| 02:40 Uhr

Wassermangel im Dubringer Moor

Während des Sommers bieten die Wittichenauer Nabu-Leute mehrere Exkursionen ins Dubringer Moor an, übrigens das größte seiner Art in der Oberlausitz. Dabei wird meist auch der Aussichtsturm zwischen Michalken und Neudorf Klösterlich angesteuert.
Während des Sommers bieten die Wittichenauer Nabu-Leute mehrere Exkursionen ins Dubringer Moor an, übrigens das größte seiner Art in der Oberlausitz. Dabei wird meist auch der Aussichtsturm zwischen Michalken und Neudorf Klösterlich angesteuert. FOTO: amz1
Dubring. Die Landschaft leidet unter Trockenheit und manche Pflanzen verdrängen andere Arten. Naturschützer bieten Wanderungen an. amz1

Der April ist zu trocken gewesen, der Mai ebenso, und der Juni schickt sich an, in die Fußstapfen seiner Vorgängermonate zu treten. Unter dem Wassermangel leiden nicht nur Lausitzer Felder und Wälder, sondern ebenso die Moore. Der Wasserstand ist eigenen Recherchen zufolge wesentlich niedriger als in anderen Jahren um diese Zeit.

Ursprünglich war geplant, den Wasserhaushalt regulierbar zu gestalten, um auf Trockenzeiten besser reagieren zu können. "Leider ist es dazu nicht gekommen", bedauert Hagen Rothmann, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Wittichenau, die sich seit Jahren intensiv mit dem Dubringer Moor befasst.

Damit nicht genug: Im Moor breiten sich seit längerer Zeit immer intensiver konkurrenzstarke Pflanzenarten, beispielsweise Schilf, Binsen, Sumpfreitgras und Pfeifengras, aus. Verantwortlich dafür seien massive Nährstoffeinträge ins Moor, insbesondere durch die intensive Landwirtschaft im Umland. Konkurrenzschwächere Gewächse zögen den Kürzeren.

Laut Hagen Rothmann gibt es noch ein weiteres Problem. Im Neudorfer Teichgebiet werde sehr intensiv Fisch produziert. Das sei dem übrigen Tier- und Pflanzenbestand abträglich. "Hier müssen dringend Veränderungen her", fordert der Naturschützer.

Aktuell gibt es vonseiten der Wittichenauer Nabu-Leute keine Maßnahmen im beziehungsweise am Moor. Flora und Fauna sollen sich ungestört entwickeln können. In jüngster Vergangenheit sei die Infotafel zur historischen Harz- und Streunutzung in Kiefernwäldern unweit von Michalken erneuert worden. Darüber hinaus habe der Aussichtsturm am Weg von Michalken nach Neudorf Klösterlich eine Wartung erfahren.

Die Naturschützer sind seit drei Jahren Eigentümer von drei Flurstücken im Moor. Diese Flächen sind seit Jahrzehnten nicht genutzt worden. So solle es bleiben. Der Zustand sei stabil. Inzwischen habe dort eine natürliche Entwicklung hin zum Erlenbruchwald eingesetzt.

Der Nabu bietet im Sommer öffentliche Familienwanderungen durchs Dubringer Moor an. Diese finden am 2., 16. und 30. Juli statt. Treffpunkt ist jeweils um 9 Uhr an der Gaststätte "Zum Mühlengrund" in Michalken. Außerdem beginnen im Juli die Pflegearbeiten an den wertvollen Orchideenwiesen. Diese befinden sich unter anderem bei Zeißholz, Michalken und Brischko. Während der kalten Jahreszeit solle der Tümpel an der Naturschutzgebietsgrenze bei Dörgenhausen wiederhergestellt werden.

Moore können ganz gut mit Dürreperioden umgehen. Sie fallen dann trocken, wie die Fachleute sagen. Sobald sich regnerisches Wetter einstellt, werden die "Wassertanks" wieder aufgefüllt. Allerdings sollte es nicht zu lange niederschlagsfrei bleiben, da sonst die Moorfläche dauerhaft schrumpfen kann. Dadurch könne es unter anderem zu einer Bewaldung kommen. Und die Bäume, vorzugsweise Kiefern, entziehen dem Moorkörper weiteres Wasser in nicht unerheblichen Größenordnungen.