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Von Amerika nach Bernsdorf

Lizzy und ihr Vater John MacEnulty, bringen den Biergarten der "Schwemme".
Lizzy und ihr Vater John MacEnulty, bringen den Biergarten der "Schwemme". FOTO: Heinz Hirschfeld/hir1
Bernsdorf. Seit kurzem ist wieder Leben in der "Schwemme" eingezogen. Das einst beliebte Bernsdorfer Gartenlokal ist untrennbar mit dem "Deutschen Haus" verbunden. Heinz Hirschfeld / hir1

Nun hat der 54-jährige John MacEnulty aus St. Louis im amerikanischen Staat Missouri mit Frau und Tochter Elizabeth die "Schwemme" wiedererweckt. Gemeinsam bewirtschaften sie das Gartenlokal, den Biergarten sowie samstags und sonntags auch das Restaurant. Später, wenn sich alles eingelaufen hat, will John MacEnulty sich auch um zusätzliches Personal kümmern.

John MacEnulty ist ein enger Verwandter des Eigentümers vom "Deutsches Haus", Daniel Becker, der ebenfalls in den USA wohnt. Vor drei Jahren hat John gemeinsam mit Daniel Becker dem "Deutschen Haus" einen Besuch abgestattet. 2015 kam der Amerikaner erneut nach Bernsdorf - und blieb für fünf Wochen. In dieser Zeit verliebte er sich in das Städtchen. "Es ist die Ruhe und Überschaubarkeit, die ich an Bernsdorf so schätze. Es ist genau das Gegenteil von St. Louis, einer hektischen und lauten Großstadt. Und noch eins hat mich hierhergezogen - die freundliche Art der Menschen", erzählt er.

Er selbst hat jahrelang in verschiedenen Restaurants gearbeitet und kennt sich in der Gastronomie aus. Davor hat er bei der US-Polizei seine Brötchen verdient. John MacEnulty hat sich mit der Situation der hiesigen Gastronomie vertraut gemacht. Bevor er sich mit seiner Familie dazu entschloss, die "Schwemme" auf Vordermann zu bringen, hat er sich in der Lausitz verschiedene Restaurants angeschaut.

Er weiß, worauf er sich einlässt. Bei den einfachen Bernsdorfern, die sein Klientel werden sollen, sei das Geld nicht immer so locker. Deshalb konzentriert sich John MacEnulty erstmal auf Getränke, Barbecuespeisen, und Eis. Dabei setzt der 54-Jährige auf Lausitzer Spezialitäten. Auf der umfangreichen Getränkekarte ist unter anderem auch das Wittichenauer Fassbier zu finden.

Die MacEnultys haben die "Schwemme" renoviert und dekoriert. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Familientradition, die Felix Fritsch vor mehr als 60 Jahren aufbaute, weiterzuführen. Da ihre Liebe dem Softball und Baseball gehört, befinden sich an den Wänden Fotos bedeutender Teams, und Trikots berühmter Coaches und Spieler. Mit der "Schwemme" will der Softball- und Baseballcoach John MacEnulty in Deutschland Fuß fassen, und im nächsten Jahr interessierten Kindern seine Sportart näher bringen.

Das Lokal hat täglich außer montags geöffnet. Dienstags bis freitags, von 16 bis 22 Uhr, samstags und sonntags ab 12 Uhr. Zusätzlich ist sonntags ab 10 Uhr Frühschoppen. Weitere Informationen zum Lokal gibt es bei Facebook unter "Deutsches Haus".