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| 16:47 Uhr

Landtagswahl 2019 in Sachsen
Jugendliche fühlen Politikern auf den Zahn

 Joel Radowski, Marija Skvoznikova und Pascal Stallerscheck (v.l.) zeigen die Flyer für ihre Wahlveranstaltung am 22. August. Dann sollen die Politiker die Fragen von Jugendlichen aus der Region beantworten.
Joel Radowski, Marija Skvoznikova und Pascal Stallerscheck (v.l.) zeigen die Flyer für ihre Wahlveranstaltung am 22. August. Dann sollen die Politiker die Fragen von Jugendlichen aus der Region beantworten. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Sascha Klein
Hoyerswerda. Hoyerswerdaer Jugendstadtrat und IB organisieren am 22. August eine Podiumsdiskussion zur Landtagswahl. Von Sascha Klein

Die Landtagswahl in Sachsen rückt näher. Am 1. September wird gewählt. Die ersten haben per Briefwahl ihr Kreuzchen schon gemacht – wie Marija Skvoznikova. Die 1,0er-Abiturientin und aktuelle Vorsitzende des Hoyerswerdaer Jugendstadtrats hat bereits gewählt, weil sie am 1. September in Dresden im Rahmen eines Projekts über die Wahl berichtet.

Zum Polit-Talk wird gegrillt

Viele Jugendliche und junge Erwachsene fragen sich vor dem Termin 1. September: Wer und welche Partei vertritt meine Interessen am besten? Damit sich vor allem Jugendliche ein besseres Bild über die aktuelle politische Lage machen können, haben der Jugendstadtrat und der soziale Träger Internationaler Bund (IB) ein gemeinsames Projekt auf die Beine gestellt. Am 22. August findet vor der Hoyerswerdaer Kulturfabrik in der Altstadt ein Wahlforum mit einigen der Direktkandidaten des Hoyerswerdaer Wahlkreises 55 und Vertretern der zur Wahl stehenden Parteien statt. Parallel wird vor dem Haus gegrillt – es soll eine lockere Runde werden.

Die geplante Podiumsdiskussion ist nur ein Teil der Veranstaltung. Der Moderator Markus Weber ist Politikwissenschaftler und arbeitet beim Militärhistorischen Museum in Dresden. IB-Mitarbeiterin Nancy Hauke, in der Region als Sozialarbeiterin im Regionalteam arbeitet, hat den Kontakt vermittelt. Sie organisiert gemeinsam mit dem Jugendstadtrat die Veranstaltung. Jedoch sollen auch Jugendliche im Publikum ihre Fragen loswerden sollen. Das bedeutet: Jeder, der am 22. August zu Gast ist, kann sich in die Diskussion einbringen.

Drei Direktkandidaten dabei

Diese Direktkandidaten haben zugesagt: Frank Hirche (CDU), Ralph Büchner (Linke) und Kevin Stanulla (SPD). Diese drei können als Direktkandidaten in den Landtag gewählt werden. Dazu kommen der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse aus Lohsa sowie der Stadt- und Kreistagskandidat Lukas Mosler von den Grünen. Mosler hatte allerdings den Einzug in Stadt- und Kreistag verpasst. Die Freien Wähler sind bisher nicht eingeladen – weil die Jugendlichen nur die Parteien eingeplant haben, die bisher auch im Landtag vertreten sind. Allerdings wollen die Jugendstadträte noch einmal überlegen, vielleicht Freie-Wähler-Kandidat Dirk Nasdala aus Hoyerswerda doch dazu zu bitten.

Jugendstadtrat mischt sich ein

Die politischen Top-Themen der Organisatoren überschneiden sich zum Teil. Joel Radowski (16) aus Knappenrode darf noch nicht mitwählen. Er hat zwei Themengebiete, die ihn sehr interessieren. Da ist der Klima- und Umweltschutz. Für ihn ist es denkbar, die deutschen Braunkohlekraftwerke früher als 2038 komplett vom Netz zu nehmen. Für Sachsen sinnvoll hält Radowski auch den bayerischen Weg, sich strengere Regeln für Natur-, Umwelt- und Artenschutz zu geben. Der bayerische Landtag hatte im Juli die Gesetzesvorlage für strengere Regeln aus einem Volksbegehren übernommen, das knapp 1,75 Millionen Bayern unterstützt hatten.

Der Hoyerswerdaer Pascal Stallerscheck (18), ebenfalls Mitglied des Jugendstadtrats, kann am 1. September seine beiden Kreuze setzen. Auch er setzt sich für mehr Klimaschutz in Sachsen ein. Allerdings beschäftigt ihn auch ein sehr lokales Thema: Er will von den Politikern wissen, wie Hoyerswerda noch attraktiver für junge Leute werden kann. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die TU Dresden einen Satellitenstandort am Scheibe-See plant. In zehn bis 15 Jahren könnten bis zu 3000 Studenten in Hoyerswerda studieren. Stallerscheck hofft jedoch auf schnellere Ideen, wie die Stadt attraktiver für die Jugend werden kann.

Jugendstadtrats-Vorsitzende Marija Skvoznikova, die jetzt Medizin studieren will und gerade ein Praktikum am Seenland Klinikum absolviert, interessiert natürlich sich auch für das Gesundheitssystem. Sie wünscht sich eine bessere Ausstattung der Kliniken mit Ärzten und Pflegern. Zudem hält sie für sinnvoll, das Schulsystem zu reformieren. In allen Bundesländern sollte das System gleich sein. Bislang scheitert das jedoch am föderalen Ansatz der Bundesrepublik, bei dem die Länder beim Thema Schule das letzte Wort haben. Ebenso wichtig sind Marija Skvoznikova eine schnellere Digitalisierung und das Gelingen des Strukturwandels in der Lausitz.

Damit möglichst viele Jugendliche kommen, will der Jugendstadtrat in der kommenden Woche an Schulen und am BSZ noch einmal die Werbetrommel rühren, um möglichst viele Jugendliche am 22. August ab 17 Uhr an der Kulturfabrik (Braugasse 1) begrüßen zu können.

Mehr zur Landtagswahl:

www.lr-online.de/landtagswahl/