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| 01:15 Uhr

Waldfeuer: Für These „Zufall“ spricht nichts

Hoyerswerda/Bernsdorf.. „Um vier Uhr in der Frühe brennt ein Wald nicht von allein“ , sagt Grüngräbchens Ortswehrführer Dieter Schneider. Kathleen Weser

Auffällig oft mussten die Löschtrupps die grüne Lunge in der Nähe der Ortschaften Bernsdorf, Großgrabe und Lauta in letzter Zeit vor gefräßigen Flammen retten. Auch am Montag schlug der Feuerteufel gegen 21 Uhr in einer Schonung zwischen Großgrabe und Grüngräbchen wieder zu.
Der Ortsvorsteher schlug Alarm und meldete die starke Rauchentwicklung an die Leitstelle für den Brand- und Katastrophenschutz in Hoyerswerda. Da standen 1,5 Hektar Waldboden in Flammen. 110 Feuerwehrleute mussten mit 16 Löschfahrzeugen anrücken, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Gut drei Stunden brauchten sie, um die Gefahr zu bannen. Dem Revierförster tränen die Augen. Der etwa 15-jährige Kiefernbestand ist hin.
Der örtliche Brandbekämpfer bestätigt den Eindruck, dass sich Feuer in dem Territorium derzeit auffällig häufen. Polizeisprecher Peter Bergmann relativiert das Bild etwas. „Unsere Ermittler und die Experten der Feuerwehr haben bisher keine Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen diesen Waldbränden besteht“ , erklärt er. Doch zwei regelrechte Brand-Achsen lassen auch die Köpfe der Ermittler rauchen. In einem Monat gab es sechs Feuer um Biehla, Hausdorf und Bulleritz. Die Brandherde lagen jeweils mitten im Wald. Größere Schäden sind hier nicht aufgetreten. Dafür häufen sich im unmittelbar angrenzenden Territorium von Großgrabe und Grüngräbchen bis Bernsdorf die Löscheinsätze. Von Ende April bis gestern wurden zehn Brände gemeldet. Die letzten beiden bei Grüngräbchen hinterließen gravierenden Schaden. Vernichteter Wald im Wert von jeweils
15 000 Euro. „Unterstellt, dass die Feuer gelegt wurden, ist aber kein Schema zu erkennen“ , sagt der Polizeisprecher. Die Brandermittler tappen im Dunkeln. Deshalb wird die Bevölkerung gebeten, die Augen offen zu halten.
Die Waldgebiete um Bernsdorf gehören zu dem Teil des geschlossenen Baumbestandes in der Lausitz, die aufgrund ihrer Lage und Monostruktur „von Natur aus“ am höchsten brandgefährdet sind. „Die Kiefernwälder auf dem mageren Sandboden, die wegen der langen Niederschlagsarmut wirklich sehr trocken sind, können sich aber auch nur bei intensiver Sonneneinstrahlung selbst entzünden. Im Morgengrauen oder in den späten Abendstunden passiert das nicht. Um die Zeit brannte es aber“ , erzählt Dieter Schneider. Für die These „Zufall“ spreche deshalb nichts. Auffällig sei außerdem, dass die Brandherde an schwer zugänglichen Stellen mitten im Wald fernab von befahrbaren Wegen lagen. „So waren die Flammen nicht sofort zu entdecken“ , erklärt der Feuerwehr-Chef aus Grüngräbchen. Die zwei letzten Brände konnten erst kurz vor dem Naturschutzgebiet gestoppt werden. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Feuer aufs Teichschilf übergegriffen hätte“ , sagt er.