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Von "älteren Kindern" in der Parkstadt, Problemen bei der Abstimmung und einem Luxus-Kletterfelsen in Krauschwitz

Und dann wird die Kanone bis zum nächsten Einsatz verschlossen. "Nicht, dass die Spatzen dort drin nisten", begründete Olaf Anders, Nordstaatler beim 22. Countryfest in Daubitz-Walddorf, am vergangenen Wochenende.
Und dann wird die Kanone bis zum nächsten Einsatz verschlossen. "Nicht, dass die Spatzen dort drin nisten", begründete Olaf Anders, Nordstaatler beim 22. Countryfest in Daubitz-Walddorf, am vergangenen Wochenende. FOTO: rw
Als eingespieltes Team haben sich Fabian Adler und Tilmann Havenstein beim 22. Countryfest wieder die "Bälle" zugeworfen. rw, ni, ckx

So erinnerten sie auch an einen Auftritt von Sänger Gunter Gabriel auf der Forest Village Ranch. "Er hat damals sogar auf unserem Friedhof Probe gelegen", warf Adler ein. Mittlerweile musste die Countrywelt ja vom Sänger Abschied nehmen.

Ein großes Lob stellvertretend für Hunderte Helfer bekam Dieter Hoffmann ausgesprochen. "Er ist wirklich ein großer Helfer", lobte Tilmann Havenstein den Daubitzer. Trotzdem hat Hoffmann noch Zeit, immer wieder beim Line-Dance mitzumachen. Dabei wurde schon so mancher Schuh durchtanzt, wie er beim Einzug des Westerntrecks beim Countryfest unter Beweis stellen konnte.

Kein Countryfest ohne Kanonendonner. Die Nordstaatler sorgten auch diesmal in Daubitz für den richtigen Knall. Danach wurde die Kanone von Olaf Anders verschlossen. "Nicht, dass noch die Spatzen drin nisten", so sein Kommentar.

Als Christian Klenner, stellvertretender Bürgermeister von Bad Muskau, am Mittwoch die Ratssitzung eröffnen wollte, musste er mit dem Stift gegen das Wasserglas schlagen. Die Glocke, die sonst der Stadtchef nutzt, lag nicht auf dem Tisch. "Die hat der Bürgermeister bestimmt mit in den Urlaub genommen", so Klenner.

Aus Sicht von Stadtrat Michael Lang muss das "Vorsicht Kinder"-Schild an der alten Grundschule an der Berliner Chaussee weg. "Das ist ja schon lange keine Grundschule mehr", so Lang. Schild und auch Querungshilfe bleiben, konnte Hauptamtsleiter Dirk Eidtner erklären, weil nebenan das Seniorendomizil Kursana ist. "Aber dort sind doch keine Kinder?", warf Lang ein. "Vielleicht ältere", entgegnete ein Stadtrat.

Die Toiletten-Anlage am Freizeitpark in Weißkeißel ist fertiggebaut. Alles sei okay, wie die Abnahme zeigte, berichtete Gemeindearbeiter Henri Hänchen in der Ratssitzung. Als er kundtat: "Gestern wurde sie das erste Mal benutzt, und wir wollen noch eine kleine Einweihung machen", lachten die Anwesenden lauthals. Da hatte Hänchen gerade deren Kopfkino angeschaltet ...

Bei den unzähligen Abstimmungen zu Bürgereinwänden gegen den Weißwasseraner Haushalt für das laufende Jahr haben am Ende die Räte und die Verwaltung wohl nicht mehr so ganz durchgesehen. Einerseits fand sich im Haushalt der Passus: "Abriss des Güterbahnhofes". Warum dieser Haushaltsposten sich noch in dem Entwurf für die städtischen Finanzen findet, konnte am Dienstag nicht mehr aufgeklärt werden. Denn: Wie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) richtigerweise feststellte, ist der Güterbahnhof längst abgerissen. Ein Bürgereinwand befasste sich dennoch mit dem bereits durchgeführten Abriss. Dass für einen imaginären, also nicht mehr benötigten Abriss Geld ausgegeben werden soll, lehnte der Bürger ab. Die Räte lehnten in ihrer Abstimmung zunächst diesen Einwand ab. OB Pötzsch fragte noch einmal bei der Stimmendurchzählung: "Soll ich den Beschlussvorschlag noch einmal vorlesen?" Dann schalteten auch die Räte: Nun stimmten sie mehrheitlich dem Bürgereinwand zu, den Weißwasseraner Güterbahnhof doch nicht abzureißen. Weil er eben schon abgerissen wurde. Puh, ganz schön kompliziert.

Selbst wenn alle Maßnahmen des externen Gutachtens ohne die Steuererhöhungen umgesetzt werden sollten, so munkelten einige während der Ratssitzung, würde es nicht reichen, das jährliche Haushaltsloch zwischen 2018 und 2020 von gut 750 000 Euro zu stopfen.

Auf die Frage, ob denn der geplante Oberlausitzer Sportpark in Weißwasser "purer Luxus" sei, konnte sich Baureferatsleiter Thomas Böse während der jüngsten Stadtratssitzung folgende Bemerkung nicht verkneifen: "Es ist kein Luxus, was wir dort planen. Es ist Luxus, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf, sich einen 18 Meter hohen Kletterfelsen wie in Krauschwitz hinzustellen."