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Von Klöppeln bis zur Bergbaugeschichte

Dieter Retschke (r.) erklärt Mareen Hoch und ihrem Sohn Valentin eine historische Bergmannsuniform, wie sie in Zeißholz zu Feiertagen getragen wurde.
Dieter Retschke (r.) erklärt Mareen Hoch und ihrem Sohn Valentin eine historische Bergmannsuniform, wie sie in Zeißholz zu Feiertagen getragen wurde. FOTO: H. Hirschfeld/hir1
Hoyerswerda/ Zeißholz. Zu den rund 7500 Denkmalen, die am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals zu besichtigen waren, gehörten auch welche in der Region. In Hoyerswerda gab es bereits ab dem Vormittag Angebote für Interessierte. Heinz Hirschfeld / hir1

Es hätte die Möglichkeit einer besseren Koordination der Veranstaltungen in der Stadt bestanden. So aber nahmen sich die Anbieter gegenseitig die Besucher weg.

In der um das Jahr 1750 angelegten Langen Straße öffnete das Haus Nummer 1 seine Pforten. In ihm wird seit etwa 35 Jahren durch den Kulturbund (KB) versucht, hier kulturelles Leben zu befördern. So hat seit 2005 der Klöppeltreff im Obergeschoss ein Domizil. Im Erdgeschoss wird durch die Hans Sachs GmbH eine historische Schuhmacherwerkstatt betrieben. Der ehemalige Kreisdenkmalpfleger und Mitglied im Kulturbund, Peter Biernath, erzählte den Besuchern viel Wissenswertes aus der Historie des Hauses. In den 80er-Jahren gab es in der Stadt Ideen, nach und nach die Lange Straße als historische Handwerkergasse zu gestalten. So siedelten sich dort ein Geigenbauer, ein Kunstmaler, ein Glasgestalter und andere an. Das ging bis zur Wende gut.

Dann war das Bestreben, die Häuser an der Straße zu verkaufen. Noch heute künden entsprechende Schilder von den Verkaufsabsichten. Nur das Haus Nr. 1 wurde nicht veräußert, weil dort neben Bemühungen um Leben auch Ergebnisse aufzuweisen sind. So wurden dort noch ein historischer Waschkessel, ein Küchenherd von anno dazumal, ein Jugendstilofen und die Granitplatten des Treppenhauses erhalten. Der Kulturbund Hoyerswerda will "mit dazu beitragen, dass die Lange Straße wieder zu einer echten Handwerkergasse wird", sagt Peter Biernath.

Auch im Dorfmuseum Zeißholz, wurde der Tag des offenen Denkmals begangen - mit einer Kaffeetafel für die etwa 35 Besucher. "Wir sind mit der Museumssaison zufrieden. Das gute Ergebnis von ungefähr 200 Besuchern wiegt umso schwerer, wenn man bedenkt, dass unser Museum nur noch nach vorheriger Anmeldung geöffnet ist", erklärt Museumschef Dieter Retschke. Stolz erzählt er, dass vor Kurzem ein Fördermittelantrag bestätigt wurde, sodass noch in diesem Jahr das Dach des Bergbaukabinetts gedeckt werden kann. "Wir freuen uns, dass die Besucher am meisten von unserer Darstellung des Lebens vor etwa 100 Jahren in der Region fasziniert sind", resümiert Dieter Retschke.

Renate Heeger, Renate Schindler und Gisela Stein (v.l.n.r.) gehören zum Klöppeltreff, der seit zwölf Jahren sein Domizil in der Langen Straße 1 in Hoyerswerda hat.
Renate Heeger, Renate Schindler und Gisela Stein (v.l.n.r.) gehören zum Klöppeltreff, der seit zwölf Jahren sein Domizil in der Langen Straße 1 in Hoyerswerda hat. FOTO: hir1