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Von Syrien über Russland bis nach Peru

Bautzen. Die Interkulturellen Wochen des Landkreises Bautzen laden zu einer Reise (fast) um die ganze Welt ein. Die Reise startet in Hoyerswerda. Uwe Menschner

Die Interkulturellen Wochen finden wie in jedem Jahr seit 2010 auch in diesem wieder im gesamten Landkreis Bautzen statt. Insgesamt 35 Veranstaltungen laden zwischen dem 15. und 30. September zum Zuhören, Nachdenken und Mitmachen ein. Das diesjährige Motto lautet "Vielfalt verbindet" - es soll also die gesamte Bandbreite der im Landkreis lebenden Völker und Kulturen einbezogen werden. Das Spektrum reicht von denjenigen, die in den vergangenen zwei Jahren oft als Flüchtlinge im Fokus standen - also Syrer, Afghanen und Nordafrikaner - über Russen und Kubaner bis hin zu einem für ostsächsische Begriffe so exotischen Volk wie den Peruanern.

Also alles wie immer? Nicht ganz. "Die Zuständigkeit für die Organisation hat von der Ausländerbeauftragten zum Sachgebiet Integration des Ausländeramtes gewechselt", wie Frances Lein von der Pressestelle des Landratsamtes erklärt. "Wir werfen aber nichts über den Haufen", versichert Koordinatorin Dr. Jana Sende. Auch in diesem Jahr stütze man sich auf die ehrenamtlichen Strukturen und arbeite mit den aus den Vorjahren bekannten Lokalkoordinatoren für Bautzen, Hoyerswerda, Kamenz und Bischofswerda zusammen. Das Programm sei allerdings im Vergleich zu 2016 etwas eingedampft worden - von vier auf zwei Wochen.

Ist noch etwas anders? Schließlich hatte doch das Bautzener Willkommensbündnis angekündigt, aufgrund der Vorkommnisse um den Landrats-Beigeordneten Udo Witschas (CDU) die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt bis auf Weiteres einzustellen. Bereits laufende gemeinsame Projekte sollten davon allerdings ausgenommen bleiben. "Diese Vorgänge hatten keine Auswirkungen auf die Vorbereitung der Interkulturellen Wochen", versichert Jana Sende. "Auch Absagen gab es nicht."

Der Auftakt wird in diesem Jahr in Hoyerswerda vollzogen: mit dem Theaterstück "Rechts: ex und pop", das am Freitag, 15. September, 16.30 Uhr, im Bürgerzentrum Braugasse aufgeführt wird (Teilnahme nur auf Einladung). Uneingeschränkt öffentlich ist hingegen die Veranstaltung "Hoyerswerda, 26 Jahre nach 1991", die am Sonnabend, 16. September, ab 1 Uhr in der Kulturfabrik (Braugasse 1) stattfindet. Auf die Vorführung von Filmen aus dem Doku-Projekt "Hoyerswerda 1991" folgt eine Diskussionsrunde.

Weitere Punkte im Hoyerswerdaer Terminkalender sind unter anderem ein Gottesdienst "Vielfalt verbindet" am Sonntag, 24. September, 9.30 Uhr im King-Haus, das "Zeißiger offene Fenster" am gleichen Tag ab 15 Uhr auf dem Zeißighof (hierzu sind diesmal in Hoyerswerda lebende Asylbewerberfamilien eingeladen) sowie der "Trommelzirkus" am Freitag, 29. September, 15 Uhr auf der Kinder- und Jugendfarm.

Und die Peruaner? Ihnen (oder besser gesagt ihm) können die Gäste der Stadtbibliothek Bautzen am Dienstag, 26. September ab 19 Uhr begegnen - in Gestalt von Yuri Lévano Garcia, der bereits seit fast 25 Jahren in der Stadt lebt.

Das gesamte Programm der Interkulturellen Woche gibt es im Internet unter

www.landkreis-bautzen.de/ikw .