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| 16:10 Uhr

Entwicklungskonzept
Visionen für den 100-jährigen Industriestandort Knappenrode

Ansicht der Energiefabrik Knappenrode vom Graureihersee her. ⇥Foto: Reinhard Hoffmann
Ansicht der Energiefabrik Knappenrode vom Graureihersee her. ⇥Foto: Reinhard Hoffmann FOTO: Reinhard Hoffmann
Hoyerswerda. Ortschaftsrat und engagierte Bürger bringen sich für die Zukunft der Energiefabrik und ihres Ortes ein. Von Reinhard Hoffmann

Das Ensemble Bebelplatz - Achse Museum Energiefabrik war auch in der dritten Bürgerwerkstatt ein Thema. Anwohner und Macher haben dabei die Fortschreibung des Städtebaulichen Ortsteilentwicklungskonzeptes (Seko) diskutiert. Es heißt „Objekt Extrem. Städtebauliche und denkmalgerechte Standortortstärkung der Energiefabrik Knappenrode“.

Dr. Lars Scharnholz vom Cottbuser Institut Neue Industriekultur (Inik) erläuterte den gut 30 Versammlungsteilnehmern Visionen eines Entwicklungskorridors von der Energiefabrik bis zum Bebelplatz. Einig sind sich die Beteiligten, das alte Kaufhaus abzureißen. Denkmalschutzbehörden und Macher aus der Stadt haben jedoch unterschiedliche Standpunkte zur Zukunft des ehemaligen Kulturhauses. Einige federführende Denkmalschützer wollen nur den in den 1950er-Jahren errichteten Saal und einige Anbauten aus dieser Zeit abreißen. Sie sehen die Erhaltung und Nachnutzung des historischen Gebäudes von 1917 als notwendig an. Abrisse könnten aber erst nach 2020 zum Tragen kommen, wenn die Umbauten in der Energiefabrik abgeschlossen sind. Erste Arbeitenam Bebelplatz sind frühestens zwischen bis 2020 denkbar. V

Bert Beyer, der die einzige Gaststätte in Knappenrode betreibt, erinnerte in der Bürgerwerkstatt an Planungen aus Mitte der 1990er-Jahre, an denen er als junger Ortschaftsrat beteiligt war. Der Landkreis Bautzen habe im Jahr 2011 einen Masterplan entwickelt, der auch einen Wasserspielplatz vorsah. Errichtet hat ihn  Beyer  mit privatem Geld.

Bisher entstanden sind zudem in der alten Schule ein neues Zentrum, das heute ein schmuckes  Bürgerzentrum ist; aAus dem alten Schulhof wurde der Festplatz. Ihm gegenüber liegt der neu gestaltete Pionierpark. Das alte Zentrum um den August Bebel-Platz hingegen hat seine zentrale Rolle verloren. Eine Lücke mit Verfallserscheinungen am Kulturhaus und am vormaligen Werkskaufhaus sind geblieben. Sie missfallenAnwohner und Touristen gleichermaßen.

Um Visionen Wirklichkeit werden zu lassen, hat die Stadt Hoyerswerda beim  Bundesbauministerium Gelder für „städtebauliche Maßnahmen zur Standortstärkung der Energiefabrik“ beantragt, wie Oberbürgermeister Stefan Skora berichtete. 2,5 Millionen Fördermittel wurden genehmigt.

Der Ortschaftsrat hat die Diskussionen der vorangegangenen Bürgerwerkstätten  zur Fortschreibung des SEKO  Knappenrode  in der Fassung vom Oktober 2017 zur  Vitalisierung  Ensemble Bebel Platz -Achse Museum eingearbeitet. Der Stadtrat von HY hat am 30. Januar 2018 dieses Arbeitspapier bestätigt. Die Unterlagen liegen  vom 22.02. bis zum 26.03.18 im Rathaus aus. Hierbei  handelt es sich um eine Studie, deren Umsetzung durch die Stadt Hoyerswerda von 2019 – 2030 vorgesehen ist. Der Stadtrat von HY wird im Sommer 2018 dieses  Vorhaben auf die Tageordnung setzten.

Bert Beyer, der die einzige Gaststätte in Knappenrode betreibt,  erinnert sich an Planungen aus Mitte der 1990 Jahre, an denen er als junger Ortschaftsrat beteiligt war. Der Landkreis Bautzen  entwickelte 2011 einen Masterplan. Darin war auch ein Wasserspielplatz vorgesehen. Bert Beyer hat mit privatem Geld einen Wasserspielplatz errichtet.

Die Stadt Hoyerswerda Stadt beantragte beim  Bundesbauministerium Gelder für „städtebauliche Maßnahmen  zur Standortstärkung der Energiefabrik“  Es wurden  Fördermittel in Höhe von 2,5 Mio genehmigt. Hoyerswerdas OB Stefan Skora suchte und fand den Schulterschluss mit den Teilneh-mern der Bürgerwerkstatt. Geld war  ein  Thema in der Diskussion mit den Bürgern und es kamen auch Zweifel an der Realisierbarkeit der vorgetragenen Visionen auf. Ein Gast sprach von Makulatur.

Stadtplaner Michael Köllner löste Verwunderung aus, als er von internen Hürden einer Waldumnutzungs-erklärung sprach, weil mitten im Ort auf 3000 Quadratmetern aus Wildwuchs ein Wald entstand, der nicht einfach abgeholzt werden dürfe. Die Ersatzpflanzungen für Fällungen sollen nun am ehemaligen Busplatz erfolgen.

Neues erfuhren die Knappenroder von Jens Frühauf vom Kreisentwicklungsamt  des Landkreises  Bautzen. Der Knappenroder zeichnete ein Bild von Industriehöfen im nördlichen Teil des umzubauenden Museumsgeländes. Das Vorhaben ist seit 2015 im Gespräch. Für die Lausitz einmal typische Erzeugnisse wie Glas, Keramik, Holz, Textilien oder Lebensmittel könnten dort Besucher hinziehen. Jens Frühauf sprach über die Umnutzung auszugründender Objekte und daraus entstehende Energiehöfe. Er kann sich auch damit eine Besuchersteigerung vorstellen, nannte 50 000 bis 75 000 Besucher als Ziel.

Köllner und Scharnholz betonten, dass die Energiehöfe ein Baustein sein könnten, der Ort und Museum voranbringe, wenn es gelingt, Museum, Industriehöfe und Siedlung im Gleichklang zusammenwachsen zu lassen.

Der Ortschaftsrat regte eine Interessengemeinschaft Zukunft Knappenrode an, die zum vierten Werkstattgespräch im Herbst 2018 aus der Taufe gehoben werden könnte.