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| 02:40 Uhr

Weg für Städtebauförderung geebnet

Die Stadt Lauta will mit Hilfe von Fördermitteln Teile der historischen Gartenstadt Erika im Ortsteil Laubusch revitalisieren. Dafür wurde vom Stadtrat ein Städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen. Bestandteil sind auch Brandschutzmaßnahmen für das Kulturhaus.
Die Stadt Lauta will mit Hilfe von Fördermitteln Teile der historischen Gartenstadt Erika im Ortsteil Laubusch revitalisieren. Dafür wurde vom Stadtrat ein Städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen. Bestandteil sind auch Brandschutzmaßnahmen für das Kulturhaus. FOTO: cw
Lauta. Das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEKo) für die Gartenstadt Erika, das der Lautaer Stadtrat am Montag beschlossen hat, ist ein Instrument zur Erlangung von Fördermitteln für wichtige Bauprojekte in der Stadt. Während die Mehrheit der Stadträte sich zu dem SEKo bekannte, lehnte die gesamte CDU-Fraktion das Entwicklungskonzept vehement ab. Anja Guhlan / ang1

Die Meinungen der Stadtratsfraktionen zum städtebaulichen Entwicklungskonzept (SEKo) für die zu Lauta gehörende Laubuscher Kolonie gehen weit auseinander. Auf der einen Seite ein klares Bekenntnis für das Konzept, auf der anderen Seite vehemente Ablehnung. So war sich die gesamte CDU-Fraktion darüber einig, gegen das vorliegende Entwicklungskonzept zu stimmen.

Konzept umfasst 63 Seiten

In dem Städtebaulichen Entwicklungskonzept (SEKo) wurden für die Laubuscher Kolonie Potenziale und Maßnahmen auf 63 Seiten herausgearbeitet, die dieses städtebauliche Gartenstadt-Ensemble nachhaltig entwickeln und revitalisieren sollen.

Das erste Ziel ist es, mit der Sanierung der ehemaligen Mittelschule am Markt und der damit verbundenen Verlagerung der Grundschule Laubusch aus dem Bereich Laubusch-Siedlung nach Laubusch-Kolonie, einen langfristig gesicherten überörtlichen Grundschulstandort für Laubusch und Elsterheide zu schaffen. Das zweite Ziel beschreibt die Entwicklung der Gartenstadt Erika zu einer touristischen Marke mit Hilfe der brandschutztechnischen Ertüchtigung des Kulturhauses zu einem Informations-, Kultur- und Tourismuszentrum in Laubusch.

Beide Vorhaben haben gute Chancen, ins städtebauliche Förderprogramm "KSP - Kleine Städten und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke" aufgenommen zu werden. Die brandschutztechnische Ertüchtigung des Kulturhauses könnte so zu 100 Prozent und die Sanierung der Schule zu 66,6 Prozent vom Freistaat Sachsen gefördert werden.

Vorwurf: Projekt unrentabel

Doch der Vorwurf der Lautaer CDU-Fraktion lautet nun, sich mit dem zweiten Projekt - der brandschutztechnischen Ertüchtigung des Kulturhauses - einem weiteren laut Stadtrat Michael Rischer "unrentablem Projekt" zuzuwenden. Stadtrat Andreas Weber beschreibt das Kulturhaus gar als "trojanisches Pferd", das viele weitere Kosten für die Stadt Lauta verursachen könnte. So wurde in einer der Vorberatungen der Betrag von bis zu zwei Millionen Euro von Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke für die komplette Instandsetzung des Kulturhauses genannt.

Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) stellte nochmals dar, dass für die Förderung ein zweites Projekt in einer räumlich recht engen Förderkulisse benötigt wurde, betonte aber, dass die Stadt keinerlei Verpflichtung für eine komplette Instandsetzung eingehe. Auch der Vorschlag der CDU, das Freibad Laubusch als zweites Projekt in den Förderantrag mit hineinzunehmen, ist aufgrund der räumlich kleinen Förderkulisse nicht möglich.

Unverständnis bei Stadträten

Andere Stadträte wie Marlies Heinze, Ortrun Rümke oder Lothar Kusche (Freie Wähler) können die vehemente Ablehnung der CDU-Fraktion indessen nicht verstehen. Für sie ist das Konzept stimmig und gut durchdacht.

Letztendlich stimmte das Gros der Stadträte mit 10 Ja-Stimmen gegen vier Nein-Stimmen für das Konzept. Damit ist der Weg für die Förderung geebnet.

Zum Thema:
Mit dem Städtebauförderprogramm "KSP - Kleinere Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke", das im Jahr 2010 durch Bund und Länder ins Leben gerufen wurde, sollen kleine und mittlere Gemeinden im ländlichen Raum unterstützt werden. Im Jahr 2017 stellt der Bund rund 70 Millionen Euro für das Programm bereit. Insgesamt werden bundesweit mehr als 500 Gesamtmaßnahmen beziehungsweise interkommunale Kooperationen gefördert.