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| 17:24 Uhr

Hoyerswerda
Vorzeigeprojekt für die Neustadt

Die Ruhe vor dem Umbau: Der Wohnblock Liselotte-Herrmann-Straße 12 bis 20 im Hoyerswerdaer Wohnkomplex I wird, wie das Haus Herrmann-Straße 22 bis 26, mit Balkonen und Mietergärten ausgestattet. Noch laufen die Planungen, wie die Häuser später aussehen sollen.
Die Ruhe vor dem Umbau: Der Wohnblock Liselotte-Herrmann-Straße 12 bis 20 im Hoyerswerdaer Wohnkomplex I wird, wie das Haus Herrmann-Straße 22 bis 26, mit Balkonen und Mietergärten ausgestattet. Noch laufen die Planungen, wie die Häuser später aussehen sollen. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda will die zentralen Wohnkomplexe in der Neustadt stärken. Vor allem im WK I und WK III will der städtische Großvermieter jetzt ein Zeichen setzen. Von Sascha Klein

Vor dem Haus große Bäume, hinter dem Haus große Bäume: Noch ist der Wohnblock in der Liselotte-Herrmann-Straße 12 bis 20 einer von vielen im Hoyerswerdaer Wohnkomplex I. Das wird sich jedoch spätestens in diesem Jahr ändern. Denn dieses Haus und die Eingänge 22 bis 26 sind in diesem Jahr die Vorzeigeprojekte der Hoyerswerdaer Wohnungsgesellschaft. An ihnen will der städtische Großvermieter zeigen, dass er bewusst in die zentralen Wohnkomplexe in der Hoyerswerdaer Neustadt investiert.

Der Wohnblock Liselotte-Herrmann-Straße 22 bis 26 im WK I steht ebenfalls vor dem Umbau. Die Häuser befinden sich fast gegenüber den Jahn-Stadions.
Der Wohnblock Liselotte-Herrmann-Straße 22 bis 26 im WK I steht ebenfalls vor dem Umbau. Die Häuser befinden sich fast gegenüber den Jahn-Stadions. FOTO: Sascha Klein / LR

Denn dort gibt es kurze Wege – sowohl zum Einkaufen Richtung Lausitz-Center als auch zu Ärzten, Schulen und Kulturangeboten. Ganz in der Nähe entsteht aus dem alten Zuse-Gymnasium die neue Oberschule. Geschäftsführer Steffen Markgraf hat den Trend ausgemacht: Die zentrumsnahen Wohngebiete werden wichtiger. Aber: Oftmals passt das Angebot des Großvermieters nicht zur Nachfrage. Deshalb statuiert die Wohnungsgesellschaft ein Exempel in der Herrmann-Straße: Dort stehen etwa 30 Wohnungen leer. Die beiden Wohnblöcke bekommen insgesamt 96 Balkone und im Erdgeschoss Mietergärten mit Verbindung per Freitreppe zum Balkon. Kostenpunkt: rund 1,8 Millionen Euro. Vor allem die Gärten sind ein Angebot, bei der die Wohnungsgesellschaft Neuland betritt. „Wir wollen damit ein Signal setzen“, sagt Markgraf. Ein Signal, bewusst in das Herz der Neustadt zu ziehen. Der Geschäftsführer will Familien mit Kindern ebenso anlocken wie Ältere.

Insgesamt will die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda in diesem Jahr rund 7,8 Millionen Euro in ihr Eigentum investieren. Das sind zurzeit rund 7880 Wohnungen, knapp 250 Gewerbeeinheiten und etwa 200 Garagen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen im Jahr 2017 etwa sechs Millionen Euro in den Wohnungsbestand investiert, davon fast 4,2 Millionen für kleine und kleinste Instandhaltungen wie den Austausch von Türen oder Boiler. „Das ist unsere ureigenste Aufgabe, unsere Häuser instand zu halten“, so der Geschäftsführer. Im Jahr 2017 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 3,4 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet. Die fließen in Investition und Schuldentilgung. Zurzeit hat die Wohnungsgesellschaft Verbindlichkeiten in Höhe von 86 Millionen Euro, rund neun Millionen weniger als 2016.

Das nächste Ausrufezeichen wollen Markgraf und seine 65 Mitarbeiter im Wohnkomplex III setzen. Nach den Abriss-Diskussionen der vergangenen Jahre setzt der Großvermieter auch dort ein Zeichen. In der Johann-Gottfried-Herder-Straße bekommt der Block 20 bis 24 an der Giebelseite Balkone. Zudem wird die Fassade energetisch saniert, Kellerdecken gedämmt sowie die Treppenhäuser neu gestrichen. Kostenpunkt: rund 300 000 Euro. Markgraf betont, den WK III weiter aufwerten zu wollen. Bis auf die geplanten Abrisse der Brecht-Straße 1 bis 5 (24 Wohnungen) und der Herder-Straße 14 bis 18 (23 Wohnungen) stehen zunächst keine weiteren an. Wobei Steffen Markgraf keine Garantien über die kommenden drei oder fünf Jahre geben will. Die aktuellen Pläne sehen keine weiteren Abrisse vor. Bleibe abzuwarten, wie sich der Leerstand dort in den nächsten Jahren entwickelt, sagt er.

Geschäftsführer Steffen Markgraf.
Geschäftsführer Steffen Markgraf. FOTO: Sascha Klein / LR

Anders als in vergangenen Jahren will die Wohnungsgesellschaft nicht auf neue Mieter warten, sondern bewusst auf die Suche gehen. Das Unternehmen will in der Stadt, aber auch vermehrt im Umland werben – mit kurzen Wegen, modernen Wohnungszuschnitten und moderaten Preisen. Der Durchschnittspreis bei der Nettokaltmiete liegt bei 4,65 Euro pro Quadratmeter. Dieser Wert solle möglichst stabil bleiben. Zurzeit beträgt der Leerstand 11,8 Prozent bei der Wohnungsgesellschaft – für Markgraf deutlich zu viel. Das interne Ziel liegt bei etwa sieben Prozent. Um in die Nähe zu kommen, soll verstärkt die Werbetrommel gerührt werden.

Doch auch an anderen Stellen will die Wohnungsgesellschaft investieren: Am Bahnhofsvorplatz 1 a bis c werden aus Gewerbe- jetzt Wohnräume. Drei bis vier Wohnungen entstehen, davon vermutlich eine mit fünf oder sechs Räumen. An einer anderen Stelle sind die neuen Mieter kurz vor dem Einzug: In der Otto-Damerau-Straße, dem einstigen Sitz der Kriminalpolizei, sind die Sanierungsarbeiten fast abgeschlossen.