| 02:39 Uhr

Vorläufer für legendären Ironman auf Hawaii

KnappenMan-XXL-Sieger Stefan Flachowsky.
KnappenMan-XXL-Sieger Stefan Flachowsky. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Lohsa. In der jüngsten Sitzung des Lohsaer Gemeinderates hat der Sportbund Lausitzer Seenland (BSLS) Zeugnis über den 28. KnappenMan an Dreiweiberner und Scheibesee abgelegt. Erklärtes Ziel der Veranstaltung ist ein Mehrwert für die Region. Mandy Fürst / mft1

Einen Dank an den Gemeinderat und die Einwohner der Einheitsgemeinde Lohsa stellten die Organisationsleiterin des KnappenMan und Geschäftsführerin des SBLS Mareike Jokusch und der Vereinspräsident Torsten Kilz ihrem Abschlussbericht voran. Ohne das Verständnis der Lohsaer für die Einschränkungen sei der Triathlon im Seenland genauso wenig durchführbar wie ohne die Verwaltung und die 100 Helfer an der Strecke, sagte Mareike Jakosch.

Dabei habe sich der Wettbewerb nicht nur zum Magneten für Zuschauer - in diesem Jahr waren es etwa 5000 - gemausert. Der KnappenMan sei für manchen Sportler längst zum Vorläufer für den legendären Ironman auf Hawaii geworden, so Kilz. Und da würde schließlich nicht nur der XXL-Sieger 2016 Stefan Flachowski gern mal an den Start gehen. "Little Hawaii in der Lausitz" nennt Stefan Flachowski vom OSSV Kamenz in seinem Rennbericht auf der Homepage des KnappenMan den Dreikampf, dessen klimatische Bedingungen in diesem Jahr jenen von Kailua-Kona im Pazifischen Ozean in Nichts nachstanden.

Lob und Kritik

"Ich gehörte auch zu den Sportlern, die eigentlich pünktlich mit dem Beginn der Laufstrecke damit anfingen, über alles und jeden herzuziehen, … zu heiß, keinen Schatten, viel zu wenig Abkühlungsstellen...", schreibt Stefan Flachowski ins Internet. Mit Kritik gehen die Veranstalter offen um. "Zu wenig Becher und zu wenig Wasser für Schwämme" sowie "Dixis an der Laufstrecke wären toll", zitiert die Präsentation an der Leinwand im Ratssaal aus den Hinweisen. Auch das Fehlen einer "kalten Dusche" wurde notiert. Auf der anderen Seite steht aber auch Lob, beispielsweise für einer "sicherere Radstrecke, weil kreuzungsfreie und breiter" oder den "größeren und fairen Wechselgarten mit gleichen Laufwegen für alle."

Qualität für die Region

1066 Sportler waren für den 28. KnappenMan angemeldet. 938, anteilig 740 Männer und 198 Frauen, haben den 28. KnappenMan schließlich gegen- und miteinander ausgetragen. Immerhin 892 waren unter den unsäglichen Bedingungen bis ins Ziel gekommen. Im Schnitt sind die Teilnehmer 27 Jahre alt. Das größte Feld stellen die 31- bis 50-Jährigen. Der Älteste war 72 Jahre alt.

Bei 1200 Athleten wären die Kapazitäten erschöpft, weil die Qualität im Vordergrund stehen soll, erklärt Mareike Jokusch. So bleibe man bewusst und ohne Bedauern hinter dem Schloss-Triathlon Moritzburg, der in diesem Jahr 1700 Finisher vermelden konnte. Man sehe sich nicht als Konkurrenz, sondern als Partner der anderen Wettbewerbe. Der KnappenMan solle ein Sportevent der Region bleiben, sagt Mareike Jokusch. Die Teilnehmer kommen zu 50 Prozent zumeist aus einem Umkreis von etwa 200 Kilometern. Viele sind "Wiederholungstäter", die sich im Vorfeld zu Probetrainings auf die Strecken begeben und so auch außerhalb des Wettkampfwochenendes dem "sanften Tourismus" Anschub geben, zu dem der Sportbund beitragen möchte.

Fester Termin

Für Freizeit- wie auch für die Leistungssportler ist ein fester Termin wichtig, sagt Mareike Jokusch. Athleten auf diesem Niveau verplanen das gesamt Jahr. Um ihnen Sicherheit zu geben, wird das letzte Wochenende im August fester Veranstaltungszeitpunkt bleiben. Einen Triathlon absolviere man schließlich nicht jeden Tag, sagt die Cheforganisatorin. Und auch für den Sportbund ist der Wettkampf mit elf Veranstaltungen etwas besonderes. Die Außenwirkung lässt sich an der Internetstatistik festmachen. Mindestens 149 000 Mal ist die Homepage bis Ende August 2016 aufgerufen worden. Die "Gefällt mir"-Statistik der sozialen Netzwerke ging zum KnappenMan-Wochenende hin deutlich nach oben. Die Planungen für den 29. KnappenMan seien unter Berücksichtigung aller genannten Faktoren längst im Gange. Stefan Flachowski beschreibt in seinem Rückblick auf die Hitzeschlacht 2016 den Drang nach vorn: "Also weiter, denn eigentlich ist es - abgesehen vom Slow-Motion-Speed - so geil hier!" Und dann verrät der härteste Mann der Lausitz: "...was gestern noch die Hölle war, zeigt heute schon erste Ansätze zur Mythosbildung. Seither reden wir hier in der Familie wieder verstärkt von Hawaii..."

Stefan Flachowsky erzählt unter www.knappenman.de/de/

infos-neues/216-little-

hawaii-in-der-lausitz