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Sorbische Volksvertretung
Initiatoren hoffen auf Vorentscheidung für sorbisches Parlament

Bautzen. Bekommt das sorbische Volk eine eigene Volksvertretung? Die Initiative „Serbski Sejm“ möchte genau dieses erreichen. Dafür müssen jedoch auch die finanziellen Mittel vorhanden sein. Die Stiftung für das sorbische Volk könnte am Donnerstag entscheiden, ob die Initiative weitergeht oder ob sie zunächst ins Stocken gerät. Von Sascha Klein

Am heutigen Donnerstag berät die Stiftung für das sorbische Volk in Bautzen über den Projektantrag für die Wahl eines „Serbski Sejm“ – einer sorbischen Volksvertretung. Den Vorstoß hat Verein „Smy“ um seinen Vorsitzenden Dr. Martin Walde initiiert. Ziel ist, eine sorbische Volksvertretung zu schaffen. Walde betont, dass bereits mehr als 900 engagierte Sorben die Petition zur Schaffung einer demokratisch legitimierten Volksvertretung der Sorben und Wenden unterzeichnet hätten.

Die Stiftung für das sorbische Volk sei die einzige Instanz in Deutschland, mit der spezielle sorbische Belange institutionell finanziert werden, so Walde weiter. Er sieht die Finanzierung einer Vorwahl für eine sorbische Volksvertretung als eine originäre Aufgabe der Stiftung – selbst wenn sie in der Satzung als solche nicht explizit erwähnt sei.

Eine Ablehnung des Projektantrags durch die Stiftung, so betont Walde weiter, sei gleichbedeutend mit der Aussage, dass die Schaffung einer demokratisch legitimierten sorbischen Volksvertretung nicht unterstützt wird oder nicht erwünscht ist. Die Domowina könne, so schreibt Walde in der Petition des Vereins weiter, „die fehlende politische Repräsentation des sorbischen Volkes in Deutschland weder formal noch inhaltlich ersetzen.“ Der Dachverband der Sorben und Wenden versteht sich als Interessenvertretung der Sorben und Wenden in Ober- und Niederlausitz. Laut Martin Walde könne die Domowina lediglich ihre Mitglieder vertreten, jedoch nicht das gesamte Volk. Käme es zu einer sorbischen Volksvertretung, solle sie laut Walde ehrenamtlich tätig sein.