinikum verzeichnet nach dem ersten Halbjahr 2017 einen kleinen Geburtenknick. Zum Stand 30. Juni sind in Hoyerswerda insgesamt 301 Babys geboren worden – bei 295 Geburten. Das bedeutet: Es sind sechs Zwillingspärchen dabei gewesen. Sascha Klein

Das kann bei aller Freude über die neuen kleinen Erdenbürger nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich offenbar weniger Damen und Herren dazu entschieden haben, künftig Kindergärten und Schulen in der Region auszulasten. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016, als 334 Neugeborene bei 326 Geburten (acht Zwillingspärchen) das elektrische Licht der Welt in einem der Kreißsäle erblickten, fehlen demnach 33 Kinder. Jetzt lässt sich natürlich fragen: Waren der Sommer und Herbst 2016 zu schön, um sich mit Familienplanung zu beschäftigen, oder ist das einfach nur Zufall? Vielleicht hat auch das Halbfinal-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Frankreich keine rechte Euphorie aufkommen lassen.

Laura Thieme, Sprecherin des Hoyerswerdaer Seenland-Klinikums, kennt darauf auch keine verbindliche Antwort, hat aber mit Blick auf die Statistik festgestellt: "Nach drei, vier Jahren Steigerung gibt es immer mal wieder einen Geburtenknick." Also nichts Tragisches. Oder doch? Immerhin rechnet das Klinikum Hoyerswerda trotzdem nicht damit, dass bei den Hebammen Langeweile aufkommen könnte. Wer die bisherige Geburtenstatistik auf das gesamte Jahr hochrechnet, kommt auf eine theoretische Zahl von bis zu 602 Neugeborenen für das Jahr 2017. Das ist immer noch kein schlechter Wert - nimmt der interessierte Statistiker die Zahlen der vergangenen 17 Jahre zugrunde. Neunmal verzeichnete das Klinikum weniger als 600 Babys in einem Jahr, im Jahr 2005 sogar "nur" 491. Wobei: Natürlich sind alle froh über jedes Baby. An das Jubeljahr 2016, in dem 686 Babys in Hoyerswerda geboren wurden, kommen die Eltern 2017 jedoch nicht mehr heran. Auch eine Wahrheit: Durch die Schließung von Geburtshäusern in der Region haben die Geburtenzahlen in den verbleibenden Kliniken automatisch zugenommen.

Was auch auffällt: Es werden 2017 - wie schon 2016 - mehr Jungen als Mädchen geboren. Im ersten Halbjahr 2017 wollten 156 Jungen und 145 Mädchen lieber früher als später an Mamas Brust (Gesamt 2016: 361 Jungen - 325 Mädchen). Das bedeutet für Männer, die gerade mit dem Gedanken schwanger gehen, ihre Frau oder Freundin demnächst schwanger zu sehen: Macht Mädchen, Jungs! Eine Vermutung: Wenn Deutschlands Fußballer 2018 die WM gewinnen, wird 2019 wieder ein Spitzen-Jahr.