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| 22:25 Uhr

Lauta
Erinnerung ans Lautawerk

Siegfried Erler zeigt ein Strommessgerät aus den Anfängen der Produktion im Lautawerk. Die Seniorenakademie Lauta hat im Technologiepark Lauta eine umfangreiche Sammlung zusammengestellt.
Siegfried Erler zeigt ein Strommessgerät aus den Anfängen der Produktion im Lautawerk. Die Seniorenakademie Lauta hat im Technologiepark Lauta eine umfangreiche Sammlung zusammengestellt. FOTO: Sascha Klein / LR
Lauta. Die Seniorenakademie in Lauta will sich für den 100. Geburtstag des einstigen Aluminiumwerkes etwas Besonderes einfallen lassen: eine Stele in der Werkssiedlung. Von Sascha Klein

Das Lautawerk ist nun schon seit mehr als 27 Jahren Geschichte - doch die Erinnerung an das einst größte Aluwerk Europas ist nebenan noch sehr lebendig. Siegfried Erler steht im „Glaskasten“, im verglasten Obergeschoss des Technologiezentrums Lauta, und präsentiert Erinnerungsstücke aus 100 Jahren Alu-Herstellung in Lauta.

Ein Ausstellungsstück bleibt besonders in der Nase: die Probe aus einem der einstigen Teerteiche in einem Glas. Sie stammen aus der Sanierung. Der Phenolgeruch erinnert an längst vergangene Zeiten. Das Besondere: Er ist noch Stunden später präsent. Viele andere Stücke sind dies ebenso: der letzte gegossene Barren Aluminium, viele Orden aus DDR-Zeiten, Fotos, Unterlagen, Werkzeuge. Es sind Dinge, mit denen Generationen Lautaer zu tun gehabt haben - als Mitarbeiter des Werks. Sie hegt und pflegt die Seniorenakademie Lauta (Senak), dessen Vorsitzender Siegfried Erler seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten ist.

Im kommenden Jahr kann die Stadt Lauta auf 100 Jahre Aluminiumproduktion zurückblicken: ein Jubiläum, das auch bei Erler und den Mitgliedern der Seniorenakademie einen großen Stellenwert hat. Normalerweise ist zu erwarten: eine Festschrift anlässlich des rundes Jubiläums. Doch die Senak hat andere Pläne, denn: „Die Geschichte des Werkes ist so umfangreich dokumentiert, das müssen wir nicht noch einmal machen“, sagt Siegfried Erler und legt mehrere Hefte und ein Buch auf den Tisch.

Die Senak will etwas schaffen, das das Stadtbild künftig prägen soll. „Wir möchten eine Stele aus Aluminium fertigen lassen und sie in Lauta aufstellen“, sagt der 75-Jährige. Der geplante Standort: Am Anger in Lauta-Nord. Diesen hätten ­Senak und Stadtverwaltung gemeinsam gesucht und gefunden. Noch sei jedoch nicht beschlossen, dass die Stele dort steht. Denn: Noch ist auch nicht klar, wie sie endgültig aussieht. Erlers Vision: Sie soll rund 2,20 Meter hoch und viereckig sein. Die Statik-Berechnungen für einen ersten Roh-Entwurf sollen Mitte November vorliegen, sagt der Lautaer. Mit einer Firma in der Oberlausitz sei die Seniorenakademie zudem in Kontakt. Sie könnte die Stele fertigen. Vorgespräche hätten stattgefunden, vertraglich vereinbart sei aber noch nichts.

Wenn der Plan mit der Stele umsetzbar ist, so Erler, soll sie im Oktober kommenden Jahres eingeweiht werden. Im Oktober deshalb, weil am 15. Oktober 1918 erstmals Strom im Kraftwerk Lauta erzeugt worden ist. Zwei Tage später begann dann die Aluminiumproduktion im Lautawerk, nach dem auch die Werkssiedlung - heute Lauta-Nord - benannt worden ist.

Siegfried Erler selbst ist kein Lautawerker. Er hat in Laubusch Grubenelektriker gelernt, hat nach der Armee studiert und war viele Jahre für die Materialversorgung im BKK Knappenrode zuständig. Nach der Wende wechselte er erst zur Laubag, dann zur LMBV. Nach seinem Ruhestand im Jahr 1997 hat er eine Aufgabe gesucht - und in der ­Senak gefunden. Er führt das Werk des einstigen Vorsitzenden Günter Bolle weiter, der mit den Mitstreitern das Traditionskabinett gegründet hat.

Zu den Erinnerungsstücken aus alten Lautawerk-Zeiten kommt sogar immer noch etwas dazu: Erst in diesem Jahr hat die Senak eine riesige Bronzeplatte bekommen, auf der an den einstigen Namensgeber des Werks, den Lausitzer Widerstandskämpfer Albert Zimmermann erinnert wird. Sie hat ihren Platz im Werk gehabt. Selbst Erler weiß nicht mehr ganz genau, wo das gewesen ist. Seine Vermutung: nahe des Südpförtners. Noch steht sie im Senak-Büro. Erler sucht noch nach dem passenden Platz für dieses Zeitzeugnis.