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| 19:42 Uhr

Was die Verbraucher bewegt
Vom Betrug bis zur Brotbüchse

Seit 25 Jahren beraten Angelika Große (r.) und Silvia Melde besorgte Bürger in Hoyerswerda. Aktuell häufen sich besonders Anfragen zur gesunden Ernährungsweise. Mit der "Ampelcheck"-Karte können Zuckerfallen direkt im Supermarkt entlarvt werden.
Seit 25 Jahren beraten Angelika Große (r.) und Silvia Melde besorgte Bürger in Hoyerswerda. Aktuell häufen sich besonders Anfragen zur gesunden Ernährungsweise. Mit der "Ampelcheck"-Karte können Zuckerfallen direkt im Supermarkt entlarvt werden. FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Die Verbraucherzentrale Hoyerswerda wird 25 Jahre alt. Gesunde Ernährung mehr im Fokus. Von Anja Hummel

Ein belegtes Brötchen, Fruchtquark, Süßigkeiten – was Silvia Melde in der „Durchschnittsbrotbüchse“ der Grundschüler findet, gefällt ihr nicht so gut. „Obst und Gemüse sind eher die Ausnahme“, sagt sie. Seit 25 Jahren arbeitet sie gemeinsam mit Angelika Große in der Hoyerswerdaer Verbraucherzentrale. Während sich die eine mit Fragen rund um die gesunde Ernährung beschäftigt, kümmert sich die andere um Mietrecht, Betrügereien und Energiespartipps. Seit der Eröffnung 1993 sind beide Frauen Ansprechpartnerinnen für alle Verbraucher, die sich unsicher sind, Informationen brauchen, Fragen haben.

Dubiose Haustürgeschäfte, überteuerte Schlüsseldienste, kuriose Gewinnspiele und Post von ausländischen Inkassobüros – all das sind häufig Themen in den Beratungsräumen im Einsteinhaus. „Besonders Firmenvertreter, die von Haus zu Haus ziehen, erzählen viele tolle Geschichten“, sagt Angelika Große ironisch. Von den kuriosesten Versicherungen hat sie schon gehört.  Zum Beispiel für eine „Flugrettung“ im Falle eines Unfalles. „Das ist völlig sinnfrei, denn  ob Hubschrauber oder Rettungswagen eingesetzt werden, entscheidet der Arzt und nicht ein Versicherungskärtchen im Portemonnaie“, sagt Angelika Große kopfschüttelnd. Im vergangenen Jahr hat sie mehr als 600 Verbraucher bei komplexen rechtlichen Anliegen und Finanzproblemen beraten. Insgesamt wandten sich knapp 3500 Ratsuchende an die Hoyerswerdaer Verbraucherzentrale. „Die Zahl ist seit Jahren ungefähr auf dem gleichen Niveau“, so Große. Überwiegend kommen ältere Bürger, die meisten sind über 40 Jahre alt. Während sich die reifere Generation oftmals mit tückischen Geldfallen herumärgert, haben die jüngeren Leute eher Beratungsbedarf, wenn es um Versicherungsabschlüsse geht. „Für Familien steht das ganz oben auf der Liste“, so Angelika Große, die von einem speziellen Fall berichtet. „Für ihre fünfjährige Tochter hat eine Familie eine Rentenversicherung mit einer Laufzeit von 62 Jahren abgeschlossen. Die Auszahlung sollte exakt der eingezahlten Gelder entsprechen.“ Dank Beratung konnte der unwirtschaftliche Vertrag aufgelöst werden.

Aber worauf achten beim Vertragsabschluss? Die Tipps der Expertin: „Wenn man nach der Beratung gar nicht mehr weiß, worum es eigentlich geht, dann stimmt etwas nicht.“ Außerdem wichtig: die Laufzeiten – wie das Beispiel der jungen Familie  zeigt. Die Empfehlung: eine Maximallaufzeit von zehn Jahren. Generell sollte man vor einem Abschluss immer verschiedene Angebote miteinander vergleichen und sich nicht von einem netten Verkäufer blenden lassen.

Während Angelika Große im Einsteinhaus berät, zieht Silvia Melde quer durch die Landkreise Görlitz und Bautzen. Da schaut sie nicht nur in die Brotbüchsen der Schüler, sondern veranstaltet auch gesunde Frühstücksrunden oder Projektwochen. Ihr Tipp, damit die Kleinen mehr Apfel und Paprika naschen: „Alles klein schneiden, dann wird es auch gegessen“, sagt sie lächelnd.

Die Verbraucherzentrale Hoyerswerda hat ihren Sitz in der Einsteinstraße 47. Termine können unter 03571 406492 vereinbart werden. Geöffnet ist Montag, Mittwoch und Donnerstag von jeweils 13 bis 16 Uhr, dienstags von 9 bis 12 sowie 13 bis 18 Uhr.

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750 Jahre Hoyerswerda - Logo - FOTO: LR