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Von Sonne, wilden Kühen und einem Erlass

Finn vor dem Kürbis.
Finn vor dem Kürbis. FOTO: Neumayer
Bei der Eröffnung der Hafenstube und weiteren Räumlichkeiten in der Telux durch den Verein Mobile Jugendarbeit und Soziokultur Weißwasser wollte man sich gar nicht lange mit Reden aufhalten. Vereinschef Christian Klämbt gab zu, sich an die Weisung von Landrat Bernd Lange (CDU) aus dem Jugendhilfeausschuss des Kreises zu halten. Regina Weiß

Dort beträgt die Redezeit fünf Minuten. "Ich bin so konditioniert", so Klämbt.

Die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hat Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) mit einem Zehn-Kilometer-Lauf verglichen. "Alle sind am Startpunkt aufgeregt, haben vielleicht Gedanken zu gewinnen. Aber das Wichtigste ist, dass man sich bewegt. Alle Ortschaften, die teilnehmen, haben mit Sicherheit gewonnen", so Brehmer. So werde nämlich der Zusammenhalt im Ort gestärkt, sagte er bei der Auftaktveranstaltung in dieser Woche in Daubitz. Brehmer fand, dass sich Daubitz als erste Station sehr gut vorbereitet habe. Bis dahin, dass man Sonnenschein bestellt hatte.

Dass mit dem Sonnenschein ließ Roland Höhne, Mitglied der Jury und Bürgermeister von Rosenbach, nicht so gelten. Für das schöne Wetter seien die Gäste verantwortlich. "Wir sind keine sächsische Staatsregierung und gleich gar nicht der Rechnungshof. Ich hoffe, Ihr habt den Eindruck, es sind Freunde gekommen. Die Stimmung im Bus war schon so gut, dass wir fast gesungen hätten", so der Oberlausitzer.

Eine Heimatstube haben viele. Genau das wollten die Daubitzer nicht. Deshalb haben sie sich entschlossen, unterm Dach des Gewandhauses ein Schulmuseum einzurichten. Das war die erste Station des Dorfrundgangs. Dort erfuhr die siebenköpfige Jury viel über die Geschichte des Ortes. Über 300 Jahre Marktrecht verhalfen eben auch Daubitz zu einem Gewandhaus, so Erich Schulze, Vorsitzender vom Heimatverein. Das nach der Wende sanierte Haus hatte zu DDR-Zeiten viele Funktionen. So war es auch LPG-Düngeschuppen.

Landrat a.D. Erich Schulze ist ein wandelndes Geschichtslexikon. Oder wie es Petra Kanter vom Daubitzer Heimatverein formulierte: "Nicht verzagen, Erich fragen." Und der hatte noch eine geschichtliche Anekdote auf Lager. Als die Bahnstrecke Cottbus-Görlitz gebaut wurde, hätte Daubitz Station werden sollen. "Doch dazu ist es nie gekommen, weil die Bauern dachten, dass ihr Vieh wilde wird", so Schulze. Der Bahnhalt ging dann damals nach Rietschen.

Einen Ort wie Daubitz in drei Stunden mit all seinen Besonderheiten zu präsentieren, ist nur mit einem straffen Zeitplan zu schaffen. Erstellt wurde der intuitiv, so Mitorganisatorin Diana Tüngerthal. Damit doch nichts aus dem Ruder läuft, gab es eine Glöckchenverantwortliche. Rietschens ehemalige Hauptamtsleiterin und Heimatvereinsmitglied Barbara Bergmann übernahm diese Rolle und ermahnte immer mal wieder ganz charmant.

Als es um die Ausfertigung der Tür für den Anbau an der Turnhalle Sagar ging und die Frage zu beantworten war, ob diese aus Kunststoff oder Aluminium gefertigt werden sollte, fand der Krauschwitzer Gemeinderat Dieter Heyne (CDU) dafür seine eigene Antwort: "Was ewig hält, das bringt kein Geld."

