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Vize-Landrat Witschas gerät weiter unter Druck

Auf dem Schreibtisch von Udo Witschas herrscht kontrolliertes Durcheinander. Hauptsache ist, er hat alles im Blick.
Auf dem Schreibtisch von Udo Witschas herrscht kontrolliertes Durcheinander. Hauptsache ist, er hat alles im Blick. FOTO: Mandy Decker/mdr1
Bautzen. Neuer Ärger für Bautzens Vize-Landrat Udo Witschas (CDU): Wie der MDR berichtet, hat Witschas im Landratsamt auch den neuen NPD-Kreisvorsitzenden Jürgen Kühn getroffen. Allerdings sei der NPD-Mann unvermittelt auf Witschas zugekommen und habe ihm persönlich mitteilen wollen, dass er jetzt diese Position bekleidet. Sascha Klein

Diese Fakten hat die Kreisverwaltung am Donnerstag auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt. Weitere Themen habe es zwischen Witschas und Kühn nicht gegeben, so das Landratsamt weiter.

Aufgrund der neuen Entwicklung hat Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Linke) erneut die Abwahl von Witschas gefordert. "Das Maß ist nun endgültig voll. Ich erwarte auch von den Fraktionen CDU, FDP und Freie Wähler, dass sie auf der Kreistagssitzung für die Abwahl von Herrn Witschas stimmen." Lay wirft Witschas zudem vor, beratungsresistent zu sein und nichts verstanden zu haben. Am kommenden Montag um 17 Uhr findet zum Thema Witschas und die Folgen ein Sonderkreistag in Bautzen statt. Dort wollen Linke sowie SPD/Grüne die Abwahl des Ersten Beigeordneten erreichen. Jedoch verfügen Linke, SPD und Grüne nur über 32 der 99 Mandate. Allein die CDU, die Partei, der Witschas angehört, verfügt inklusive Landrats-Stimme über 46 Mandate.

Der Erste Beigeordnete und stellvertretende Landrat Witschas war bereits vor Wochen in die Kritik geraten, weil er sich mit dem früheren NPD-Kreischef Marco Wruck getroffen und sich über drei Stunden mit ihm ausgetauscht hatte.