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| 14:38 Uhr

Wandertag
Nachts über den Gerichtsberg

 Impression vom Start der Wanderer im Rahmen des Lausitzer Seenlandhunderters.
Impression vom Start der Wanderer im Rahmen des Lausitzer Seenlandhunderters. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Mehr als 110 Menschen haben am Hoyerswerdaer Wandertag teilgenommen. Von Katrin Demczenko

Wandern ist für die Mitglieder des Lausitzer Wandervereins (LWV) das schönste Hobby, um Natur und Heimat zu entdecken. Deshalb laden sie sich dazu einmal im Jahr Gäste ein. Seit 1996 führen sie die Hoyerswerdaer Wanderung und seit 2012 den Lausitzer Seenlandhunderter durch. Während der jüngsten Auflage kamen 114 Personen aus Brandenburg, Berlin und Sachsen nach Hoyerswerda, sagt Mitorganisatorin Renate Voigt. Das seien 17 Menschen mehr als im Vorjahr. Ein dauerhafter Aufwärtstrend sei aber nicht erkennbar, weil die Gesamtzahl der Teilnehmer in diesem Bereich stabil ist, begründet Voigt.

Zuerst starteten LWV-Vorsitzender Günther Voigt und neun Wanderfreunde am Johanneum zur 100-Kilometer-Tour, die am Sonnabend um 18 Uhr dort auch endete. Voigt führte die Gruppe nachts über den Gerichtsberg bei Schwarzkollm, ins Dubringer Moor, nach Wittichenau und über Groß Särchen sowie Knappenrode zurück nach Hoyerswerda. Diese 50-Kilometer-Route hatte er vorher mit dem Fahrrad abgefahren und sich eingeprägt. Eine Pause fand nachts in der Gaststätte in Neudorf-Klösterlich statt und eine zweite im Krabat-Vorwerk Groß Särchen. „Dorthin mussten Vereinsmitglieder die Verpflegung per Auto bringen“, erzählt Günther Voigt. Es werde ständig schwieriger, Hunderter zu organisieren, weil es immer weniger kleine Gaststätten gibt, die nachts die Verpflegung übernehmen.

Mit der Gruppe ist Oliver Mieth aus Schirgiswalde-Kirschau unterwegs, für den Wandern seit Jahren Hobby ist. Er freut sich bei organisierten Touren jedes Mal, Freunde zu treffen und mit ihnen die langen Strecken zu gehen. Um teilzunehmen, muss er sich immer nach seinen unregelmäßigen Arbeitszeiten als Stellwerker bei der Bahn richten und kam deshalb nach der Frühschicht in Hoyerswerda an. „Wenn man will, geht das“, sagt der motivierte Wanderer, ehe er seinen 218. Hunderter in Angriff nimmt. Er sei auch schon in den Harz und nach Hamburg gereist, um solche Strecken zu laufen und Deutschland kennen zu lernen.

 Oliver Mieth ist extra aus Schirgiswalde-Kirschau nach Hoyerswerda zum Wandern gekommen.
Oliver Mieth ist extra aus Schirgiswalde-Kirschau nach Hoyerswerda zum Wandern gekommen. FOTO: Katrin Demczenko

Den 50 Kilometern nachts folgen 51 Kilometer tagsüber, die auch einzeln absolviert werden können. Ziele sind die Burg Mortka und der Eichberg bei Weißig. Die 34-Kilometer-Tour führt zu den Warthaer Teichen. Bei den 22 und 15 Kilometer langen Wanderungen lernen die Teilnehmer die Gegend rund um Hoyerswerda kennen. Alle Wege müssen von Vereinsmitgliedern vorher extra markiert werden.

Rentner Rolf Gersdorf aus Bautzen hat für sich die kürzeste Strecke ausgewählt wegen des für Mittag angekündigten Regens. Sein Kalkül geht auf. Er erreicht das Hoyerswerdaer Johanneum fast trockenen Fußes. Nach dem Abholen des Stempels für den gelaufenen Weg lässt er sich den von LWV-Mitgliedern selbstgebackenen Kuchen schmecken und sagt, dass er auch deshalb gern zur Hoyerswerdaer Wanderung kommt.