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Wärme und Kunst locken die Gäste an

An der mobilen Schmiede von Metallbildner Thomas Schulze aus Brandis kommen die Gäste nicht vorbei.
An der mobilen Schmiede von Metallbildner Thomas Schulze aus Brandis kommen die Gäste nicht vorbei. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Knappenrode. Dass es Herbst wird, ist am vergangenen Samstag kaum zu übersehen. Bei leichtem Nieselregen und kühlen Temperaturen suchen schon die ersten Besucher des Herbst-Feuer-Festes der Energiefabrik Knappenrode an den mittelalterlichen Marktständen die wohltuende Wärme des Feuers. mft1

"Es ist die Zeit, in der sich alle Aktivität nach drinnen verlagert und die Menschen sich langsam in ihre Häuser zurückziehen", erklärt Museumsleiterin Kirstin Zinke die Idee des Events. Auch im Museum werde es nun ruhiger. Das Steigerhaus ist noch zu besichtigen, wird aber nicht mehr aktiv bespielt. Die Draisine fährt nicht mehr. Das Museumsleben zieht quasi von den Außenflächen in seinen inneren Kern.

Der "Kehraus", wie das Fest hieß, als die Fabrik noch Winterpause machte, war ursprünglich aus einem großen öffentlichen Bergbau-Betriebsfest hervorgegangen. In der jetzigen Form finde es zum dritten Mal statt, erklärt Kirstin Zinke, während sich draußen hier und da die Sonne durch die Wolken schiebt und die Regenschirme geschlossen werden. Im Zwischenreich der Jahreszeiten bietet Beate Möller an ihrem Kräutermeyer-Stand heißen Apfelpunsch und feinste Teespezialitäten an. Metallbildner Thomas Schulze formt direkt gegenüber glutheiße Eisen zu schnörkeligen Kunstwerken. Die Wärme und das Kunsthandwerk locken die Gäste so sicher an, wie das romantische Feuerwerk am Abend. Wer den Rundgang über das Fest gemacht hat, den zieht es nach drinnen, in die heimelige Öfen- und Feuerstättenausstellung. Die Schau sei eine Sammlung mit künstlerischem Wert, die viel aus früheren Zeiten berichten könne. Besonders, wenn Dorothea Schubert ihre eigenen und die gehörten Geschichten erzählt. Sie weiß lebhaft zu berichten, woher die Sprichwörter "eine Schippe drauf" oder "einen Zahn zulegen" kommen. Wer darauf neugierig ist, hat auch nach dem Verlöschen der Herbstfeuer Gelegenheit, in die Energiefabrik zu kommen. Denn auch die Winterpause ist und hat hier Geschichte.