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Radfahren im Frühling
Vor dem Start steht das Putzen

Nino Schwanke macht Fahrräder für den Frühling fit.
Nino Schwanke macht Fahrräder für den Frühling fit. FOTO: Rainer Könen
Wittichenau. Fachmann Nino Schwanke gibt Tipps, worauf vor der ersten Radtour geachtet werden sollte. Von Rainer Könen

Der Schnee ist weg, an den Bäumen sprießen die ersten Blätter, die Vögel zwitschern munter und die Sonne lacht. Frühlingszeit! Viele Menschen zieht es jetzt ins Grüne. Also schnell das Bike aus dem Keller holen, Reifen aufpumpen und los geht es. Aber Stop! Wie sieht denn das Rad aus? Stand es im Winter etwa unbeachtet irgendwo in einer dunklen Kellerecke?
Allerdings geht seit einigen Jahren die Floskel „Winter vorbei, Rad aus dem Keller holen“ zunehmend an der  Realität vorbei, weiß Nino Schwanke. Ihm gehört der Wittichenauer Laden „Drahtesel“. Der 31-Jährige erzählt, dass etliche in der Region mittlerweile ganzjährig mit ihrem Bike unterwegs sind. „Radfahren ist zu einem Lebensgefühl geworden.“ Nicht nur, weil Fahrradfahren glücklich macht, wie das wissenschaftliche Studien ergeben haben, sondern weil man sich auch unabhängiger vom Auto macht. „Ich kenne eine Menge Leute, die  mit dem Rad zur Arbeit fahren – auch um Spritkosten zu sparen“, so der Wittichenauer.
Wenn das Radfahren zum Lebensgefühl geworden ist, einem, dem man ganzjährig nachgeht, sollte der Drahtesel dennoch regelmäßig einem Check unterzogen werden. Vor allem im Frühjahr. Wer vor der ersten Ausfahrt ins Grüne keine böse Überraschung erleben möchte, sollte daher sein Zweirad von einem Fachmann auf Herz und Nieren untersuchen lassen.
Nino Schwanke rät allen Radbesitzern, die ihr Zweirad im Winter nicht benutzen, die Reifen vor der mehrmonatigen Radelpause  noch einmal aufzupumpen, um etwaige Risse im Mantel zu vermeiden. Auch solle die Kette noch mal gründlich gefettet werden.
Knirscht die Kette, rattert die Schaltung, schlägt die Federgabel durch, lässt sich der Bremshebel bis zum Griff durchziehen, ist es aber auf jeden Fall höchste Zeit, das Bike in eine Werkstatt zu geben. Auch das Entlüften von Bremsen ist nicht jedermanns Sache.
Um sein Rad für die neue Freiluftsaison fit zu machen, so Schwanke, stehe am Anfang sicher erst mal das Putzen. Das sei im Übrigen auch der beste Schutz gegen Rost. Wer allerdings auf die grandiose Idee kommen sollte, hier zu kärchern, dem sei gesagt, dass ein Hochdruckreiniger Wasser in die Lager drückt und den Schmierstoff herausspült.
Bremsen nachjustieren. Auch hier betont Schwanke, dass das A und O selbstverständlich intakte Bremsen sind. Wenn sich jedoch der Bremshebel bis zum Griff ziehen lasse, müsse reagiert werden. So könne man die Bremsen per Hand über eine Rändelmutter nachjustieren. Bringt das nichts, sollte das Rad auf jeden Fall zum Fachmann gebracht werden.
Fahrradkette kontrollieren und ölen. Besonders vernachlässigt wird häufig die Kette. Diese unterliegt ja einer ständigen  Abnutzung, was von so manchem schlichtweg ignoriert werde. Denn durch das Pedalieren längt diese sich. Wenn die Kette von dem vorderen Kettenblatt mehr als vier Millimeter abgezogen werden kann, ist es höchste Zeit, sollte sie ausgewechselt werden. Normalerweise, darauf weist Schwanke ebenfalls hin, lassen sich angerostete Ketten mit viel Öl wieder gangbar machen, aber meist erreichen die Schmiermittel nicht die wichtigen Stellen. Die Folge: Eine einmal durchrostete Kette halte nicht sehr lange und obendrein sorgt sie für viel Reibung und größeren Kraftaufwand beim Fahren.
Reifen prüfen. Entgegen landläufiger Meinung ist zumindest für den Asphaltbiker die Profiltiefe absolut unwichtig. Wichtiger ist, dass der Reifen nicht porös ist, keine Längsrisse an den Flanken aufweist und die Lauffläche intakt ist. Risse oder von Fremdkörpern verursachte Löcher machen den Reifen zum Risikofaktor: Hier können Schmutz und Granulat eindringen und schließlich den Schlauch beschädigen.
Licht. Und last but not least, sollte man auf jeden Fall auch einen Blick auf die Lichtanlage werfen.