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Bernsdorf
Wahl zum Feuerwehrchef muss wiederholt werden

Bernsdorf. Erneuter Urnengang: Die Bernsdorfer Satzung ist unklar. Zwei Bewerber gehen in das Rennen um die Gunst der Kameraden.

Für kurze Zeit hatte Ingolf Höntsch ihn inne – den Titel als neuen Gemeindewehrleiter Bernsdorfs. Doch dann der unfreiwillige Rückzieher: Weil es drei schriftliche Widersprüche – laut Höntsch zu Recht – gegen die Wahl im Februar gab, muss diese nun wiederholt werden. Passieren soll das voraussichtlich im Mai. Derzeit wird die Satzung überarbeitet. Weil darin fälschlicherweise nur die aktiven Mitglieder sowie Ehren- und Altersabteilung als Wahlberechtigte benannt sind, grundsätzlich aber alle ihre Stimme abgeben dürfen, wird das Papier nun vom Gemeindefeuerwehrausschuss über die Rechtsaufsichtsbehörde bis zum Stadtrat durchleuchtet. 

Während Ingolf Höntsch sein neues Amt wieder abgeben musste, erhielt René Gebauer seine Funktion als Gemeindewehrleiter, die er seit nunmehr fünf Jahren inne hat, wieder zurück. „Hochmotiviert wie vorher“, beschreibt der 51-Jährige seine Gemütslage. „Der Stimmenunterschied des Wahlergebnisses war schließlich nicht sehr groß“, erzählt Gebauer. Mit sieben Stimmen weniger, 121 Mitglieder beteiligten sich an der Wahl, zog Gebauer nur knapp den Kürzeren. „Die verlorene Wahl zeigt aber trotzdem, dass etwas nicht so gelaufen ist, wie es laufen sollte“, so der Bernsdorfer. Defizite in der Kommunikation erkennt der Bauhof-Mitarbeiter als eine Schwäche an. Auch, dass die gemeinschaftliche Ausbildung der Wehren eingeschlafen sei, sei nicht optimal. Das aber liege laut Gebauer auch an den Wehren.

Ingolf Höntsch wird auch bei der Wiederholung der Wahl Gebauers einziger Widersacher sein. „Dass ich gewonnen habe, war ein Zeichen, das die Kandidatur richtig war“, sagt der 55-Jährige. Dass er wieder antritt – klare Sache für den Berufsfeuerwehrmann. Nicht ganz so klar, das ist ihm bewusst, könnte sein erneuter Sieg werden: „Ich werde bei einer Niederlage nicht an Herzdrücken sterben, aber es muss in den Wehren einfach was Neues passieren.“ Besonders die „starren Grenzen“ zwischen Ortswehren müssten aufgelöst werden. „Und zwar im Kopf“, so Höntsch. In den vergangenen Jahren sei das Miteinander auseinandergedriftet. Wie er das Ruder wieder umreißen möchte? Gemeinsame Ausbildung, persönliche Kommunikation.

 Welcher der beiden Herren auch immer das Rennen machen wird: Vier Ortswehren möchten geführt werden – Straßgräbchen, Wiednitz und Großgrabe sowie Bernsdorf mit Zeißholz. Alles in allem zählen die Wehren gut 85 aktive Mitglieder.