Die Krauschwitzer hatten in ihrer Sitzung über die Vergabe von Straßensanierungen zu entscheiden. In dem Rahmen sollen auch Regenwassereinläufe auf der Geschwister-Scholl-Straße erneuert werden. "Die Unvollendete", fiel Udo Petho vom Ortschaftsrat zu dieser Straße nur ein. Diese trägt übrigens jetzt ein ganz modisches Flickenmuster, nachdem Straßenschäden über fünf Wochen im Auftrag des Landkreises ausgebessert wurden.

Wer bei der Grundsteinlegung für die neue Grund- und Oberschule in Schleife die Schüler vermisst hat, den konnte Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) aufklären. Es gebe einen Erlass des Innenministeriums, nachdem es nicht gern gesehen werde, wenn Schüler und Politiker kurz vor einer Wahl miteinander in Kontakt kommen. Als er das am Donnerstag im Festzelt sagte, glaubte mancher, nicht richtig gehört zu haben. Die Schleifer machten das Beste daraus und holten sich mit der Kita Milenka Rohne und Pfiffikus Schleife die künftigen Schulkinder ran. Und die hatten nicht nur Musik und Tanz im Gepäck, sondern auch einen besonderen Kuchen. "Wir freuen uns so", stand auf der Leckerei, die dann an den Schleifer Bürgermeister übergeben wurde.

Während seiner Rede zur Grundsteinlegung gab der Schleifer Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) selbst zu, sehr oft Danke gesagt zu haben. Damit schloss er all jene ein, die beim Projekt Schule geholfen haben oder es jetzt weiter stemmen müssen. "Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, dass in den nächsten Jahren unsere ganze Kraft fordern wird", so Bork. Und er hatte noch einen Hintergedanken. "Sie wissen, Danke ist die höchste Form der Bitte", so Bork. Soll heißen, die Unterstützer sollen Schleife weiter gewogen bleiben.

Die Mädchen und Jungen der Kita Milenka sangen bei der Grundsteinlegung zum Schulkomplex in Schleife sorbisch. Moderator Holger Thomas fragte in die Runde, wer eins der Lieder erkannt hatte. SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Baum wusste, dass es um "Brüderchen, komm tanz mit mir" gegangen war. "Toll, Sie haben eine Stunde in der Kita Milenka gewonnen", erklärte Holger Thomas unter dem Lachen der Gäste.

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) gab zu, das erste Mal in Schleife zu sein. Sie habe bei der Herfahrt sehr die Landschaft genossen. Was die Ministerin allerdings gleich feststellte: "Der Handy-Empfang ist hier nicht so gut."

Manchmal tut schnelle Hilfe not. So war es auch jetzt, als in Krauschwitz der Abriss der alten Turnhalle immer näher rückte. Die Gymnastikgruppe von Stahl Krauschwitz sowie die allgemeine Sportgruppe mussten sich einen Kopf machen, wohin mit ihren Bällen. Dank der Zusammenarbeit von Daniel Mosmann, stellvertretender Bürgermeister, der Firma Drogoin und Bufdi Ralf Helbig konnte ein Regal für die Bälle gefertigt und angebracht werden, freut sich Übungsleiterin Kerstin Lux.

Beim sächsischen Schulsporttag hatten die Mädchen und Jungen der Grundschule Schleife gemeinsam mit polnischen Schülern rund um den Halbendorfer See kürzlich viel Spaß - bis Petrus die Schleusen öffnete. Sollte der Rest des Tages, vor allem das Grillen, etwa ins Wasser fallen? Schulleiterin Petra Rübesam klopfte bei Wake & Beach am See an. Inhaber André Böhme ließ die Kinder ein und stellte noch einen Grill zur Verfügung. Der gemeinsame Ausklang war gerettet. Kristin Hubatsch, einer der Muttis, die die Klasse begleitete, findet dafür nur lobende Wort.

Der kleine Finn Neumayer hat derzeit den Garten seines Opas in Schleife etwas genauer im Blick. Konkret geht es um einen Kürbis, der ,,im Baum'' wächst. Der Opa stützt ihn mit einer Leiter und bewahrt ihn so vor dem runterfallen. Finn ist sehr begeistert davon und muss bei jedem Gartenbesuch nach seinem Kürbis auf der Leiter schauen, teilt Mutter Katrin Neumayer mit.