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Wanderer erkunden das Brandenburger Tor im verschneiten Seenland

Die Wanderer überqueren die kürzlich sanierte Elsterbrücke am Brandenburger Tor.
Die Wanderer überqueren die kürzlich sanierte Elsterbrücke am Brandenburger Tor. FOTO: amz1
Partwitz. Rund 60 Naturfreunde haben sich gestern auf die 13.Neujahrswanderung des Partwitzer Hofes begeben. amz1

Diesmal führte die Strecke von Partwitz nach Geierswalde und wieder zurück, insgesamt rund 15 Kilometer. Erstmals seit Jahren konnten die Teilnehmer wieder ein tief verschneites Seenland erleben. Mehr noch: Die Wanderer durften am Brandenburger Tor, nahe des Abzweiges der Straße nach Partwitz, von der Verbindung Hoyerswerda - Geierswalde erstmals ihre Füße über die rekonstruierte Brücke über die Schwarze Elster setzen.

Das Bauwerk war Ende 2016 überholt worden. Nach Angaben des Elsterheider Bürgermeisters Dietmar Koark halte die Brücke jetzt wieder 20 bis 30 Jahre. Darüber hinaus, so kündigte der Elsterheider Tourismusverantwortliche Matthias Müller an, erfolge noch in diesem Jahr der Bau des rund vier Kilometer langen Radweges von Neuwiese bis zum Brandenburger Tor. Damit rücke eine durchgehende Radfahrverbindung von Hoyerswerda zum Geierswalder See immer näher.

Während der Wanderung wurde auch der Überleiter 6 passiert. Dieser verbindet den Partwitzer mit dem Neuwieser See. Da zwischen den gefluteten Restlöchern der Tagebaue Scado und Bluno ein Höhenunterschied von drei Metern besteht, hat der künftig schiffbare Kanal auch eine Schleuse.

Indes, so erzählte Matthias Müller, werde der Neuwieser See künftig dem Naturschutz vorbehalten bleiben. Dennoch könne das Gewässer zur Durchfahrt vom Partwitzer See in Richtung der weiter östlich gelegenen Spreetaler Seen genutzt werden. Derzeit werde diskutiert, ob es "nur" eine schmale Schifffahrtsrinne gebe oder ob es reiche, die ökologisch sensiblen Buchten mittels Bojenketten abzuschirmen.

In Geierswalde selbst wartete außer dem Mittagessen ein Orgelkonzert in der dortigen Kirche auf die Wanderer. Dazu konnte Organist Rudi Zurek aus Hohenbocka gewonnen werden. Und wer durch das Seenland-Dorf wandert, will in der Regel auch einen Blick auf die schwimmenden Häuser nicht verpassen. Die fünf Konstruktionen im Geierswalder See seien auch im Winter bei den Urlaubern beliebt.

Zum ersten Mal bei der Partwitzer Neujahrswanderung dabei war Mandy Theka mit Familie. Selbst Töchterchen Alina, noch keine zwei Jahre alt, durfte dick eingemummelt im dreirädrigen Gefährt mit. "Trotz des Schnees fährt es sich super", sagte Mandy Theka, die in Partwitz wohnt. Ihre Eltern gehörten bei dieser Jahresauftaktveranstaltung mittlerweile zu den Stammgästen, bei ihr selbst habe es 2017 erstmals terminlich gepasst. "Der Lauf durch den Schnee hat auch was", so die junge Mutter.

Die Senftenberger Antje Drogge und ihr Mann dürften keine Neujahrswanderung verpasst haben. "Erst kürzlich haben wir uns ein Video von der ersten Tour angeschaut. Damals sind wir bei Sturm durch den noch wasserlosen Neuwieser See gelaufen und sahen anschließend entsprechend aus", erinnerte sich Antja Drogge. Das Seenland schätzen die beiden vor allem wegen seiner abwechslungsreichen Landschaft und gut ausgebauter Radwege.

Die 14. Neujahrswanderung in Partwitz soll am Sonntag, 7. Januar 2018, 10 Uhr, wieder am Partwitzer Hof beginnen, kündigte Wirt Christoph Pech an. Der musste diesmal die Strecke nach Geierswalde mit dem Auto zurücklegen. Aus gesundheitlichen Gründen sei ein Mitlaufen nicht möglich gewesen.