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| 18:08 Uhr

Dörgenhausen
Vollsperung für Vollsanierung

Der Startschuss für den Straßenneubau fiel am Donnerstag mit dem Fall der Roteichen entlang der Dörgenhausener Ortsdurchfahrt.
Der Startschuss für den Straßenneubau fiel am Donnerstag mit dem Fall der Roteichen entlang der Dörgenhausener Ortsdurchfahrt. FOTO: Anja Hummel / LR
Hoyerswerda. Die Dörgenhausener Ortsdurchfahrt, die von Hoyerswerda nach Wittichenau führt, wird in den kommenden zwei Jahren komplett erneuert. Von Anja Hummel

Ein wenig irritiert tritt der Fahrer des gelben Transporters auf die Bremse. Er ist Richtung Hoyerswerda unterwegs. Vor seiner Nase auf der Wittichenauer Straße kurz vor Dörgenhausen: rot-weiße Absperrschranken samt Warnleuchten. Er leiert die Scheibe herunter. „Seit wann steht’n das hier?“, fragt der Mann mit großen Augen. Die Antwort: seit wenigen Stunden.

Pünktlich früh um 8 Uhr hat die Firma Cityforest mit den Baumfäll­arbeiten entlang der Dörgenhausener Hauptstraße begonnen – und damit den Startschuss für den lang herbeigesehnten Neubau der Ortsdurchfahrt gegeben. Der Straßenabschnitt, der Wittichenau mit Hoyerswerda verbindet, soll bis Dezember 2019 vollkommen erneuert werden. Genau so lange bleibt der Bereich auch komplett gesperrt.

Den „Freifahrtschein“ für die Rundumsanierung gab es bereits im vergangenen Sommer. Damals trafen sich Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) und der sächsische Staatssekretär Stefan Brangs (SPD) direkt vor Ort. Als „schön, aber laut“, bezeichnete Skora die Ortslage an jenem hochsommerlichen Tag. Und Stefan Brangs überreichte bei vorbei donnernden Schwerlastern den ersehnten Förderbescheid über rund 2,5 Millionen Euro. Insgesamt sollen in den „Kampf“ gegen den dröhnenden Verkehr 3,5 Millionen Euro investiert werden. „Die Straße ist eine der entscheidenden Achsen, die wir im Süden Hoyerswerdas haben“, begründete Stefan Brangs aus dem sächsischen Verkehrsministerium im vergangenen Juli die finanzielle Unterstützung. Gut einen Kilometer lang ist die Strecke mitten durch die Dörgenhausener Ortschaft. Neben dem Bau eines beidseitigen Gehweges soll auch ein einseitiger Radweg entstehen. Außerdem werden die Bushaltestellen erneuert, ebenso wie die Entwässerungseinrichtungen.

Doch in diesen Tagen steht alles noch auf Anfang. Bevor die 25 Bäume, überwiegend Roteichen, entlang der Ortsdurchfahrt nicht gefällt sind, kann der Bau nicht starten. In den kommenden zwei Wochen sollen die Baumfällarbeiten aber geschafft sein. Dann wird die Baustelle eingerichtet und erste Abrissarbeiten können beginnen, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Die Sackgassenschilder aber stehen schon längst. Das bedeutet: Vollsperrung und Umleitung. Und zwar großräumig. Wer von Hoyerswerda nach Wittichenau möchte, muss entweder die B 96 bis zum Abzweig Neubuchwalde wählen oder die B 97 über Zeißholz  nutzen, um ans entsprechende Ziel zu gelangen.

Besonders den Dörgenhausenern wird also in den kommenden zwei Jahren so einiges abverlangt, war sich Oberbürgermeister Stefan Skora schon vorab bewusst. „Das wird noch manche Nerven kosten. Aber ich glaube, das werden die Dörgenhausener gemeinsam tragen. Schließlich wissen sie, welches Endprodukt entsteht“, machte Skora schon im Sommer 2017 Mut im Hinblick auf die langwierige Bauphase. Und das „Endprodukt“ verspricht so einiges: mehr Ruhe, mehr Entspannung für die Anwohner der Durchfahrtsstraße. Sicherlich genau der angemessene „Lohn“ nach zwei Jahren Bauzeit vor der eigenen Haustür.

Im Juli 2017: Staatssekretär Stefan Brangs (l.), Oberbürgermeister Stefan Skora, Birgit Weber vom Landkreis Bautzen und Dörgenhausens Ortsvorsteher Wolfgang Neubert (r.) an der S 95 in Dörgenhausen.
Im Juli 2017: Staatssekretär Stefan Brangs (l.), Oberbürgermeister Stefan Skora, Birgit Weber vom Landkreis Bautzen und Dörgenhausens Ortsvorsteher Wolfgang Neubert (r.) an der S 95 in Dörgenhausen. FOTO: Anja Hummel