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| 17:05 Uhr

Bernsdorfer Vogelzüchter
Von Zusammenhalt bis Wettersorgen

Liebevoll füttert Klaus Jungrichter seine Sittiche. Er betreibt seit Hobby seit mehr als vier Jahrzehnten.
Liebevoll füttert Klaus Jungrichter seine Sittiche. Er betreibt seit Hobby seit mehr als vier Jahrzehnten. FOTO: Heinz Hirschfeld
Bernsdorf. Die Bernsdorfer Ziergeflügel- und Exotenzüchter haben doppelte Nachwuchssorgen. Einerseits gibt es zu wenig Jungzüchter. Andererseits gibt es beim Vereinschef auch zu wenig tierischen Nachwuchs. Von Heinz Hirschfeld

Klaus Jungrichter (58) denkt manchmal, wenn er in seinem Garten an der Voliere steht, und dem Treiben seiner stolzen Königs-, Schmuck-, und Nymphensittiche zuschaut, an seine ersten Schritte in der Hobbyvogelzucht: „Ich muss wohl so 13 oder 14 Jahre alt gewesen sein, da begann ich gemeinsam mit meinem Vater mit der Zucht von Wellensittichen. Dafür hatten wir uns zwei Wellensittichpärchen angeschafft. In der Voliere, in der sie lebten, hatten wir Nistkästen aufgehangen“. Er wird nie das Gefühl von Stolz und Freude vergessen, als er zum ersten Mal „Wellensittichpapa“ wurde. Damals war für ihn klar: „Ich bleibe dabei“. Dann schloss er sich der Jugendgruppe der „Vereinigung der Ziergeflügel- und Exotenzüchter Bernsdorf“ an. Das hat er nie bereut, denn jeder Jungzüchter erhielt gute Tipps zur Fütterung und Pflege der Tiere.

Inzwischen ist er Chef des Vereins, und hat maßgeblich Anteil, dass die Vereinigung mit 17 Hobbyzüchtern bis vor die Tore von Dresden sehr beliebt ist. Doch Jungrichter bleibt bescheiden. Eines ist jedoch Fakt: Er steckt sich mit dem Verein immer neue hohe Ziele. „Die müssen so sein, dass auch die Besucher unserer Ausstellungen was davon haben“, sagt Jungrichter. So werden im Verein 49 verschiedene Vogelarten gezüchtet, die dann auch in Ausstellungen präsentiert werden. Gerade weil die Züchter zu den monatlichen Zusammenkünften  von weiter her kommen, wird immer ein Fachvortrag präsentiert. „Vielleicht ist es die Atmosphäre, die uns zu einer tollen Gemeinschaft gemacht hat“, sagt der Vereinschef weiter.

Nur mit dem Nachwuchs will es einfach nichts werden. Zurzeit ist der Verein dabei, schon im Kitaalter zu werben. Damit wurden bisher gute Erfahrungen gemacht. Unter anderem haben Mitglieder gemeinsam mit Kindern Nistkästen gebaut. So will man die Begeisterung bei den Kindern wecken.

Im Laufe des Züchterlebens von Klaus Jungrichter hat er endlich herausgefunden, worauf seine Tiere so richtig abfahren. „Bei Mangold und Ringelblumen läuft ihnen das Wasser im Mund zusammen“, sagt er. Das ist für sie eine nahrhafte Delikatesse, die sich auch auf den „Jungrichterschen Gourmettellern‘“ wiederfindet. Davon bekommen die Tiere täglich.

Klaus Jungrichter konnte in diesem Jahr nur einen Jungvogel heranziehen, wo er sonst vier bis fünf hatte. Er glaubt, dass die rasanten Wetterumschwünge der vergangenen Jahre keine richtige Zucht ermöglichen. Er steht mit seiner Meinung nicht allein. Er hat dieses Problem schon im Verein diskutiert. Die Vogelzüchter wollen dieses Phänomen weiter beobachten. Doch nichtsdestotrotz wollen die Vereinsmitglieder 2018 wieder eine Ausstellung auf die Beine stellen.