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| 16:38 Uhr

LR vor Ort
Visionen für den Scheibe-See

LR vor Ort bewirkte reges Interesse an der Weiterentwicklung des Scheibe-Sees: OB Stefan Skora und Stadtplanerin Gesine Wittkowski zeigen die Pläne für den Haussee. Foto: Anja Hummel
LR vor Ort bewirkte reges Interesse an der Weiterentwicklung des Scheibe-Sees: OB Stefan Skora und Stadtplanerin Gesine Wittkowski zeigen die Pläne für den Haussee. Foto: Anja Hummel FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Bürokratie-Bremse lässt Pläne für Hoyerswerdas Haussee nur langsam in Fahrt kommen. Von Anja Hummel

Die Skizze verspricht ein wahrlich malerisches Areal: Badestrand, Wassersport, Kletteranlage, Aussichtspunkt. Bis 2022 soll der Scheibe-See erblühen – für Einheimische, für Touristen, für jedermann. Bis dahin ist jede Menge Geduld gefragt. An Investoren aber soll es nicht hapern.

Die Traum-Skizze gefüllt mit Visionen hält Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) ausgebreitet in der Hand, während er und Stadtplanerin Gesine Wittkowski umringt von vielen neugierigen Bürgern direkt am Ufer des Scheibe-Sees stehen. Die RUNDSCHAU hat am Dienstagnachmittag am Ort des Geschehens zur Diskussionsrunde eingeladen. Unumstritten bleibt: Die Pläne für den See sind vorhanden, „aber man darf nicht zu viel auf einmal erwarten“, betont Stefan Skora. Denn: Die bürokratischen Hürden für die Rundum-Nutzung des Bergbaufolgesees seien nicht zu unterschätzen. Anträge an Naturschutzbehörden und Genehmigungen durch die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sind beispielsweise Faktoren, die eine Umsetzung der Scheibe-See-Visionen maßgeblich in die Länge ziehen. Spreetals Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) kann ein Lied davon singen. Schließlich geht es aufgrund noch ausstehender Genehmigungen auch am Spreetaler See nicht vorwärts. „Solange die Nutzungsrechte nicht klar sind, können wir möglichen Investoren auch keine Sicherheit geben“, so Heine, der als Oberhaupt einer der drei Anrainergemeinden in Sachen Scheibe-See mitdiskutiert. Auf Spreetaler Seite soll einmal ein Ferienpark entstehen. Interessierte Investoren gebe es zwar bereits, auch für den Scheibe-See, „aber die kommen nur, wenn sie sicher sind, dass der gesamte See auch ganzjährig nutzbar ist“, erklärt Manfred Heine.

Das Planfeststellungsverfahren – ein reiner Verwaltungsakt für das ganze Gewässer-System – läuft derzeit für den Scheibe-See. Fünf Jahre und länger kann solch eine Planfeststellung dauern. „Weil wir nicht so lange warten wollten, haben wir zumindest die Zwischennutzung des Badebereiches beantragt“, so Stefan Skora. Allein für den seit vorigen Sommer offiziellen 120 Meter breiten Strandabschnitt musste die Stadt für die Herrichtung fast 10 000 Euro berappen. Jeden Tag wird hier gesäubert und kontrolliert. Bis 2022 sollen nicht nur Stromanschlüsse, Sanitäranlagen, Campingplatz und Bootssteg vorhanden sein. Schon für das kommende Jahr verspricht Skora zumindest einen mobilen Imbiss – eine „Würschtelbude“ mit Erfrischungsgetränken, wie es der Hoyerswerdaer Karl-Heinz Kühnel sich wünscht. „Wenn meine Enkelkinder in den Ferien da sind, bekommen wir hier nirgendwo etwas zu essen und trinken“, bemerkt der Gartenbesitzer. Das soll sich im kommenden Sommer ändern. Laut Planung wird auch die Infrastruktur im Blick behalten. Eine zweite Zufahrt mit größerer Wendeschleife soll geschaffen werden, um auch mit dem öffentlichen Nahverkehr  an den Scheibe-See zu gelangen. Gleichzeitig sind die derzeit nicht ausreichenden Bahn- und Busverbindungen abzustellen.

Auch für 2019 geplant: ein Ideenwettbewerb. „Wie können wir Gäste zum Scheibe-See locken“, formuliert Gesine Wittkowski von der Stadtplanung die Frage, die im nächsten Jahr jedermann mit Vorschlägen beantworten kann. Landmarken sollen gesetzt werden, die Besuchern den Weg zum „Bade- und Entspannungsglück“ aufzeigen. Und vielleicht auch zu einem exklusiven Wohnbereich. Besonders am Schaffen von ebendieser Möglichkeit interessiert zeigt sich Steffen Markgraf. Der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda spricht von der „Vision Wohnbebauung für Familien und ältere Leute“. Gespräche mit der Stadt gebe es bereits, Markgraf glaubt an „Zeithorizonte bis 2020“ und die „Erfolgsgeschichte Scheibe-See“. Auch Manfred Heine gibt weitere Anregungen: „Wie wäre es denn mit einer Reha-Klinik am See?“, wirft Spreetals Bürgermeister in die Runde. Das Klinikum sei nicht weit entfernt, den Wanderweg gebe es schon.

Die Chance, die Pläne für den Scheibe-See in zehn Jahren umgesetzt zu bekommen, schätzen Heine und Skora als sehr realistisch ein. „Es gibt viel zu tun, das ist unstrittig“, so Heine. „Man darf nicht an der Bürokratie verzweifeln“, sagt Skora. Mit der Entwicklung also geht es voran. Langsam und gemeinschaftlich.

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LR vor Ort 4c FOTO: LR