Mit selbstgebauten Drainage-Anlagen auf den Grundstücken versuchen sie der Wassermassen Herr zu werden. Die Pumpen laufen fast im Dauerbetrieb. Dort, wo sie ausfallen, steht im Nu das Wasser im Keller. Wie gestern bei Heinz Roth.

Am Donnerstag hatte sich die Situation “extrem zugespitzt„, meinte Heinz Robel. Er wohnt in der Dr.- Friedrichs-Straße. 110 Liter Regen pro Quadratmeter hat sein Nachbar Rudolph Gemsas bisher im November gemessen. Im Oktober waren es nur 16 Liter gewesen. Die betroffenen Bewohner der Dr.-Friedrichs-Straße und der Karl-Marx-Straße sehen in dem direkt an der Siedlung vorbeifließenden Schleichgraben die Ursache des derzeitigen Übels.

Eine grundhafte Grabenberäumung hat bereits in den 1980er Jahren stattgefunden. “Damals stand schlagartig kein Wasser mehr in den Kellern„, blickt Marlies Heinze zurück. Auf dem Grundstück der Lautaer Stadträtin wird gerade an der Drainage gebaut. Vor zehn, zwölf Jahren hatte die letzte Grabenberäumung den gleichen Effekt, erinnern sich die Siedlungs-Bewohner, die nicht das Grundwasser für das Überflutungsproblem verantwortlich machen.

Es ist wie ein Dammbruch

“Das Wasser aus dem Schleichgraben drückt das in diese Richtung abfließende Oberflächenwasser zurück„, beschreibt Siegwart Rudolph das Problem. Sogar ins Abwasserkanalnetz sei es schon eingedrungen, wird angesichts von Fäkalien in einem Keller vermutet. “Irgendwann sind die Häuser verschimmelt und nicht mehr bewohnbar„, befürchtet Heinz Robel. “Es geht um den Graben und nichts anderes.„ Auf dieses Problem habe er die Stadtverwaltung bereits im August nach den ersten Überschwemmungen aufmerksam gemacht, betonte Ortsvorsteher Günter Schmidt. “Querschnitt und Tiefe des Grabens reichen nicht aus„, erklärte Siegwart Rudolph. Und unter Verweis auf die tausenden Euros, die privat in Drainage auf den Grundstücken investiert worden sind, fügte Marlies Heinze hinzu: “Die Anwohner haben viel getan. Jetzt muss auch mal die Stadt etwas machen.„

Auf Maßnahmen im kommenden Jahr, wie sie von der Stadtverwaltung auf eine entsprechende Anfrage von Siegwart Rudolph am Dienstag im Stadtrat in Aussicht gestellt wurden, mag niemand warten. “Uns nützen keine Maßnahmen im nächsten Jahr etwas. Die Katastrophe ist jetzt da. Es ist ein Dammbruch. Daher muss sofort gehandelt werden„, fasste Heinz Robel die Meinung der Betroffenen zusammen. Und er kündigte an, das Problem in der kommenden Woche beim Bürgermeister persönlich vortragen zu wollen.