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| 20:21 Uhr

Investition für neue Daueraustellung
Energiefabrik Knappenrode im Wandel

Kirstin Zinke steht an der Stelle des Motorenlagers, wo ab 2020 der Besuchertresen sein wird.
Kirstin Zinke steht an der Stelle des Motorenlagers, wo ab 2020 der Besuchertresen sein wird. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Der Landkreis Bautzen unterstützt die bauliche Neugestaltung des Museums mit sechs Millionen Euro.

Viele großformatige technische Zeichnungen und Karten stapeln sich im Büro der Leiterin der Energiefabrik Knappenrode, Kirstin Zinke, und fast alle stehen im Zusammenhang mit dem Umbau der Fabrik 3. In diesem, für Besucher noch gesperrten Bereich, der zu der von 1918 bis 1993 betriebenen Brikettfabrik am Standort gehörte, entsteht bis 2020 die neue Dauerausstellung des Industriemuseums.

Für die bauliche Neugestaltung dieses Teils der Energiefabrik hat der Landkreis Bautzen als Träger sechs Millionen Euro zur Verfügung. 1,2 Millionen Euro kommen zusätzlich vom Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Sie werden für die inhaltliche Gestaltung und den Aufbau der Dauerausstellung, die Ausstattung der neu entstehenden Büros und des Zentraldepots mit Möbeln sowie für Arbeiten auf dem Außengelände des Industriemuseums benötigt. Dort stehen alle Bergbaugroßgeräte aus ehemaligen Lausitzer Braunkohlegruben, das Steigerhaus und die Tiefbaustrecke. Nachdem Ende Juli die Baugenehmigung erteilt wurde, darf der Umbau der Fabrik 3 beginnen. Aus museumstechnischer Sicht ist zu beachten, dass Gebrauchsspuren an Wänden und zu Fabrikzeiten über Putz verlegte Rohrleitungen, Kabel, Schaltkästen sowie die großen Industriefenster erhalten bleiben, erklärt Zinke. So wird der Besucher immer wissen, dass er sich in einem ehemals industriell genutzten Gebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts befindet. Neue Einbauten wie der Kassenbereich und die Touristeninformation, die ab 2020 im ehemaligen Motorenlager sein werden, heben sich davon klar und sachlich ab. Die Krakauer Firma Art FM konzipiert und realisiert die gesamte Dauerausstellung. Ein Prologfilm wird die Gäste von der Gegenwart zurückführen ins Jahr 1993, als in Knappenrode das letzte Brikett vom Band lief. So wird der Wandel in der Lausitz besonders eindrücklich nachvollziehbar. Jeder Raum der neuen Dauerausstellung in der Fabrik 3 betrachtet einen anderen Zeitabschnitt der Entwicklung der Braunkohlegewinnung sowie -veredlung und die stattfindende Industrialisierung der Region. Die Zielgruppen Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren sollen Informationen auf die ihnen gemäße Weise abrufen können, damit jeder die Energiefabrik gern besucht.

Geplant ist, dass der Besucher einen Raum mit ausgestellten Objekten aus alter Zeit zuerst nur als Teil der ehemaligen Brikettfabrik wahrnimmt. Wenn der Gast an zunächst leere Glasscheiben herantritt, erscheinen dort Wissensportale mit Texten, Fotos und Filmen, die den Abschnitt des Museumsrundganges eindrucksvoll erklären.

(dcz)