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| 16:52 Uhr

Hoyerswerda
Von Bäckerei Pieprz bleibt nur der Name

Hoyerswerda. Neuer Eigentümer, neue Waren, aber kein Pieprz-Geschmack mehr. Das ist eine bittere Pille für alle Fans der Hoyerswerdaer Bäckerei: Ab dem 1.März liegen in den Regalen der sieben Filialen Backwaren der Landbäckerei Schmidt aus Königstein. Von Sascha Klein

Die sieben Filialen und ein Großteil der Arbeitsplätze beim insolventen Bäckerei-Betrieb Pieprz in Hoyerswerda sind laut des Insolvenzverwalters Frank-Rüdiger Scheffler von der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung gerettet. Filialen, Mitarbeiter und auch der Markenname der Bäckerei Pieprz gehen mit Wirkung zum 1. März  auf die JANA Backwaren Vertriebsgesellschaft mbH über, so Scheffler weiter.

Inhaber des im November 2017 gegründeten Unternehmens sind Sohn und Tochter des 54-jährigen John Arko senior, der seit vielen Jahren die Geschicke der Landbäckerei Schmidt aus Königstein (Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) leitet. Der 23-jährige John Albrecht Arko ist gelernter Bäckermeister und Nicole Arko, 22 Jahre alt, befindet sich in den Endzügen ihres BWL-Studiums mit Vertiefungsrichtung Food Management, teilt der Insolvenzverwalter mit. Beide seien bereits seit mehreren Jahren im elterlichen Betrieb tätig.

Insolvenzverwalter Scheffler betont: „Mit der Übernahme durch die JANA mbH führen wir den rund ein Jahr andauernden Prozess aus Verfahrenseröffnung, ersten Sanierungserfolgen und strukturierter Investorensuche zu einem positiven Ergebnis.“ Die Mitarbeiter der Bäckerei Pieprz seien bereits über den neuen Investor und die anstehenden Pläne informiert worden.

Das bedeutet für das Unternehmen: Es wird künftig keine Backwaren mehr aus dem Hause Pieprz­ geben. „Stattdessen werden die sieben Filialen künftig mit Produkten von der Landbäckerei Schmidt beliefert. Name und Inneneinrichtung von der Bäckerei Pieprz behalten wir an den jeweiligen Standorten bei“, betont Scheffler. Darunter befinden sich fünf in Hoyerswerda, eine an der B 97 sowie eine weitere in Schleife. Das ehemalige Produktionsgebäude in der Ackerstraße wird der Umschlagplatz für die angelieferten Produkte sowie Sitz der Verwaltung.

„Streng genommen ist demnach in der Zukunft nicht mehr Pieprz drin, wo Pieprz drauf steht“, so John Albrecht Arko, Geschäftsführer der JANA mbH. „Auch mit Blick auf bisher stark nachgefragte Pieprz-Spezialitäten wie dem bekannten Krabat-Brot versprechen wir, dass die Kunden äquivalente Produkte an der Verkaufstheke vorfinden werden“, so der Jungunternehmer.

Das Insolvenzverfahren der Bäckerei Pieprz GmbH & Co. KG wurde im Januar 2017 eröffnet. Im Zuge dessen setzten Insolvenzverwalter Frank-Rüdiger Scheffler und sein Team erste Sanierungsmaßnahmen wie die Verbesserung interner Prozesse und die Schließung des Fabrikverkaufs am Stammsitz sowie zwei weiterer Filialen um. Im Mai 2017 wurde für den Neustart aus der Insolvenz in Zusammenarbeit mit Sanierungsberater Matthias Wiechert und der ABG Consulting eine strukturierte Investorensuche initiiert.