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Von der Stärke, auch einmal etwas von anderen erledigen zu lassen

Einen großen Blumendank gab es für Referentin Silke Stattaus (2.v.r.) sowie Jaqueline Bramborg (3.v.r.) durch Kerstin Gille (2.v.l.) und Therese Wiersma (rechts). Ilse Martschink (l.) war eine der Ersten, die Therese Wiersma bestärkt hatten, das "Frühstückstreffen für Frauen" auch in Hoyerswerda ins Leben zu rufen.
Einen großen Blumendank gab es für Referentin Silke Stattaus (2.v.r.) sowie Jaqueline Bramborg (3.v.r.) durch Kerstin Gille (2.v.l.) und Therese Wiersma (rechts). Ilse Martschink (l.) war eine der Ersten, die Therese Wiersma bestärkt hatten, das "Frühstückstreffen für Frauen" auch in Hoyerswerda ins Leben zu rufen. FOTO: uhz1
Hoyerswerda. Rund 80 Frauen sind zum vierten ökumenischen Frauenfrühstück gekommen – nicht nur, um gemütlich zu frühstücken. Das Thema "Deine Stärke macht mich schwach" hatte die meisten neugierig gemacht. uhz1

Auch Karin Piater (55) und ihre Mutter Inge Lieschke (76), die sogar aus Cottbus gekommen waren. Silke Stattaus erläuterte, wie es schon mal auf den Magen schlagen kann, wenn etwas nicht so läuft, wie man es sich wünscht. Die Probleme gleichen sich, hat die Vorsitzende des bundesweit agierenden Vereins "Frühstückstreffen für Frauen" beobachtet, die regelmäßig bei den Frauenfrühstücks vorträgt.

Es setze sich immer wieder das gleiche Gedankenkarussell in Bewegung "nämlich, den Anforderungen von Familie und Beruf nicht gerecht zu werden". Das Selbstwertgefühl gehe in den Keller, was alles noch schlimmer mache. "In unserer Gesellschaft wird Stärke großgeschrieben", beschreibt sie. "Schwache Menschen benötigen Hilfe und sind daher die Verlierer. Sie sind unbeliebt und müssen sich durchs Leben beißen. Doch ist das wirklich so?" hinterfragte sie das scheinbar Selbstverständliche. Es komme auf eine gute Gemeinschaft an - und die gedeihe dort, "wo jeder mal stark und auch mal schwach sein darf". Aber um das Leben meistern zu können, brauche es ein gesundes Selbstbewusstsein, man müsse aber nicht immer alles selbst bewältigen. "So zeigen Sie keinesfalls Schwäche und dürfen sich auch nicht schuldig fühlen, wenn Sie zwar etwas selbst machen könnten - es ein anderer aber aus Liebe tut. Das schafft wiederum wichtiges Vertrauen dem anderen gegenüber, dass Sie dessen Hilfe schätzen", ergänzte sie.

Stark oder schwach sein habe also etwas mit dem Leben zu tun, resümierte sie. Den Starken gelingt nicht automatisch das Leben. Und Schwache bewältigen nicht automatisch ihr Leben nicht. "Aber manchmal kommt man vielleicht an eine Stelle, wo es nicht weiter geht. Suchen Sie sich dann professionelle Hilfe. Auch in dem Moment beweisen Sie Stärke", appellierte sie in die Runde.

Als gelungene Abwechslung kamen die Gospel-Beiträge sowie die Musical-Auszüge des "Paulus"-Chores aus Königswartha im Publikum an. In dem Chor singt auch die Hoyerswerdaerin Christine Schillem mit, wodurch der Chor für diesen Auftritt gewonnen werden konnte.

Schon jetzt nutzten viele die Möglichkeit, sich für die nächste Veranstaltung anzumelden, die in einem Jahr stattfindet. Über die positive Resonanz freuten sich natürlich auch die Frauen der Vorbereitungsgruppe. Mehr Zulauf könnte der Frühstückstreff haben, hofft Ursula Siuda, wenn auch mehr konfessionslose Frauen kämen. Die Themen selbst hätten schließlich wenig mit dem Glauben zu tun.

Am 7. Mai treffen sich einige Frauen vom Frühstückstreff wieder. Um 19 Uhr soll es in der Fleischerei Sinapius weiterführende Gespräche geben.